Zuckersüßes Beratungswissen – Teil 2

Glucose-Fructose-Gemische – das Spiel mit Unbekannten

Stuttgart - 22.01.2020, 07:00 Uhr

Glucose-Fructose-Sirup ist in vielen Lebensmitteln zur Süßung enthalten. Wie viel der jeweiligen Komponenten Glucose und Fructose dann jedoch drin ist, weiß man meist nicht. Dabei gibt es durchaus Risiken bei zu hohem Fructose-Konsum. (Foto: privat)

Glucose-Fructose-Sirup ist in vielen Lebensmitteln zur Süßung enthalten. Wie viel der jeweiligen Komponenten Glucose und Fructose dann jedoch drin ist, weiß man meist nicht. Dabei gibt es durchaus Risiken bei zu hohem Fructose-Konsum. (Foto: privat)


Berechtigte Sorgen der Apotheker

Auf dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf im September 2019 wurde ein Antrag verabschiedet, der sich mit der Problematik von Isoglucose in Lebensmitteln beschäftigt. Die Apothekerschaft fordert den Gesetz- beziehungsweise Verordnungsgeber auf, den Einsatz von Isoglucose in Lebensmitteln zu beschränken sowie den Gehalt an Fructose deutlich zu kennzeichnen. Damit bekennen sich die Apotheker zu ihrer heilberuflichen Aufgabe im Bereich Verbraucherschutz und Prävention von Krankheiten. In ihrer Antragsbegründung greifen die Apotheker die Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung auf. Sie weisen aber eindringlicher als die Behörde auf das bisher ungelöste Problem hin: Der Anteil von Fructose in der Isoglucose kann deutlich höher als 50 Prozent liegen, bis hin zu 90 Prozent – und muss nicht extra deklariert werden. Für die Gesundheit ist das ein Spiel mit vielen Unbekannten. Aufgabe der Politik wäre es, hier für Transparenz zu sorgen.

Auf einen Blick

  • Haushaltszucker (= Saccharose) enthält Glucose und Fructose in verbundener Form im Verhältnis 1:1.
  • Isoglucose enthält ein Gemisch aus unverbundener Glucose und Fructose in variablen Mengen. Je höher der Fructose-Anteil, umso kritischer ist ein zu hoher Verzehr. Der Fructose-Anteil muss nicht deklariert werden, er kann bis zu 90 Prozent betragen.
  • Glucose-Fructose-Sirup, Fructose-Glucose-Sirup, Invertzuckersirup sind ebenfalls Gemische aus Glucose und Fructose in variablen Mengen.
  • Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sollte ein durchschnittlicher Erwachsener bei einer Kalorienzufuhr von 2000 kcal nicht mehr als 10 Prozent seiner Kalorien durch Zucker aufnehmen. Das entspricht ca. 50 g Zucker pro Tag = 10 Teelöffel. Anzustreben sind maximal 25 g pro Tag.


Reinhild Berger, Apothekerin
redaktion@daz.online


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