Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

11.11.2018, 08:00 Uhr


Es war die Woche, in der das Rx-Versandverbot wohl endgültig gestorben ist. Selbst die CSU mag nichts mehr davon wissen, verkündet ihr digitaler Avatar, die Staatssekretärin. Jetzt geht’s um einen Plan B. Bloß wie der aussieht, das wissen die Götter. Und die ABDA. Aber beide können noch nichts sagen. Was bekommen wir Apothekers anstatt? Und wie immer in Zeiten von Untergang und Apokalypse, wenn nichts als Rauch und Pulverdampf über dem Schlachtfeld aufsteigt:  Keiner weiß, wie’s weitergeht. Nur wilde Spekulationen wabern durch die Lüfte. 

5. November 2018

Vor der Wahl in Bayern versuchten die CSU und die Freien Wähler die Apothekers mit zuckersüßen Worten zu umgarnen: Ihr lieben Apotheker, durch das EuGH-Urteil seid ihr so benachteiligt, eure Existenz ist bedroht, daher lehnen wir den Versandhandel mit Rx-Arzneimitteln ab. Und – wir haben es geahnt – kaum hat die neue Bayern-Koalition die Stimmen ihrer Wähler, steht von einem Rx-Versandverbot nichts, aber auch gar nichts im Koalitionsvertrag. Klar, die Apotheke vor Ort soll erhalten bleiben  aber das war dann auch schon alles, was von den Wahlversprechen übrig geblieben ist. Mein liebes Tagebuch, was soll man davon halten? Ja, die Politik, selbst die Bayerische, will es nicht, das Rx-Versandverbot, sie geben ihm keine Chancen. Aber sie legen auch keine Vorschläge auf den Tisch, die für eine Kompensation sorgen könnten. Die Strategie der Politiker: Schmiert den Apothekers Honig ums Maul, sagt ihnen, wie toll, einmalig und unverzichtbar sie sind, gebt ihnen vielleicht ein paar Cents für den Nachtdienstfonds oder einen Euro fürs Medikationsmanagement, dann halten sie still. Mein liebes Tagebuch, geht diese Rechnung auf? 


Auch wenn wir von einer endgültigen Reform der PTA-Ausbildung noch ein wenig entfernt sind – es tut sich was! Spahn will sie! Sein Ministerium hat daher Vertreter von der Apothekengewerkschaft Adexa, vom PTA-Verband BVpta und von der ABDA zu einem Gespräch ins Ministerium eingeladen. Soll konstruktiv gewesen sein, heißt es, auch wenn die unterschiedlichen Positionen noch weit auseinander liegen: Adexa und BVpta sind für eine Verlängerung der Ausbildung auf drei Jahre, die ABDA lehnt das ab, ebenfalls die Schulleiter. Die TGL Nordrhein kann sich dagegen eine Verlängerung des PTA-Praktikums in der Apotheke vorstellen, was  jedoch bei Adexa und BVpta auf keine Gegenliebe stößt. Mein liebes Tagebuch, da kommt noch ein bisschen Arbeit auf den Bundesgesundheitsminister zu. 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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16 Kommentare

