Zuckersüßes Beratungswissen – Teil 1

Fructose – süße Gefahr

06.12.2019, 11:30 Uhr

Natürlicherweise findet sich Fructose in frischen Früchten und Gemüse. Aber sie  ist auch Bestandteil zahlreicher verarbeiteter Lebensmittel – oft hinter verschleiernden Bezeichnungen. (Foto: spline_x/stock.adobe.com)

Natürlicherweise findet sich Fructose in frischen Früchten und Gemüse. Aber sie  ist auch Bestandteil zahlreicher verarbeiteter Lebensmittel – oft hinter verschleiernden Bezeichnungen. (Foto: spline_x/stock.adobe.com)


Keine falschen Schlüsse ziehen

Wenn man sich die dramatischen Konsequenzen eines Fructose-Überkonsums vor Augen hält, wundert man sich, warum das Wissen darüber bisher so wenig verbreitet ist. Denn wenn von „Fructose“ oder „Fruchtzucker“ die Rede ist, denkt die Mehrheit aller Menschen ausschließlich an Früchte – und die sind ja so gesund! Ganze, unverarbeitete Früchte essen und dabei gut kauen – das ist gesund und normale Mengen davon sind auch für den menschlichen Fructose-Stoffwechsel meistens kein Problem. Die Gefahr versteckt sich in den Supermarktregalen. Hier gilt es, den Blick zu schärfen und Zutatenlisten sorgfältig zu studieren, gerade bei vermeintlich „gesunden“ Nahrungsmitteln. Spielen Sie doch mal Detektiv und finden Sie heraus, wo industriell hergestellte Zubereitungen mit hohem Fructose-Anteil lauern!

Auf einen Blick: Zu viel Fructose – so reagiert der Körper

  • Die Leber wandelt Fructose in Fett um: Es besteht die Gefahr für eine Fettleber und Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämie).
  • Fructose löst kein Sättigungsgefühl aus, weil die Hormone Leptin und Ghrelin nicht wirksam werden. Gewichtszunahme und Adipositas werden begünstigt.
  • Beim Abbau von Fructose wird ein Enzym aktiviert, das Purine verstärkt zu Harnsäure abbaut. Ein zu hoher Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) lässt die Konzentration des gasförmigen, gefäßerweiternden Botenstoffs Stickstoffmonoxid sinken, die Blutgefäße verlieren an Elastizität, es entsteht Bluthochdruck.
  • Der Mangel an Stickstoffmonoxid führt zu einer schlechteren Durchblutung des Gewebes. Das mindert die Wirkung von Insulin und begünstigt eine Insulinresistenz sowie eine Hyperinsulinämie.


Reinhild Berger, Apothekerin
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Fructose Sirupe

von Julia Sander am 07.12.2019 um 7:09 Uhr

Ein ganz toller Artikel.
Sehr gute Darstellung der Reaktionswege die weit über die Leberbelastung hinausgehen. Welch unterschiedliche Auswirkungen und Kettenreaktionen. Ein Plädoyer für unverarbeitete Lebensmittel.
Vielen Dank, Julia Sander

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