Apotheke und Markt

Präeklampsierisiko mit Magnesium senken

Komplikation in der Schwangerschaft beruht häufig auf Mineralstoffmangel

HAMBURG (gmc) | Schwangere, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck und in der Folge für eine Präeklampsie und schlimmstenfalls eine Eklampsie haben, profitieren von der Gabe des Mineralstoffs Magnesium. Das hat aktuell eine placebokontrollierte Doppelblindstudie gezeigt.
Foto: Protina

Die Hypertonie ist eine häufige Komplikation in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Circa zehn Prozent aller Schwangerschaften sind davon betroffen. Werden zusätzlich im Urin der Schwangeren vermehrt Proteine gefunden und Ödeme festgestellt, spricht man von Präeklampsie, die zu einer Eklampsie, einer der gefährlichsten Komplikationen für Mutter und Kind, führen kann.

Schlechter Magnesiumstatus als Risikofaktor

Mehrere Studien belegen eine Verbindung zwischen dem Mineralstoffstatus und der Entstehung von Hypertonie und Präeklampsie. Man geht davon aus, dass der Mineralstoff Magnesium dabei eine besondere Rolle spielt. Es konnte gezeigt werden, dass Schwangere mit Präeklampsie oft einen schlechten Magnesiumstatus aufweisen. Des Weiteren wurde festgestellt, dass Schwangere, die in der Frühphase der Schwangerschaft höhere Verluste an Calcium und Magnesium über den Urin haben, häufiger einen Bluthochdruck entwickeln. Ein Zusammenhang mit Magnesium zeigt sich zudem daran, dass die Infusion von Magnesium das Mittel der Wahl bei der Behandlung der Eklampsie ist.

Magnesium-Supplementierung in der Schwangerschaft

In einer kürzlich durchgeführten Untersuchung wurde deshalb der Frage nachgegangen, ob eine orale Magnesiumsubstitution bei Schwangeren mit einem erhöhten Risiko, d. h. mit einer erhöhten Calciumausscheidung, zu günstigen Effekten hinsichtlich des Auftretens der Schwangerschaftshypertonie führt. Die placebokontrollierte Doppelblindstudie wurde an Schwangeren mit erhöhter Calciumausscheidung im Urin in der 12. Schwangerschaftswoche aus dem Großraum Göteborg/Schweden durchgeführt. Beginnend mit der 25. Schwangerschaftswoche erhielten die Frauen täglich 300 mg Magnesium in Form von Magnesiumcitrat (Magnesium-Diasporal® 300) oder Placebo bis zum Geburtszeitpunkt. Der Blutdruck wurde bei allen Frauen in zwei- bis dreiwöchigem Abstand gemessen. Als weitere Vergleichsgruppe dienten unbehandelte Schwangere mit normaler Calciumausscheidung im Urin (kein erhöhtes Risiko) in der 12. Schwangerschaftswoche.

Studie belegt vermindertes Präeklampsierisiko

In der Placebogruppe (n=30) kam es im Vergleich zur Magnesiumgruppe (n=29) im Mittel zu einem um 5 mm Hg höheren Anstieg des diastolischen Blutdrucks. Einen Anstieg des diastolischen Blutdrucks um mehr als 15 mm Hg verzeichneten 38 Prozent der Frauen unter Placebo gegenüber nur acht Prozent in der Magnesiumgruppe. Der Anteil war auch geringer als in der unbehandelten Vergleichsgruppe (25%) ohne erhöhtes Risiko. Die Untersuchung zeigt somit, dass trotz eines erhöhten Risikos eine Supplementierung mit Magnesiumcitrat ab der 25. Schwangerschaftswoche den Schwangerschaftshochdruck und damit möglicherweise auch das Präeklampsierisiko deutlich vermindern kann.

 

Quelle

Pressekonferenz „Mineralstoff Magnesium – „Neue Studien, Erkenntnisse und Berichte“, Hamburg, 15. Oktober 2013, veranstaltet von Protina Pharmazeutische GmbH, Ismaning

Bullarbo, M. et al.: Arch Gynecol Obstet. 2013 May 30

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