Arzneimitteldiebstähle in Griechenland

ABDA: Importquote ist offenes Einfallstor für Fälschungen

Berlin - 24.07.2018, 17:50 Uhr

Mit Blick auf die aktuellen Enthülllungen rund um den Arzneimittel-Händler Lunapharm fordert die ABDA, dass die Reimportquote abgeschafft wird. ( r / Foto: VAD)

Mit Blick auf die aktuellen Enthülllungen rund um den Arzneimittel-Händler Lunapharm fordert die ABDA, dass die Reimportquote abgeschafft wird. ( r / Foto: VAD)


„Die Importquote ist ein überholtes Kostendämpfungsinstrument“ 

Nach § 129 Abs. 1 Nr. 2 SGB V in Verbindung mit dem Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung sind alle Apotheken in Deutschland verpflichtet, mindestens 5 Prozent ihres Fertigarzneimittelumsatzes mit Importen zu bestreiten. Für die Quote zählen nur Importe, die entweder 15 Prozent oder 15 Euro billiger als das heimische Originalpräparat sind. Während letzteres im Gesetz steht, steht die Quote selbst im zwischen DAV und GKV-Spitzenverband geschlossenen Vertrag (§ 5).

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DAV-Chef Becker erneuert nun seine Kritik. „Die Importquote ist ein mittlerweile überholtes Kostendämpfungsinstrument, das in Zeiten der Arzneimittel-Rabattverträge kaum noch Einsparungen erzielt“. Ihre Erfüllung verursache nicht nur erheblichen bürokratischen Aufwand in der Apotheke, sondern gefährde vor allem die Arzneimittelsicherheit für die Patienten, so Becker weiter. Denn: „Leider sind Chargenrückrufe bei Importarzneimitteln keine Einzelfälle. Lange und grenzüberschreitende Lieferketten erhöhen das Risiko für das Einschleusen von gestohlenen und gefälschten Medikamenten. Jeder Apotheker braucht den Spielraum, um sich bei Sicherheitsbedenken im Einzelfall gegen ein Importmedikament entscheiden zu können.“

Die ABDA verweist auf Berechnungen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI), wonach im Jahr 2017 genau 6,1 Millionen rezeptpflichtige Arzneimittel im Wert von 1,7 Milliarden Euro gemäß gesetzlicher Importquote an gesetzlich versicherte Patienten abgegeben wurden. Mit 4,8 Prozent wurde die Importquote im Durchschnitt aller Apothekenumsätze knapp erreicht. Gespart haben die Kassen damit – unter Berücksichtigung der Herstellerabschläge – nur 120 Millionen Euro. Zum Vergleich: Mit den Rabattverträgen sparte die GKV im Jahr 2017 genau 4 Milliarden Euro ein. 



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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1 Kommentar

gestohlene Krebsmedikamente

von Gunter Kowalski am 25.07.2018 um 11:15 Uhr

Die Geschichte um die gestohlenen griechischen Arzneimittel beruht auf einem anonymen Brief, der vermutlich von Novartismitarbeitern verfasst wurde. Es hat nie diese Grossdiebstähle gegebene. Tatsächlich wurden zu dieser Zeit von Novartis tausende von Ärzten und auch Politikern bestochen, um in Griechenland höhere Preise und eine Eindämmung der Reimporte durchzusetzen. diese Manöver geschehen andauernd, um den Reimportmarkt zu diffamieren und die riesigen Konzerngewinne alleine aus der Disharmonie der europäischen Märkte zu retten.
Der Polizeirummel in Griechenland ist politisch veranlasst, um den Novartisskandal zu überdecken. Es gibt bis heute keine Beweise, dass etwas gestohlen wurde und keine Anzeigen über Fehlbestände. Aber es werden Händler und Apotheker gefangen gehalten, quasi als "Beweis", die gar nichts verbrochen haben.

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