Türöffner-Tag in Gröbenzell

Maus-Fans in der „Apotheke für Krankenhäuser“

Gröbenzell - 04.10.2018, 17:15 Uhr


Vanillesalbe und Mausinfusionen

Dort erklärt Apothekerin Barbara Geyer, was eine Apotheke außer Infusionen noch alles herstellen kann: „Wir können Säfte, Zäpfchen, Cremes, Salben und Gele herstellen.“ Geyer fragt, wie man denn feststellen könnte, ob der Stoff, den man verarbeiten möchte, wirklich der ist, den der Arzt verschrieben hat – ein besonders unleserliches Rezept hat sie auch dabei. Schließlich sähen die Substanzen größtenteils ähnlich aus, nämlich weiß. Schmecken, wie es ein Kind vorschlägt, hält Geyer für keine gute Idee. Aber riechen wäre vielleicht eine Möglichkeit. Das kann dann auch gleich getestet werden: Es gilt, den Geruch ätherischer Öle zu erraten. Außerdem zeigt die Apothekerin, wie man den pH-Wert bestimmen kann und macht Experimente mit Wasser-Öl-Mischungen.

Zum Schluss dürfen die Kinder dann auch selbst ran. Unter der fachkundigen Aufsicht von Apothekerinnen dürfen sie eine Vanillesalbe herstellen oder eine Maus- oder Elefanteninfuison herstellen, mit Beipackzettel versteht sich, die sie als Erinnerung mit nach Hause nehmen dürfen. Eine Urkunde für die Teilnahme durfte natürlich auch nicht fehlen. 

Bereits der siebte bundesweite Türöffnertag

Dass der Bürgermeister der Gemeinde Gröbenzell, Martin Schäfer, ebenfalls dabei war und nun auch weiß, woher die Arzneimittel im Krankenhaus kommen, ging fast unter. Die Kinder standen im Mittelpunkt. Es war bundesweit bereits der siebte „Türöffnertag“. Die Idee dahinter ist, dass sich Türen öffnen, die sonst für Kinder verschlossen sind. Ins Leben gerufen wurde die Aktion „Türen auf!“ vom Westdeutschen Rundfunk anlässlich des 40. Maus-Geburtstags 2011. Alle möglichen Institutionen öffnen ihre Türen: Museen, Forschungseinrichtungen, Ateliers, Kliniken, Rechtsanwälte, Schlaflabore, Theater, Bestatter und eben auch Apotheken, zum Beispiel die Email Apotheke Dr. Winkler in Amberg, die Moritz Apotheke in Nürnberg oder die NM Vital Apotheke in Amberg. 2018 waren laut WDR-Webseite 785 Türen offen, 556 davon waren ausgebucht.

Der Bayerische Apothekerverband beispielsweise weist nach eigener Aussage schon seit einigen Jahren auf der Homepage und in den Rundschreiben auf diesen Termin hin. „Ich halte das für eine prima Möglichkeit, das Leistungsspektrum der Apotheke darzustellen. Denn das praktische Erleben vor Ort kann durch keinen Werbefilm und keine Imagebroschüre ersetzt werden“, erklärt ein Sprecher des Verbandes. „Und man erreicht vor allem Menschen aus der Nähe, da Interessierte eher keine allzu weite Anreise machen. Außerdem bietet die Veranstaltung im Vorfeld und im Nachgang die Möglichkeit zur eigenen Pressearbeit für die teilnehmenden Apotheken. Soweit mir bekannt, bietet der WDR sogar ein kleines Service-Paket dafür an.“



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

Hurra!!!

von Christiane Patzelt am 05.10.2018 um 2:15 Uhr

Ich bin bekennender Mausologe seit über 35 Jahren und finde das ganz toll, dass sich die Apotheke für die Mausianer und Elefantologen geöffnet hat!! I love it!! Die einzige Sendung, die ich nie verpasse - auch wenn Mann und Kinder mittlerweile finden, es sei etwas merkwürdig, dieses Format so zu feiern :-D
Bin ich halt kindisch, na und?

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