Antwort auf Linken-Anfrage

BMG will Fixhonorar für Versandhändler nicht absenken

Berlin - 18.02.2019, 11:30 Uhr

Versender bekommen das gleiche Fixhonorar wie Präsenzapotheken. Das Ministerium will daran nichts ändern. (c / Foto: imago)

Versender bekommen das gleiche Fixhonorar wie Präsenzapotheken. Das Ministerium will daran nichts ändern. (c / Foto: imago)


BMG: Unterschiede liegen in der Natur der Sache

Also kein Bedarf, hier etwas zu ändern. Und was die unterschiedlichen Anforderungen betrifft, dazu schreibt Weiss: „Durch die unterschiedlichen Modalitäten für Präsenz- und Versandapotheken wird den tatsächlichen Besonderheiten des Versandhandels Rechnung  getragen.“

Abgesehen davon dürfe nach § 17 Absatz 2a Satz 2 ApBetrO die Versendung eines Arzneimittels nicht erfolgen, wenn zur sicheren Anwendung des Arzneimittels ein Informations- oder Beratungsbedarf besteht, der auf einem anderen Wege als einer persönlichen Information oder Beratung durch einen Apotheker oder eine Apothekerin nicht erfolgen kann. Wie häufig deshalb eine Arzneimittelpackung nicht versendet wird, ist vermutlich schwer nachzuvollziehen. Der BMG-Antwort zufolge liegen der Bundesregierung auch keine Daten dazu vor, wie häufig pharmazeutische Beratung bei Versandkäufen überhaupt stattfindet.

Gabelmann: Beratungsqualität stärken, Rx-Versandhandel verbieten

Gabelmann, die sich seit ihrem Amtsantritt stets für die Belange der Vor-Ort-Apotheken eingesetzt hatte und als bekennende Befürworterin des Rx-Versandverbots gilt, stellt die BMG-Antwort nicht zufrieden. „Präsenzapotheken müssen beraten, dürfen aber nicht rabattieren. Bei ausländischen Internetapotheken ist es umgekehrt. Und beide kämpfen um die gleichen Patienten. Diese Situation ist wirklich ein Treppenwitz der Gesundheitspolitik.“

Aus ihrer Sicht ist es absurd, bei heimischen Apotheken die Heilberuflichkeit stärken zu wollen, während das offenbar bei Internetapotheken keine Rolle spielt. „Wir fordern, die Patientensicherheit und Complianceförderung in den Mittelpunkt der Apothekenpolitik zu stellen. Das kann nur bedeuten, die Beratungsqualität zu stärken, das pharmazeutische Angebot zu erweitern und den Rx-Versandhandel zu verbieten“, so Gabelmann weiter. Auf keinen Fall werde man seitens der Linken einem „Kuhhandel“ zustimmen, bei dem das eine mit dem anderen verrechnet werde.



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

es gibt keine Versand-APOTHEKEN !!!!

von susemr am 18.02.2019 um 19:30 Uhr

die Klarsichtigkeit der Linken ist ein unerwartetes, aber für uns leider folgenloses Geschenk. Warum fragt keiner mal nach, ob Herr Spahn schon einen Vertrag als saudi-arabischer Gesundheitsminister in der Tasche hat -man könnte den Eindruck gewinnen ....
Hier noch eine sehr große Bitte an alle Nachrichten-Redaktionen im deutschsprachigen Raum: bitte schreibt n i e m a l s von "InternetAPOTHEKEN", oder "VersandAPOTHEKEN" !!! Nehmt doch z.B. konsequent "ArzneimittelVERSENDER", damit dieser unerträgliche und völlig irreführende Euphemismus "VersandAPOTHEKEN" aus dem deutschen Sprachgebrauch verschwindet. Ich erlebe immer wieder, daß, wenn ich Gesprächspartner so korrigiere, ich Nachdenklichkeit und groooßes Verständnis für unsere problematische Lage ernte!!! Kleine Schritte, die aber auch den dicken Stein der Ignoranz höhlen ... I hope so!!

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