Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

04.11.2018, 08:00 Uhr

Da gibt's einiges Suspektes in dieser Woche.. (Foto Andi Dalferth) 

Da gibt's einiges Suspektes in dieser Woche.. (Foto Andi Dalferth) 


2. November 2018 

Nochmal Klinische Pharmazie: Der Antrag von Delegierten der Bayerischen Landesapothekerkammer an ihren Vorstand, die Gründe für die Nichtbesetzung der W3-Professur Klinische Pharmazie an der Uni München zu eruieren, stößt bei Frankfurter Hochschullehrern auf Unverständnis. In einem Gastkommentar nehmen sie zu diesem Ansinnen Stellung. Und packen gleich noch ihre Ansicht zum Thema Klinische Pharmazie dazu. Mein liebes Tagebuch, schön, wie sie die Klinische Pharmazie als gleichrangig mit den anderen „älteren“ Fächern der Pharmazie (Chemie, Biologie, Technologie, Pharmakologie) einstufen. Und sie haben natürlich Recht: Kein Fach kann ohne das andere, erst das Zusammenspiel aller Fächer bringt’s. Und sie machen auch deutlich: Es gibt kein Entschuldigung dafür, dass die Klinische Pharmazie an zu wenigen Standorten durch eine W3-Professur oder einen Lehrstuhl vertreten ist. Selbst die Pharmakologie  ist beileibe noch nicht an allen Standorten mit einem eigenen Lehrstuhl innerhalb der Pharmazie vertreten. Danke für diese klaren Worte! Bei der Causa Uni München und der nichtbesetzten W3-Professur in Klinischer Pharmazie springen die Frankfurter Hochschullehrer allerdings ihren Münchner Hochschulkolleginnen und -kollegen zur Seite. So haben auch die Frankfurter Hochschullehrer wenig Verständnis für das Ansinnen der Bayerischen Delegierten, die wissen wollen, wer die Mitglieder des Berufungsausschusses waren, wie viele Kandidaten sich für den Lehrstuhl beworben haben und ob es richtig sei, dass alle Bewerber für ungenügend qualifiziert erachtet wurden. Sind das wirklich unanständige Fragen, die da gestellt werden? Darf man da nicht ein bisschen mehr Transparenz erhoffen? Und unbeantwortet bleibt die Frage, warum der Lehrstuhl nun der Pharmazie weggenommen wird. Da muss man doch stutzig werden…



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Klinische Pharmazie in München – nicht besetzt, aber heiß umstritten

Die verschwundene Professur

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

8 Kommentare

Schnee von gestern!

von Christian Giese am 04.11.2018 um 15:30 Uhr

Die "normative Kraft des Faktischen", den Rx-Versand, hätte man mit erheblich mehr "Kraft"-aufwand standespoltisch angehen müssen, als mit dem naiven Wunschkonzert eines "Verbotes".
Ja, Fahrradkette, hätte, hätte...
Herrn Ditzel´s "Gerechtigkeit / Ungerechtigkeit" als ethischer Wert an sich, hätte den Wertehorizont erheblich erfolgversprechender und politisch Eindruck hinterlassender, erweitert.
Aber wenn man von vornherein jegliche öffentliche und berufsinterne Erkenntnis im Diskurs scheut und lieber schweigt, ist es halt Null und nix.
Schnee von gestern!
Warten auf den nächsten Schnee.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Seitenblicke ...

von Reinhard Herzog am 04.11.2018 um 14:05 Uhr

Offenkundig machen es die Ärzte seit Jahren viel besser:

https://www.medical-tribune.de/meinung-und-dialog/artikel/aerztemonitor-2018-hohe-zufriedenheit-und-ruecklaeufige-arbeitszeiten

Kleine Denkaufgabe: Was machen die eigentlich besser?

Nein, es sind nicht nur allein die regelmäßigen Honorarerhöhungen (die teils immer noch durch steigende Ärztezahlen für den Einzelnen gemindert werden, v.a. bei diversen Fachärzten).

Auch die Apotheken haben Jahr für Jahr in summa steigende Roherträge (ja wirklich! Und eben nicht nur - noch stärker - steigende Umsätze). Sie müssen diese zudem mit immer weniger Kollegen teilen - und was passiert bei uns?

Und zum Thema Jens Spahn:
Ich wette, der wird weder CDU-Vorsitzender noch alsbald Kanzler. Im Dezember geht das zwischen Kramp-Karrenbauer oder einem Unbekannten, den noch niemand auf dem Schirm hat, aus.
Mit dieser Richtungsentscheidung dürfte das dann erstmal das vorläufige Aus für die Karriereambitionen eines Jens Spahn sein. Vielleicht wieder in der übernächsten Runde ... also bleibt er uns wohl erhalten. Solange die GroKo hält, mit einem Gespann Merkel - AKK deutlich wahrscheinlicher.

Tatsache ist wohl, dass ihn im Moment die Apotheken nicht über die Maßen interessieren dürften. Da muss unser Berufsstand schon demnächst etwas sehr Durchdachtes, Bekömmliches und Mundgerechtes präsentieren, wenn er weiter Gehör finden möchte.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Personelle und Inhaltliche Erneuerung

von Karl Friedrich Müller am 04.11.2018 um 12:06 Uhr

Dazu 2 Kommentare aus der Tagesschau, denen ich zustimme:
Spahn kann kein Kanzler - und CDU- Vorsitzender auch nicht!
Spahn: "Wir sind doch bei der Bundestagswahl in unseren Hochburgen in Baden-Württemberg und Sachsen nicht wegen der Pflegepolitik oder der Forschungspolitik eingebrochen."

