Kleine Anfrage

Linke sorgen sich um Datenschutz im Arzneimittel-Versandhandel

Berlin - 31.01.2019, 16:30 Uhr

Wo landen sensible Gesundheitsdaten, wenn Patienten ihre Arzneimittel online einkaufen? Und weshalb erhalten Versender dieselbe Beratungspauschale wie Präsenzapotheken? Diesen Fragen will Linken-Arzneimittelexpertin Sylvia Gabelmann (hier bei der Interpharm 2018 in Berlin) als Hauptfragestellerin einer kleinen Anfrage auf den Grund gehen. (b/ Foto: Schelbert)

Wo landen sensible Gesundheitsdaten, wenn Patienten ihre Arzneimittel online einkaufen? Und weshalb erhalten Versender dieselbe Beratungspauschale wie Präsenzapotheken? Diesen Fragen will Linken-Arzneimittelexpertin Sylvia Gabelmann (hier bei der Interpharm 2018 in Berlin) als Hauptfragestellerin einer kleinen Anfrage auf den Grund gehen. (b/ Foto: Schelbert)


Wie vertraulich sind Arzneimittelbestellungen im Internet? Die Linksfraktion im Bundestag fühlt der Regierung mit einer kleinen Anfrage mit 22 Unterpunkten zum Versandhandel auf den Zahn. Unter Federführung ihrer Arzneimittelexpertin und Apothekerin Sylvia Gabelmann wollen die Linken wissen, ob Kunden vor der Weitergabe ihrer Gesundheitsdaten besser geschützt werden könnten. Denn laut den Linken geben einige Versender die Daten an große Internetkonzerne weiter. Außerdem geht es den Linken um die unterschiedlichen Beratungspflichten von Versendern und Präsenzapotheken.

Klick, Häkchen und fertig ist die Bestellung. Sehr häufig wissen wir gar nicht, wie viele private Informationen wir beim Online-Shopping preisgeben und wo diese überall landen. Sollte bei sensiblen Gesundheitsdaten eine Grenze gezogen werden und wenn ja, wo?

Damit befasst sich unter anderem eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag zum Arzneimittelversandhandel. Neben dem Datenschutz geht es in den 22 Teilfragen auch darum, wie Versender ihrer Beratungspflicht nachkommen. Hauptfragestellerin ist die Arzneimittelexpertin der Linksfraktion und die einzige Apothekerin im Bundestag, Sylvia Gabelmann, die sich wiederholt für ein Rx-Versandverbot eingesetzt hatte.

Landen sensible Daten beim Arbeitgeber?

Was den Datenschutz beim Arzneimittelversand betrifft, ist der Vorbemerkung der Linken eine deutliche Besorgnis zu entnehmen: „Der Versandhandel mit Arzneimitteln ist aber deswegen sensibel, weil notwendigerweise Gesundheits- und andere Sozialdaten übermittelt werden.“

Die Linken fragen, inwiefern es legal ist, dass Versandapotheken diese sensiblen Daten an andere Firmen wie beispielsweise Facebook oder Google weitergeben, auch wenn dem nicht ausdrücklich widersprochen wurde. Insbesondere, wenn es sich um Daten handele, die Rückschlüsse auf Erkrankungen oder das Sexualleben des Kunden erlauben. Außerdem fragen die Linken, ob es nach Ansicht der Bundesregierung ausgeschlossen werden kann, dass solche sensiblen Informationen auch beim Arbeitgeber oder der Versicherung des Bestellenden landen.

Datenweitergabe an Facebook, Google & Co

Bei diesen Fragen geht es um das sogenannte Remarketing, worunter man die Datenweitergabe durch online-Verkäufer  an Drittfirmen wie beispielsweise an Facebook oder Google versteht. Dadurch erreichen die Internethändler, dass die Kunden auf Facebook oder Google personalisierte Werbung angezeigt bekommen. Und davon machen auch Arzneimittelversender Gebrauch.

Wie aus der Vorbemerkung der aktuellen Anfrage der Linken hervor geht, passiert dies der Fraktion zufolge in nicht unerheblichem Ausmaß: „Wer bei Docmorris bestellt, gibt beispielswiese im Regelfall seine Einwilligung, dass Daten an folgende Firmen übermittelt werden: „Google (USA), Criteo (Frankreich), Kairion, Adition technologies, EPROFESSIONAL, Outbrain (USA), Active Agent, Affilinet, Microsoft  (USA), The Reach Group, Yahoo  (Kanada), NEORY, Facebook (Irland) und ADEX.”



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Datenschutz - nee is klar - alles sicher

von ratatosk am 31.01.2019 um 19:12 Uhr

Außer deutschen Politikern die dem Großkapital zuarbeiten, glaubt ja global nun wirklich niemand ! daß sich solche Daten wirklich schützen lassen.
Wenn es nicht mal die NSA, Pentagon, der Bundestag!! etc schafft, aber natürlich die KKs . Millionen von Bundesbürgern sind gefährdet, da es ja schon reicht - Herr - Frau sowieso, sich wollen sich bewerben, machen sich da die vielen Antidepressiva wirklich gut ?? etc. etc. , es gibt unendlich viele Ansätze.
Ist aber egal , hauptsache Typen wie CEO von Versandhändlern schaffen auch bald die 200erste Milliarde, viele brauchts nicht mehr.

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