Konzentration im Onlinegeschäft

DocMorris schluckt Apo-Rot-Versandgeschäft – Stellenabbau vorprogrammiert

München - 24.05.2018, 12:45 Uhr

Der EU-Versender DocMorris übernimmt das Versandgeschäft der deutschen Versandapotheke Apo-Rot. Stellenstreichungen in Hamburg stehen an. (Foto: dpa)

Der EU-Versender DocMorris übernimmt das Versandgeschäft der deutschen Versandapotheke Apo-Rot. Stellenstreichungen in Hamburg stehen an. (Foto: dpa)


Apo-Rot: Erheblicher Wettbewerbsdruck

Als Beweggrund für diesen Schritt verweist Dumke in der Pressemitteilung darauf, dass „der erhebliche Wettbewerbsdruck und eine Gesetzeslage, die deutsche Apotheker für ihren Betrieb persönlich und alleinig haftbar macht und damit im europäischen Wettbewerb benachteiligt, mich zu diesem Schritt veranlasst“ haben. So erforderlich eine freie Wahl der Rechtsform für eine faire Chance im angespannten Markt der Versandapotheken wäre, so unzulässig sei sie hierzulande, so Dumke weiter. Dazu komme die in den europäischen Ländern unterschiedliche Rechtsprechung für die Preisgestaltung verschreibungspflichtiger Medikamente. Während niederländische Versandapotheken Kunden aus Deutschland Preisvorteile auf die Abgabe rezeptpflichtiger Arzneimittel gewähren dürften, seien den deutschen Anbietern in diesem Segment die Hände gebunden. 

Nach Angaben des Unternehmenssprechers soll mit dieser Vereinbarung keine vollständige Übernahme von Aporot durch DocMorris vorbereitet werden: „Das ist nicht der erste von zwei Schritten.“

Apo-Rot wurde 2002 gegründet

Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann hatte Dumke laut der Mitteilung Apo-Rot 2002 mit der Strategie einer Verbindung von stationärer und digitaler Apotheke gegründet und zu einer der nach eigenen Angaben „fünf erfolgreichsten deutschen Online-Apotheken“ entwickelt. Als erste Apotheke am Markt habe Apo-Rot am HV-Tisch die gleichen Preise wie im Web-Shop angeboten. An dieser Preispolitik solle sich künftig „möglichst nichts ändern“. 

Die Schweizer Zur Rose-Gruppe bezeichnet sich mit ihren Marken Zur Rose und DocMorris als Europas größte Versandapotheke. Die Kunden in Deutschland und Österreich werden hauptsächlich von Heerlen aus beliefert. Die Zur Rose-Gruppe beschäftigt an den verschiedenen Standorten mehr als 1000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 983 Millionen Schweizer Franken.

Zur Rose baut Marktstellung aus

Der Arzneimittel-Versandhandel und das Onlinegeschäft befinden sich seit Längerem im Umbruch. Da Größe und Skaleneffekte in dem Geschäft entscheidend für die Reichweite und den wirtschaftlichen Erfolg sind, liefern sich insbesondere die beiden Branchengrößen DocMorris und Shop Apotheke Europe seit geraumer Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei Übernahmen und Kooperationen. So teilte Zur Rose mit, dass die Gruppe durch die Übernahme des Apo-Rot-Versandgeschäftes den nächsten strategischen Schritt mache, die Konsolidierung im größten europäischen Versandmarkt Deutschland weiter vorantreibe und ihre führende Marktposition in Europa ausbaue.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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Eine „wirtschaftlich sinnvolle Alternative“

3 Kommentare

Mal dumm stellen ?

von gabriela aures am 24.05.2018 um 14:39 Uhr

"Nach Angaben des Unternehmenssprechers soll mit dieser Vereinbarung keine vollständige Übernahme von Aporot durch DocMorris vorbereitet werden: „Das ist nicht der erste von zwei Schritten".

1. sieht DocMo das auch so ?
2. was schert DocMo die Meinung der Verkäuferin, die nichts mehr zu sagen hat ?
3. wenn der Preis stimmt.....

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

?

von Christiane Patzelt am 24.05.2018 um 13:07 Uhr

Und das ist rechtlich alles ganz sauber, dass jetzt ein ausländischer Versender in D einsteigt? Gelten hier keine Regeln mehr, nur weil Versandapotheken aus dem Ausland auf jeder verfluchten Sponsorentafel der deutschen Parteien stehen? So kauft man sich Gesundheitsversorgung ein? Und wir vor-Ortler ziehen alle ein langes Gesicht? Wo ist hier die behördliche Aufsicht, wo bleibt euer Aufschrei Kollegen?

Ab an die Rechner, per email/Brief n Termin mit Herrn Spahn gemacht, hier geschieht gerade ein Paradigmenwechsel!!! Der Konkurrent liegt jetzt mit uns im Bett, das Messer in der Tasche!

poststelle@bmg.bund.de

Machen wir n Gruppentermin, ne Demo vorm BMG, wat weiß ich!! Oder ist bei euch alles im Lack und ich bin nur hysterisch?
Leute....

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Paradigmenwechsel ?

von gabriela aures am 24.05.2018 um 14:47 Uhr

Den kann die Politik beim besten Willen nicht erkennen.
Vielmehr wird doch nachhaltig die Wahlfreiheit der Patienten gesichert und die Versorgung aufrechterhalten.
Alles andere wäre eine völlig unerwartete Entwicklung, welche die heute Verantwortlichen auf ihren dann einträglichen, neuen Posten erfreut ,ähh... nein, natürlich erstaunt , zur Kenntnis nehmen werden.

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