Erstes Quartal 2022

Umsatzrückgang bei Zur Rose

München - 20.04.2022, 12:15 Uhr

Zur Rose betreibt in der Schweiz auch Apotheken, in Deutschland ist vor allen die Tochter DocMorris aktiv. (x / Foto: Zur Rose)

Zur Rose betreibt in der Schweiz auch Apotheken, in Deutschland ist vor allen die Tochter DocMorris aktiv. (x / Foto: Zur Rose)


Die Schweizer  Zur Rose Group ist schwach in das Jahr 2022 gestartet. Der sogenannte Außenumsatz sackte gegenüber der Vorjahreszeit um 1,8 Prozent auf 493,4 Millionen Franken ab. In Deutschland, wo vor allem die niederländische Tochter DocMorris tätig ist, gab der Umsatz um 7 Prozent auf 313,7 Millionen Franken nach. Im vergangenen Jahr hatte Zur Rose gegenüber 2020 sowohl auf Konzernebene als auch in Deutschland noch deutliche Zuwächse verzeichnet.

In einer Presseerklärung teilt Zur Rose mit, dass sich die Geschäfte im ersten Quartal des Jahres 2022 zwar „erwartungsgemäß“ entwickelt hätten; dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Umsatzentwicklung in den drei Monaten überwiegend schwach ausfiel. Während der Außenumsatz, zu dem das Unternehmen neben den Erlösen der Zur Rose-Gruppe auch die Online-Umsätze der belieferten Apotheken zählt, im vergangenen Jahr noch ein Plus von 17,8 Prozent verzeichnet hatte, stand in der nun abgelaufenen Berichtsperiode ein Minus von 1,8 Prozent. Legt man die jeweiligen lokalen Währungen der verschiedenen Märkte der Gruppe zugrunde, stand immerhin ein Umsatzplus von 1,6 Prozent in den Büchern.

Deutschlandgeschäft im Minus

Schwach entwickelte sich auch das Geschäft auf dem größten Markt von Zur Rose, in Deutschland. Auf dem Hauptmarkt der Zur Rose-Tochter DocMorris sackte der Außenumsatz gegenüber den ersten drei Monaten 2021 um 7 Prozent auf 313,7 Millionen Franken ab. Auch in lokaler Währung betrug das Minus noch 2,1 Prozent. Ein Jahr zuvor buchte das Unternehmen in Deutschland noch ein Plus von 27,9 Prozent. 

Zur Begründung für die aktuelle Entwicklung verweist Zur Rose auf einen generell schwachen deutschen OTC-Onlinemarkt, der im ersten Quartal um 9 Prozent rückläufig war. Dagegen sei das prozentuale Umsatzwachstum mit rezeptfreien Medikamenten der Marke DocMorris im zweistelligen Bereich ausgefallen. Allerdings sei die Gesamtleistung im Segment Deutschland durch Rückgänge bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln im „prozentual mittleren Zehnerbereich“ belastet gewesen.

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Bei der laufenden Testphase zur Einführung des elektronischen Rezepts verzeichnet Zur Rose seit Jahresbeginn einen kontinuierlichen Anstieg der verarbeiteten Rezepte sowohl bei der Infrastrukturgesellschaft Gematik als auch im Unternehmen selbst. Demnach bearbeitete die Gruppe bis 19. April 2022 rund 350 E-Rezepte.

Zuwachs in der Schweiz

Im Gegensatz zur sonstigen Entwicklung meldete das Unternehmen für den Schweizer Markt im ersten Quartal 2022 deutliche Umsatzzuwächse. Hier legten die Erlöse gegenüber der Vorjahreszeit um 9,9 Prozent auf 161,5 Millionen Franken zu. Laut Zur Rose habe dazu sowohl die fortschreitende Normalisierung der Coronavirus-Situation als auch eine erfreuliche Nachfrage im Bereich Specialty Care beigetragen.

Im Segment Europa mit den Ländern Spanien und Frankreich verzeichnete die Zur Rose-Gruppe im ersten Quartal einen gegenüber 2021 gleichbleibenden Umsatz von 19,9 Millionen Franken beziehungsweise ein Plus von 5,2 Prozent in lokaler Währung. Die Zahl der aktiven Kunden legte nach Unternehmensangaben in der Gruppe im ersten Quartal 2022 um eine Million auf 12,1 Millionen zu.

Für das Gesamtjahr bestätigte das Management die gegenüber 2021 unveränderte Umsatzerwartung von gut 2 Milliarden Franken und die EBITDA-Prognose (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von minus 75 Millionen bis minus 95 Millionen Franken. Unverändert ist auch die Sicht auf das mittelfristige EBITDA-Margenziel von rund 8 Prozent.


Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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