politiccccs

von Dr.Diefenbach am 12.11.2018 um 11:43 Uhr

Manchmal liest man auch das Tagebuch besser mehrmals und lässt einiges "Sich setzen".Heute lese ich mit Interesse,dass der Kollege Herzog eine kassenapothekerliche Vereinigung ins Spiel bringt.Dafür wird er erstmal eine Menge Zunder erhalten.Über dieses Thema haben wir vor Jahren in Hessen schon debattiert.Ist diese Idee so weit hergeholt??Was ist denn heute noch "FREI" bei uns?Diese schleichende Enteignung könnte ja auch von Staats wegen das Ziel haben,eines Tages den Rest der Betriebe-über Zahlen können wir nur spekulieren-"günstig zu übernehmen".Gerade werden neue Konditionen der GHs angekündigt.Die deutsche Apotheke installiert Securpharm.Ich höre noch:DAS KOSTET MAXIMAL 1500 EURO pro Apotheke-WIR sind der Vorreiter ,damit uns kein schlechteres System übergestülpt wird.NUN erfährt man,dass Griechenland und Italien sehr viel Zeit haben,einzusteigen.SINN also der Eile.?Am Apotag hörte man,dass eine AG innerhalb der ABDA Lieferengpässe erfasst,analysiert.Kostet alles viel Geld..Davon wussten viele gar nichts.Das zur Kommunikation.Nach den letzten Wahlen in Bayern und Hessen outeten sich manche Politiker.Ich denke an die Dame Bär mit ihrem Unsinn zu "Besitzstandswahrung":WO sind da Reaktionen ?Ich wählte bewusst aus den unterschiedlichsten Sektoren Beispiele,die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben,aber am Schluss eines darlegen:Dieser Beruf wird letztendlich rasend schnell umstrukturiert,bloss nehmen wir kaum daran teil.Denn die Entscheider sind nicht in Apotheken tätig.Sie agieren aus Ministerien und Verbünden heraus.Wir sprechen dafür weitgehend über das RX Versandverbot.Das bindet viel Dynamik und wird bei einem Fall durch solche Modelle wie "Landkompensation" oder mehr Geld für Notdienste oder Vergütungsmodelle für spezielle Leistungen niemals ausgeglichen!!Wir haben,das vergisst man offenbar stets,einmal(!) einige Cent erhalten.Dies in zehn,bald noch mehr Jahren,Man argumentiert mit den Betriebsergebnissen.Ich als ABDAist hätte bei jeder Sitzung den Abda-Geschäftsbericht dabei.Dort steht doch drin was los ist.Und da dies offenbar keinerlei Wirkung hat in Politik und bei sonstigen Teilnehmern an unserer "sozialen" Gesellschaft-sollte man seine Schlüsse ziehen.Es geht ja letztendlich NUR um eines:GELD.Und Macht.Schon lange nicht mehr um Bioäquivalenzen und AUC-Werte.Das zeigt sich doch am verlogenen System der Rabattverträge und Festbeträge.Und manchem mehr.Da der Stand dies gegen Amazon-Transporter und Max Moritze und ähnliche Figuren nicht durchhalten kann,komme ich wieder zum Kollegen Herzog zurück.Die Ideen sind stark diskussionsfähig.Und dass 34 Personen noch lange die Sachlage gestalten können,das ist wohl Träumerei.Eine schlanke,effektive Truppe (um Kammern in der hohen Zahl kommt man wohl zur Zeit nicht herum) mit einem SOZIALPROFI und einem WIRTSCHAFTSPROFI in Kombi mit von uns gewählten Vertretern.Das wäre uU mal bedenkenswert.Dann klappt auch mit dem Nachbarn .zB in Europa.Da hört man gar nix .

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Buchpreisbindung

von Christian Giese am 11.11.2018 um 12:45 Uhr

Wie hat denn Staatsministerin Monika Grütters das Gebot / Verbot der Buchpreisbindung umschrieben? Emotional?

Solange Jens Spahn spürbar emotional agiert, ist es doch Verantwortungspflicht der ABDA, eben auch erheblich emotional zu antworten.
Aber diesen Grenzübertritt haben sie ja (FS: "Warten auf die Politik!") hinter ihren Kaffekannen nie gelernt.

"Erst das grosse Fressen, dann die Moral!"
Ich würde mich als einer der 34 mehr als schämen!

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Das "Weihnachtsgans-Szenario" im Detail

von Wolfgang Müller am 11.11.2018 um 12:07 Uhr

Entspr. Kollege Herzogs Prognose für den Fall des Verlusts der Rx-Gleichpreisigkeit ohne vernünftige Kompensations-Maßnahmen: "Apotheken als Weihnachtsgänse auseinandergetrieben" dürfte es 2020 so aussehen:

Das Rx-Versandverbot ist nicht gekommen. In der Folge wurde sofort von großen Inlands-Apotheken geklagt, dass auch Inländer Rabatte auf Zuzahlungen geben dürfen.

