Fast jeder vierte Vertragsarzt kann mitmachen

E-Rezept-Projekt der TK wächst weiter

Berlin - 16.07.2020, 10:30 Uhr

Zumindest theoretisch kann nun etwa jeder vierte Vertragsarzt E-Rezepte ausstellen. (x / Foto: contrastwerkstatt / stock.adobe.com)

Zumindest theoretisch kann nun etwa jeder vierte Vertragsarzt E-Rezepte ausstellen. (x / Foto: contrastwerkstatt / stock.adobe.com)


Das bundesweite E-Rezept-Projekt der Techniker Krankenkasse (TK) wächst weiter. Durch Kooperationen mit zwei Ärztesoftware-Anbietern könnten nun 40.000 niedergelassene Ärzte E-Rezepte ausstellen, meldet die Kasse. Zudem schließen sich immer mehr Krankenkassen an.

Die Techniker Krankenkasse arbeitet weiter kontinuierlich daran, ihr in Hamburg in sehr überschaubarem Rahmen gestartetes E-Rezept-Projekt Stück für Stück auszuweiten. Mehr Ärzte, mehr Apotheken, mehr Versicherte sollen mitmachen. Am gestrigen Mittwoch gab die Kasse bekannt, dass durch Kooperationen mit den Softwaredienstleistern medatixx und Medisoftware künftig bundesweit rund 40.000 niedergelassene Ärzte elektronische Verordnungen für TK-Versicherte ausstellen können – rund 38.000 nutzen die Software von medatixx, etwa 2.200 die von Medisoftware. Damit ist fast ein Viertel aller Vertragsärzte angebunden.

Der Anbieter medatixx hatte erst kürzlich eine strategische Partnerschaft zur deutschlandweiten Umsetzung des E-Rezepts mit der Zur Rose-Tochter eHealth-Tec vereinbart. Insofern ist die Zusammenarbeit im TK-Projekt keine große Überraschung – denn eHealth-Tec ist schon von Anfang an im TK-Projekt mit der technischen Umsetzung betraut.

Außerdem sind nach der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) und der Barmer mittlerweile auch die DAK Gesundheit und die Innungskrankenkasse BIG direkt gesund dem Projekt der TK beigetreten. Damit könnten nun theoretisch insgesamt etwa 26 Millionen Versicherte – also etwa 35 Prozent der GKV-Versicherten – elektronische Verordnungen nutzen.

Bundesweit größtes E-Rezept-Projekt

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, freut sich über den Zuspruch für das fortschreitende Projekt: „Wir haben bisher sehr positive Rückmeldungen zur elektronischen Verordnung bekommen, ob von Versicherten, Ärzten oder Apothekern.“ Deshalb freue er sich umso mehr, dass bald noch deutlich mehr Versicherte als bisher ihre Verordnung über das Smartphone einlösen können. „Damit wird unser Projekt zum bundesweit größten E-Rezept-Projekt.“

Schnittstellen mit Noventi, NARZ/AVN, ARZ Haan, DRZ und Pharmatechnik

Damit die E-Rezepte nach ihrer Ausstellung eingelöst werden können, hat die TK bereits eine gemeinsame Schnittstelle mit den Apothekendienstleistern Noventi, NARZ/AVN, ARZ Haan, DRZ sowie Pharmatechnik geschaffen, durch die derzeit bundesweit mehr als 1.000 Apotheken technisch angebunden werden. Erst vor kurzem hatte die TK bekannt gegeben, dass nun auch die ersten Versandapotheken mit von der Partie sind – eine davon ist DocMorris.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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1 Kommentar

Missverhältnis

von Rainer W. am 17.07.2020 um 8:37 Uhr

35% der Versicherten können ein eRezept bekommen, es kann aber nur bei 5% der Apotheken eingelöst werden, eine davon ist DocMorris.

d.h. wenn das scharf geschalten wird kann ich beliefern oder ich bin raus?

Sieht hier niemand das Problem?

Und wie ist das mit Makelverbot? Wenn de facto 95% der Apotheken von der Versorgung ausgeschlossen werden?!

Seid ihr noch zu retten?

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