Wegen der Forschung sicher nicht, wohl aber bestimmt bei der Pflege - und da die Politik diese "offene Unterschenkelfraktur" weiterhin mit einem einzigen Pflaster bekämpfen möchte, bleibt das Thema erhalten! Das einzige Pflaster wird allerdings teuer, denn die Pflegeversicherung wird massiv ansteigen (+0,25%).

Grund für desaströse Wahlergebnisse könnten auch "Diesel- Gipfel" und drohende Fahrverbote sein? Und wie die Politik mit diesem Umstand umgeht! Alters- und Kinderarmut, marode KiTas und Schulen, 0-Zins- Politik und damit einhergehender Enteignungen privater Altersversorgungen.

"Würde statt Waffen" - Der jährlich steigende Verteidigungsetat sollte besser den privatisierten Gesundheitssektor entlasten, denn, ohne Waffen auch weniger Kranke!

Am 04. November 2018 um 04:49 von marciaroni
mit anderen Worten
Herr Spahn hat - genau wie die SPD Führung - keine Ahnung, warum ihm die Wähler weglaufen und ist der Meinung, lediglich sein Profil schärfen zu müssen. Hier wird Politik für höchstens 10% der Bevölkerung gemacht, das ist das Problem und deswegen entwickeln sich die beiden Regierungsparteien in diese Richtung! Wer denkt, dies nur mit einer konservativen Migrationskontrolle beheben zu können, dem fehlen eine ganz erhebliche Menge Tassen im Schrank. Hier wird - aus niedersten Motiven (nämlich Gier) - der komplette soziale Zusammenhalt vernichtet und die Wahlergebnisse sind die Quittung dafür. Die Politik für das ausschließliche Wohl von Wirtschaft und Konzernen hat die breite Masse um tausende Euro pro Jahr ärmer gemacht, das läßt sich nicht beheben, indem man ein wenig an den verantwortlichen Reformen schraubt. Dafür wäre eine völlig andere Politik nötig. Fraglich ist, ob die überhaupt jemand leisten kann, aber weder Union noch SPD WOLLEN sie leisten. Und deswegen gehen sie unter!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Unsere Gesellschaft mag keine Versandverbote.

von Karl Friedrich Müller am 04.11.2018 um 10:53 Uhr

Behaupten Sie.
Einige Politiker, Krankenkassenvorstände, Schmarotzer, die meinen, nicht nur ihre (chronischen) Krankheiten bezahlt bekommen zu müssen, sondern auch noch daran verdienen wollen, Personen, die sich an die 70% Angabe hinter dem Preis gewöhnt haben, zu faul und bequem, darüber nachzudenken und einige, die tatsächlich auf Ersprarnisse angewiesen sind (das ist wieder ein Problem der Politik, nicht unseres)
Sind nicht die „Gesellschaft“. Nur ein kleiner Teil, der es schafft, sich Gehör zu verschaffen.
Es ist schon merkwürdig, dass Minderheitenmeinungen oft eine große Rolle spielen, während oft die Meinung und Wünsche vieler unter den Tisch fallen. Oder eben auch nicht. Die Meinungen werden von der Politik benutzt, ihren und den Interessen von Konzernen zu nutzen. Durchsichtig, aber nicht für alle.
Die Frage ist auch falsch gestellt:
Will die „Gesellschaft“
Ein funktionierendes Gesundheitswesen
Genügend Ärzte und Termine
Wohnortnahe Krankenhäuser und Notfallambulanzen
Hebammen
Geburtskliniken
Apotheken, nicht nur im Notfall, sondern ständig erreichbar, befragbar, helfend
Schlicht: eine gute Versorgung?
Dann muss die Gesellschaft eben Konzerne, Online „Apotheken“ aus dem Gesundheitswesen ausschließen, denen es nicht um die Gesundheit, sondern nur um die Rendite geht. Oder steigende Kurse.
Würde mich schon mal interessieren, ob KK und Politiker Überzeugungstäter sind, oder ob in Wahrheit persönliche Interessen hinter ihrem Engagement zur Apothekenvernichtung und Destabilisierung des Gesundheitswesens steckt.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Unsere Gesellschaft mag keine

von Anita Peter am 04.11.2018 um 12:42 Uhr

Chapeau, alles auf den Punkt gebracht.

Ein „Video“ ist noch kein Fahrschein ins ...

von Christian Timme am 04.11.2018 um 10:37 Uhr

Jens Spahn ... Gesundheitsminister, Kardiologe ... Kanzler? Friedrich wird ihn schon „ausmerzen“ ...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Führung?

von Christian Giese am 04.11.2018 um 10:12 Uhr

Die genannte Ungerechtigkeit hätte sich auch anders ausdrücken lassen, als "...-Verbot".

Sich so in die negative Enge drängen lassen, schafft auch nur die derzeitige ABDA-Führung.

Was für eine Führung?

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Spahn

von Conny am 04.11.2018 um 9:18 Uhr

Ich muss immernoch an die Delegierten denken, die Spahn so beklascht haben. Wir haben es einfach nicht anders verdient. Spahn hat gar kein Interesse und auch jetzt gar keine Zeit für eine vernüftige Lösung. Gut das dieser Unsympath wahrscheinlich keine Chance hat, aber wer weiss, was seinem Kumpel Max Müller noch für Ideen hat , die Überzeugungskraft für Spahn zu erhöhen. Das Buget ist jedenfalls vorhanden.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.