In der Folge etablierte sich recht schnell ein Rabatt von um die 2 Euro pro Packung. Meist wird versucht, diesen Rabatt als Coupon-Bonus für zukünftige OTC- und Freiwahl-Käufe auszugeben. Viele aggressive, größere Vor-Ort-Apotheken geben ihn aber auch als Sofort-Barrabatt.

Der Rohertrag einer durchschnittlichen Apotheke mit 40.000 Rx-Packungen pro Jahr reduzierte sich daher um 80.000 Euro pro Jahr, einer halb so großen folglich um 40.000 Euro. Eine gewisse Kompensattion trat zeitlich versetzt durch die 350 Millionen Euro ein, die den Apotheken als Kompensation von der Politik zugestanden wurde: Im Durchschnitt ca. 17.500 Euro pro Apotheke, proportional den verkauften Rx-Packungen für die kleineren entsprechend viel weniger.

Über einen darüber hinaus gehenden „Strukturausgleich“, also eine Umverteilung von „Größer“ auf „Kleiner“, „Stadt“ auf „Land“, „Dezentrales Einkaufszentrum“ auf „Fussläufige Alleinstellungs-Kiezlage“, „Wenig BTM“ auf „Viel BTM“, „Wenig Fortbildung“ auf „Viel Fortbildung“, „Wenig Approbierte“ auf „Viele Approbierte“ usw. usf. hat man sich bis Heute nicht einigen können. Besonders auch nicht darüber, wer über diese Umverteilung dann auf welche Art kontinuierlich weiter entscheiden und sie verantwortlich durchführen soll.

Konsequenterweise haben bereits mehrere Tausend Apotheken-Inhaber/innen das Auslaufen ihres Mietvertrages genutzt, ihr Geschäft endgültig aufzugeben. Es wird geschätzt, dass sich allein aufgrund dieser aktuellen Rx-Boni-Konkurrenzlage in Abhängigkeit der Laufzeiten der Mietverträge in den nächsten ca. 3 Jahren die Zahl der Apotheken auf ca. 10.000, eher deutlich weniger, einpendeln wird.

Diese Schätz-Zahl „ca. 10.000“ ist in ihrem Bestand allerdings auch bedroht. Denn zurzeit wird einerseits von der ABDA, andererseits von den großen Versendern und Kooperationen massiv versucht, GKV-Selektivverträge für die Bindung der Rx-Abgaben an bestimmte Apotheken bzw. Apotheken-Gruppen zu erreichen. Auf diesem Weg könnten die Rx-Boni mehr oder weniger ersetzt werden, und Rabatte direkt an die GKVen fließen. Das eigentliche Ziel der ABDA bei der weiter unbeirrbaren Verfolgung von GKV-Selektivverträgen ist genau dies natürlich eigentlich nicht, sondern die erneute Etablierung eines Hausapotheken-Modells wie in den 2005er Jahren (damals "Barmer Hausapotheke", heute „ARMIN“), um mit diesem Modell das Medikationsmanagement durchführen und abrechnen zu können.

Es zeichnet sich aber eindeutig ab, dass es nicht gelingen kann, nur Selektivverträge mit den GKVen zu schließen, die Vor-Ort-Apotheken zur Kundenbindung insbesondere mit dem Medikationsmanagement und sonstiger erweiterter Pharmazeutischer Betreuung dienen. Die GKVen sehen das Medikationsmanagement genauso gut untergebracht bei den Versendern, die auch diese und andere neue Dienstleistungen leicht unter Selbstkostenpreis anbieten können, um den Zuschlag für die umfassende Rx-Belieferung zu bekommen. Im Zuge der Verhandlungen der ABDA/dem DAV mit den GKVen hat sich herausgestellt, dass die Durchführung des flächendeckenden Medikationsmanagements im Rahmen von GKV-Selektivverträgen (anstatt mit einer Honorarordnung, z. B. auf Überweisungsschein in echten Bedarfsfällen), in einer durchschnittlichen Apotheke wegen der marginalen Bezahlung und dem stark erhöhten Personalbedarf zu Defiziten von deutlich mehr als 50.000 Euro im Jahr führen wird.

