E-Rezept in Praxissoftware

Zur-Rose-Tochter kooperiert mit 38.000 deutschen Ärzten

Stuttgart - 25.06.2020, 10:15 Uhr

Das E-Rezept kommt – und zahlreiche Unternehmen positionieren sich im Markt. Auch die Schweizer Zur-Rose-Gruppe mischt mit. (c / Foto: imago images / Cavan Images)

Das E-Rezept kommt – und zahlreiche Unternehmen positionieren sich im Markt. Auch die Schweizer Zur-Rose-Gruppe mischt mit. (c / Foto: imago images / Cavan Images)


Die Einführung eines flächendeckenden und verpflichtenden E-Rezeptes in Deutschland rückt näher. Der Schweizer Zur-Rose-Konzern hat nun bekannt gegeben, über sein Tochterunternehmen eHealth-Tec eine strategische Partnerschaft mit einem bedeutenden Praxissoftware-Anbieter in Deutschland eingegangen zu sein. Die Firma Medatixx hat eigenen Angaben zufolge 38.000 Ärzte als Kunden. Das soll einem Marktanteil von rund 27 Prozent entsprechen.

Die Bundesregierung will im Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) festlegen, dass es ab 2022 nur noch in Ausnahmefällen Papierrezepte geben soll. Die Firma eHealth-Tec, eine Tochter der Zur Rose-Gruppe in der Schweiz, soll sich nun offenbar eine Art Vormachtstellung auf dem deutschen Arzneimittelmarkt sichern. Dafür hat sich das Unternehmen einen bedeutenden Praxissoftware-Anbieter in Form einer strategischen Partnerschaft an Land gezogen. Medatixx heißt der laut einer gemeinsamen Pressemitteilung führende Anbieter im Bereich Softwarelösungen für niedergelassene Ärzte. Fast ein Drittel (27 Prozent) aller ambulant tätigen Humanmediziner in Deutschland sollen mit einer Praxis- oder Ambulanzsoftware von Medatixx arbeiten – von mehr als 38.000 Ärzten in 21.000 Arztpraxen, MVZs und Ambulanzen ist die Rede.

„Diskriminierungsfreie“ E-Rezept-Einlösung 

Man wolle „damit die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitssystem vorantreiben und die gesetzgeberischen Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer aktiv nutzen“, heißt es in der am gestrigen Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung. Ab Mitte August sollen die Ärzte entweder per Browser-Lösung oder direkter Integration in die Praxissoftware Zugang zur E-Rezept-Technologie erhalten. Per qualifizierter elektronischer Signatur authentifiziert sich der Verordner und übermittelt dem Patienten einen QR-Code zum E-Rezept. Dieser soll seine digitale Verordnung dann „barriere- und diskriminierungsfrei über den Anschluss von Vor-Ort- und Versandapotheken oder Plattform-Apps“ einlösen können, versprechen die Unternehmen.

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Die Player dürfen „spielen“

Das DocMorris-Schwesterunternehmen eHealth-Tec ist bereits im Zusammenhang mit einer anderen prominenten Kooperation in Erscheinung getreten: Beim E-Rezept-Pilotprojekt der Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg-Wandsbek, das seit Februar 2019 läuft, stellt eHealth-Tec den sogenannten elektronische Verordnungsassistent (eVA). Dieser ist Voraussetzung für die Anbindung an das Praxisverwaltungssystem und die Apothekensoftware. Die Abrechnung läuft beim TK-Projekt bekanntlich über die Firma König IDV, ebenfalls eine Zur-Rose-Tochter, und dem gemeinsamen Abrechnungsdienstleister von DocMorris und Shop Apotheke.


Dr. Armin Edalat, Apotheker, Chefredakteur DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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2 Kommentare

Hallo, jemand wach?

von Rainer W. am 26.06.2020 um 17:01 Uhr

Fremdbesitzverbot, Antikorruptionsschutzgesetz, Heilmittelwerbegesetz, VOASG, Makelverbot?

Legal, Illegal, Schei*egal?

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Der Ring schließt sich

von ratatosk am 26.06.2020 um 8:50 Uhr

Die Endphase der Apothekenvernichtung ist damit eingeleitet.
Diese Zusammenschlüsse waren ja das strategische Ziel, Spahn hat geliefert und jetzt ist die Falle dicht.
Die Rechtsbeugungen der Beteiligten sind ja bekannt, unterstützt von führenden Politikern aus dem Saarland.
Man prozessiert dann ein paar Jahre und macht währenddessen weiter, dann ist die Sache durch und eben Stand der Dinge - blöd gelaufen für die biederen Apotheken. Aber in D sind nur noch Großkapitalisten mit guten Winkeladvokaten erfolgreich , unterstützt von willfähriger Politik und Ministerialen.
Man darf sich doch nicht vom jetzigen Lobgesang für stationäre Apotheken täuschen lassen, als Deppen in der Not sind wir willkommen, sonst nicht mehr.

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