Seltene Thrombosen nach Impfung

Schränkt Großbritannien AstraZeneca auch ein?

Stuttgart - 07.04.2021, 15:20 Uhr

Auch die britische Arzneimittelbehörde MHRA prüft nun den Zusammenhang von Sinusvenenthrombosen und Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca. Medienberichten zufolge könnte sie die Altersgrenze bei 30 Jahre setzen. (x / Foto: IMAGO / Jochen Eckel)

Auch die britische Arzneimittelbehörde MHRA prüft nun den Zusammenhang von Sinusvenenthrombosen und Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca. Medienberichten zufolge könnte sie die Altersgrenze bei 30 Jahre setzen. (x / Foto: IMAGO / Jochen Eckel)


Noch am Mittwoch will die britische Arzneimittelbehörde entscheiden, wer fortan in Großbritannien weiterhin mit dem COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca geimpft wird. Nachdem zahlreiche Länder mittlerweile nur noch ältere Menschen ab 55, 60 oder 70 Jahren mit dem Vektorimpfstoff impfen, könnte Großbritannien nun auch eine Altersgrenze setzen. Auch die EMA will heute noch ihre Einschätzung abgeben.

Auch die britische Arzneimittelbehörde MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) prüft nun den Zusammenhang von Sinusvenenthrombosen und Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca. Noch am heutigen Mittwoch will die MHRA entscheiden, wer in Großbritannien fortan mit dem Vektorimpfstoff geimpft werden soll. Der Deutschen Presseagentur (dpa) zufolge erwägt die MHRA, den Impfstoff nur noch für Ab-30-Jährige zu empfehlen. Die dpa bezieht sich dabei auf einen „Medienbericht“.

Bis vor kurzem hatte sich die MHRA von Altersbeschränkungen distanziert und auf ihrer Homepage geschrieben, dass die aktuellen Hinweise nicht darauf hindeuten, dass der Impfstoff Blutgerinnsel verursache. In den letzten Tagen wurden jedoch auch in Großbritannien zunehmend Fälle von sehr seltenen und spezifischen Arten von Blutgerinnseln mit einer geringen Anzahl an Blutplättchen nach einer Impfung mit AstraZeneca bekannt, wie die MHRA-Chefin, June Raine, am Dienstag erklärte.

In Deutschland hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) bereits eine Altersgrenze eingeführt. Am 30. März hatte die STIKO (Ständige Impfkommission) empfohlen, nur noch ältere Menschen ab 60 Jahren mit dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) gegen COVID-19 zu impfen. Jüngere Geimpfte, die bereits eine Dosis Vaxzevria erhalten haben, sollen nun zwölf Wochen später eine zweite Dosis mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty von Biontech/Pfizer oder Moderna) erhalten.

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Auch andere Länder impfen mit AstraZeneca mittlerweile nur noch ältere Menschen: Kanada rät, den Vektorimpfstoff vorerst nicht bei Unter-55-Jährigen zu impfen, Schweden und Finnland impfen nicht mehr mit dem AstraZeneca-Impfstoff bei Unter-65-Jährigen, Island nicht mehr bei Unter-70-Jährigen. Dänemark und Norwegen wollen erst Mitte April entscheiden, wie sie mit dem Vektorimpfstoff weiter verfahren. 


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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