Sollten diese Bemühungen der ABDA, der Versender und großen Kooperationen um GKV-Rx-Selektivverträge Erfolg haben, könnte in Kürze eine Schließungswelle drohen, die die Prognose für die Anzahl der verbleibenden herkömmlichen Apotheken „ca. 10.000“ extrem optimistisch erscheinen lassen wird.

Fazit: Im Gegensatz zu Reinhard Herzog bin ich der Meinung, dass eine in den nächsten Wochen und Monaten mit unserer Unterstützung doch noch erstarkende ABDA das Ströh´sche "Golden Goal" zur Rettung der Rx-Gleichpreisigkeit noch erzielen MÜSSTE.

Scheitert "unsere" Berufspolitik, wäre mir ein Apotheken-Edeka auch lieber als alles andere. Vielleicht dann mal ohne all die bisherigen Lebenslügen und Trutschereien unserer ja dann doch offensichtlich nicht rechtzeitig, und wahrscheinlich sowieso überhaupt nicht mehr zu sanierenden zünftischen Strukturen.

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AW: Das "Weihnachtsgans-Szenario"

von Karl Friedrich Müller am 11.11.2018 um 13:24 Uhr

Selektivverträge sind kollektiver Selbstmord.
Wie kann die ABDA überhaupt nur daran denken?

AW: Das "Weihnachtsgans-Szenario"

von Wolfgang Müller am 11.11.2018 um 16:01 Uhr

Das Problem ist vor Allem: "Die ABDA" kann sich wohl noch nicht dazu durchringen, sich im Zuge der derzeitigen Existenz-Diskussion vehement und offen gegen GKV-Rx-Selektivverträgen zu positionieren. Um das mit Abstand Schlimmste in dem ganzen Rx-Boni-Elend zu verhindern.

Weil sie immer noch fälschlicherweise glaubt, GKV-Rx-Selektivverträge für "Das Medikationsmanagement" zwingend zu brauchen. Weil eben "ARMIN" auf einer Art Hausapotheken-Vertrag basiert. Und andernorts bereits etablierte Alternativen für MM nicht ausreichend ausdauernd und wohlwollend geprüft wurden (z. B. Medikationsmanagement als quasi "fachärztliche" Leistung auf Überweisungsschein).

DAS killt uns mit Sicherheit fast Alle, wenn "Die ABDA" die Rx-Boni frei werden lässt, UND sich sogar ABSICHTLICH ganz im Sinne von DocMorris und den GKVen auch noch gleichzeitig die Möglichkeit von GKV-Rx-Selektivverträgen ins gleiche Gesetz schreiben lässt.

Fehler

von Reinhard Rodiger am 11.11.2018 um 11:58 Uhr

"Wir"(= unsere Führung) machen gerade viele Fehler :

-nicht die Versandergebnisse in anderen Märkten transparent zu machen und die erwartbaren Folgen bei uns zu benennen
- die Verlustrisiken / Kostenfragen auszuklammern bzw klein zu reden
-die Vorteilsnahme des Versands nicht zu herauszuarbeiten (Wild West - Spahnvorlage)
-die Gründe für nicht zwingendes Krötenschlucken zu verdrängen
-die Priorität für Elitetätigkeiten vor Überlebensnotwendigkeiten, nicht in Frage zu stellen
-die Erfahrungen mit Digitalisierung in anderen Ländern mit ihren Risiken akribisch zu bewerten
- die sozialen Folgen der Zerstörung der Infrastruktur deutlich zu benennen
-die Wirkungen der zu ökonomischen Handhabung des Gesundheitsmarktes auszublenden
-die deletären Wirkungen fehlender Preisbindung (etwa Holland) hinreichend bewusst zu machen.
-die zerstörerischen Wirkungen von Selektivverträgen als zusätzliches Machtmissbrauchsinstrument auszublenden
-den sozialen Kontext zu eng zu fassen

-und noch viel mehr ..... ohne substantielle Positionierung liegen zu lassen.

