Hamburg und Schleswig-Holstein

Zaghafte Ansätze für Corona-Impfungen in Apotheken im Norden

Süsel - 24.11.2021, 10:45 Uhr

Hamburgs Kammerpräsident Kai-Peter Siemsen würde Apotheker in der Hansestadt gern schulen, dass sie künftig Impfungen anbieten können. (x / Foto: Schelbert)

Hamburgs Kammerpräsident Kai-Peter Siemsen würde Apotheker in der Hansestadt gern schulen, dass sie künftig Impfungen anbieten können. (x / Foto: Schelbert)


Der Präsident der Hamburger Apothekerkammer, Kai-Peter Siemsen, fordert von der Politik weniger Bürokratie und mehr Geld für die Apotheken. Außerdem kamen bei den Kammerversammlungen in Hamburg und Schleswig-Holstein erste verhaltene Ansätze zu Corona-Impfungen in Apotheken zur Sprache.

Bei der Kammerversammlung der Apothekerkammer Hamburg am Montagabend betonte Kammerpräsident Kai-Peter Siemsen, in der Pandemie hätten die Apotheken gezeigt, dass sie verantwortungsbewusst mit ihren neuen Freiheiten durch die erleichterten Regeln zur Arzneimittelauswahl umgehen. Daraufhin appellierte Siemsen an die Politik, bei der Bürokratie in Apotheken allgemein umzudenken. Viele bürokratische Belastungen brächten keine Qualitätsvorteile, erklärte Siemsen. Dies gelte besonders für die Präqualifizierung. Die Apotheken sollten ihre Energie stattdessen besser für die Patientenversorgung einsetzen, empfahl Siemsen. Außerdem würden die Apotheken ohnehin von vielen Behörden vor Ort überprüft. Darum solle die Politik der mittlerweile entstandenen Präqualifizierungsindustrie einen Riegel vorschieben, forderte Siemsen.

Als weiteres zentrales Problem betonte Siemsen den Nachwuchsmangel. Dieser sei nur zu beheben, wenn die Apotheken besser honoriert würden. Nur dann könnten sie höhere Gehälter zahlen und mit anderen Berufen mithalten. Honorierte pharmazeutische Dienstleistungen würden dieses Problem nicht lösen, weil sie wiederum mehr Personal erfordern. Es müsse zunächst um die Entlohnung der etablierten Leistungen gehen.

Hamburg: Ärzte für Impfschulungen gesucht

Ein weiteres Thema bei der Kammerversammlung in Hamburg war das Impfen in Apotheken, möglicherweise auch gegen das Corona-Virus. Ein Modellprojekt zur Grippeimpfung in Apotheken besteht in Hamburg nicht. Um die Apotheken in der Hansestadt für alle denkbaren künftigen Entwicklungen vorzubereiten, will die Kammer nun Schulungen für impfinteressierte Apotheker vorbereiten. Allerdings stellt die Suche nach Ärzten für solche Schulungen derzeit eine Hürde dar.



Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


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