All das ist in aller Breite mit Tiefgang zu debattieren.Das ist Führungsaufgabe .Sie wird erkenntlich nicht wahrgenommen zugunsten gewollter Unklarheiten und erkennbar nicht zu Ende gedachten "Ködern".
Durch die unverantwortlichen Geheimhaltungspraktiken, die völlige Abstinenz jeglicher substantieller Information in Verbindung mit klarer Bevorzugung von Elitezielen zu Lasten der grossen Mehrheit ist die Spur für die Politik gelegt.
Anders ausgedrückt: die Frage nach Ursache und Wirkung muss gestellt werden."Wir" sind eine wesentliche Ursache für die erlebte Missachtung.

Wo bleibt die Einbeziehung des ganzen Berufsstandes?

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Sonntachmorjen un´ nur saure Jurken

von Bernd Jas am 11.11.2018 um 11:57 Uhr

Guten Morgen Herr Ditzel,
guten Morgen liebe Knöttergemeinde,

ein grauer Holzkistensonntag wie Heute lässt so richtig die Stimmung abregnen.

Das ist so typisch deutsch, immer in der Endlosschleife und noch typischer für deutsche Apothekers: -wir haben es geahnt- Nachsatz: -aber wir lernen nicht daraus, um es beim nächsten mal besser zu wissen- .
Eines Tages werden wir vor beflissener Pflichterfüllung, wie der Aloysius vom Schlag getroffen, nur noch "luja sog i" singen dürfen und uns die Moaß endgültig abschminken.
Wenn damals für Herrn Däinghaus noch "Luft drin" war, so ist für uns das System schon lange ausgelutscht. Der letzte Blutegel wurde nach dem AMNOG an die Zytostatika-Apotheken platziert. Parole: Luft raus!
Wo Bitteschön, außer als Bittsteller für Cashback-Honorare von den KK, soll es noch blubbern? Höchstens in Form von Sprechblasen durch ständige Beschwichtigungen.
Die Hersteller Wenden sich schon diskret ab, was man an den sich immer mehr steigernden Lieferdefekten sieht, während die KK zig Milliarden horten. (An dieser Stelle: Herzlichen Gruß an den Kollegen HaRu Diefenbach; -er hat es verzweifelnd geahnt- und nicht ändern können. Nicht allein das Universum ist unendlich.)

Ach, und wo Sie Grad sagen Herr Ditzel "Cannabis gegen Cash in Apotheken, na fein".
Cannabis gibt es dann legal und ohne BTM-Rezept aus Qualitäts- und Sicherheitsaspekten in Apotheken.
Wir geben dann das Gramm für, - na sagen wir mal 30.- € ab und bekommen wie immer unsere 8,35 € dafür. Prüfen, dokumentieren das Ganze und sollen erstmal für die DC-Referenz-Substanzen ein paar tausend Euronen investieren.
Wonach wir dann wieder am Anfang wären und gerne wieder sagen können, "-wir haben es geahnt-".
Denn, wer da dann wohl am schnellsten, die meisten, mit mehr Profit und ohne lästige Prüfungen wie am Fließband Päckchen packt?

Un´ wider nüscht, nur saure Jurken!

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Weggabelungen ...

von Reinhard Herzog am 11.11.2018 um 11:03 Uhr

Gegen das Rx-VV spricht immer mehr der Zeitfaktor.

Hätte man es für die Versorgungssicherheit als so relevant eingestuft - warum sind mittlerweile über zwei Jahre der gesetzgeberischen Untätigkeit ins Land gegangen? In denen der Rx-Versandhandel seinen Marktanteil kaum steigern konnte, trotz enormer Werbeaufwendungen, Boni und Inkaufnahme hoher Verluste ... das wird mit jedem Tag schwerer zu verargumentieren.

Somit stehen wir tatsächlich an einer Weggabelung. Kippt das einheitliche Rx-Packungshonorar, kippt wohl das System.

Mit Glück in eine hochregulierte Planwirtschaft mit einer de-facto-Bedarfsplanung analog den Kassenärzten. Eine kassenapothekerliche Vereinigung mit weitgehender Budgetverantwortung wäre da der beste Weg. Da kann man durchaus was daraus machen. Die Ärzte machen es vor, trotz aller Probleme im Detail.

Oder das einheitliche Packungshonorar stirbt "diskret" zugunsten einem Mischmasch aus diversen Honorarbestandteilen mit hohem Selektivvertrags-Potenzial. Und dem Potenzial, zentralisiert, ausgelagert oder gar rasch zu großen Teilen bald durch EDV-Systeme abgebildet zu werden (wie das Lieblingskind AMTS).

In letzterem Fall kann ich nur dringendst dazu raten, die Flucht nach vorne anzutreten und das ganze System an sich infrage zu stellen. Also das vermeintlich undenkbare Gespenst der Zulassung des Fremdbesitzes und die Abschaffung der heutigen AMPreisV.

Ich weiß wohl - ganz, ganz böse, gegen jede apothekerliche "political correctness". Aber wer dann möglicherweise so an der Wand (bzw. in der Sackgasse) steht wie die Apotheken, muss gegebenenfalls radikal die Richtung ändern.

Geht man das proaktiv-clever gestaltend (solange man noch mitgestalten kann!) und mit gutem zeitlichen Vorlauf an, könnte es die einzige Chance sein, die heutigen Apotheken noch halbwegs zu retten, indem nämlich ...

- der größere Teil sich genossenschaftlich straff organisiert ("Apotheken-EDEKA" und "Apotheken-REWE", Noweda und Sanacorp wären die Rahmen),
- einige der Stärksten an die Börse gehen ("Apotheken-Fielmann"),
- sicher auch um die 20% bis 30% eigenständig bleiben, in Verbünden, Partnerschaftsgesellschaften u.a. organisiert,
- und somit der Marktanteil neuer Marktplayer wie Drogerie- und Lebensmittelketten deutlich unter 20% gehalten werden kann.

Und ja, wir hätten dann verhandlungsstarke, zu einem Gutteil oligopolistische Strukturen wie z.B. im Lebensmittelbereich. Schlecht für die Apotheken oder nicht viel eher eine ganz neue Herausforderung für die Kunden aka Krankenkassen?

Die Alternative lautet nämlich, dass beim Wegfall einheitlicher Rx-Preise die heutigen Apotheken wie die Weihnachtsgänse auseinandergetrieben und innerhalb einiger Jahre schlachtreif gemacht werden. Dann gibt es für die meisten den Firmenausverkauf nur noch zu Discountpreisen ...

Wer in einer solchen Situation meint, mit Betonkopf-Denken weiterzukommen, wird seinen Kopf an eben dieser Betonmauer einrammen. Und wer meint, auf Lieferanten hören zu müssen, die ihre Geschäftsmodelle auf Kosten der Apotheken davonschwimmen sehen, ist ebenfalls schlecht beraten ...

Um es musikalisch auszudrücken:
Die Apotheken haben die Wahl zwischen "Killing me softly", "Highway to hell" und "Money, money, money" ...

Und nein, ich meine es nicht böse mit den Apotheken. Es geht darum, die Zukunft (und nebenbei auch Unternehmenswerte) langfristig zu sichern. Und das geht eben nur in wirklich starken Strukturen - auf eben die eine oder andere Weise. Das mag man bedauern, ist aber Fakt. Da braucht man nur rechts und links zu schauen.

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AW: Weggabelungen

von Karl Friedrich Müller am 11.11.2018 um 11:24 Uhr

Resigniert muss ich sagen: Sie haben in allem Recht.
Es lohnt sich nicht (mehr), sich aufzuregen. Die Politik hat uns mit neoliberaler Sturheit, Alternativen Wahrheiten und einer schwachen Vertretung in die Situation gebracht, dass wir uns neu orientieren müssen.
Eines ist dann auch klar: die ABDA muss weg. Kann uns nicht mehr vertreten wollen. Neue Strukturen brauchen eine moderne und effektive Vertretung.

AW: Weglaufungen

von Bernd Jas am 11.11.2018 um 12:19 Uhr

Lieber Herr Müller,

Sie bekommen die ABDA nicht weg.
Erst müssen die Apotheken weg, dann erst verschwindet die ABDA.

Gebrauchter Polo Diesel gegen RXVV ...

von Christian Timme am 11.11.2018 um 10:28 Uhr

ABDA auf Dieselkurs?

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Linsengericht oder schlechter Ruf ?

von Christian Giese am 11.11.2018 um 10:22 Uhr

Jetzt zeigt sich, daß ein moralisch-ethischer Unterbau des Berufes nie gepflegt wurde. Sonst wüsste man, wofür man kämpfen müsste.
Die Forderung nach "Gerechtigkeit" würde das Kreuz stärken und man hätte endlich den Mut und das Einsehen, die Öffentlichkeit politisch mit einzubinden.
Aber so bleibt´s wohl beim Krötenschlucken und Linsengericht und schlechten Ruf bis auf weiteres.

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Honig ums Maul

von Conny am 11.11.2018 um 9:36 Uhr

Ja und viele Naivlinge von Apothekern, vorallem Delegierte -siehe Apothekertag, es war furchtbar,der letzte Redner, wie toll Herr Spahn doch ist z.B.—und die gesamte ABDA Gurkentruppe (der Begriff geht aber noch) wollten es nicht wahrhaben. Einzigst Frank ebert mit dem kleinen e sagte ungeschminkt was Sache ist. Er wurde gelöscht und angegriffen. Aber jetzt haben wir den Salat. Der Untergang ist von dieser politischen Klasse beschlossen wurden. So einen guten Kumpel wie Max Müller zu besitzen wollen bestimmt auch viele .Deswegen waren die Versender auch sehr ruhig, sie wussten halt Bescheid .

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AW: Conny mit dem kleinen e

von G. Wagner am 11.11.2018 um 18:00 Uhr

Hallo Conny,
Jetzt outen Sie sich doch endlich als Frank ebert mi dem kleinen e, der Sie selbst sind. Ihre Wiederholungen und.wenig reflektierten Anwürfe werden langsam peinlich.

No big deal in Sicht!

von Ulrich Ströh am 11.11.2018 um 8:40 Uhr

Fußballerisch gesprochen:

Möge es dem „kleinen Konzil“,mithin der ABDA , gelingen,
in der Nachspielzeit ein golden goal zu erzielen.

Ohne Gleichpreisigkeit und Bonusausschluss wird vielen Präsenzapotheken der vorzeitige Abpfiff in den nächsten fünf Jahren drohen !

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.

von Anita Peter am 11.11.2018 um 8:16 Uhr

Eine eigene Tarifstufe für Filialleiter ist völliger Unsinn, da die tatsächliche Verantwortung eines Filialleiters von 0%-100% schwanken kann. Je nachdem wieviel Verantwortung der Filialleiter übernimmt, kann er doch wohl sein Gehalt selbstständig aushandeln.

Bevor über alle möglichen neue Honorierungsformen diskutiert wird, sollte als erstes geklärt werden, wie Spahn die Preisbundung sicher stellt. Denn ohne diese wird es das von ihm angesprochene Wild West bald in ganz Deutschland geben. Ich bin auf seine wasserdichten Vorschläge gespannt.

Sollte auch die Preisbundung fallen, hat die Zuzahlung der Patienten als Steuerungsinstrument ausgedient. Kassenabschlag, gedeckelte Einkaufsbedingungen etc etc sind dann auch nicht mehr zu halten.

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