Apo-Rot wird mit DocMorris verschmolzen

Erstes Quartal 2021: Zur Rose wächst weiter

Berlin - 20.04.2021, 15:45 Uhr

Der Schweizer Zur Rose Konzern macht sein Geschäft vor allem in Deutschland. (Foto: Zur Rose Group)

Der Schweizer Zur Rose Konzern macht sein Geschäft vor allem in Deutschland. (Foto: Zur Rose Group)


Die DocMorris-Konzernmutter Zur Rose Group vermeldet für das erste Quartal 2021 ein Umsatzplus von 16 Prozent. Der Versandhändler profitiert weiter von Übernahmen und von dem durch die Corona-Pandemie beschleunigten Trend zu Online-Käufen. Um noch effizienter zu werden kündigt Zur Rose an, dass das 2018 zugekaufte Arzneimittel-Versandgeschäft der Hamburger Apo-Rot-Apotheke – mittlerweile Apo-Rot B.V. – zum 30. Juni 2021 mit DocMorris verschmolzen wird.

Die Schweizer Zur Rose Gruppe hat ihre jüngsten Quartalszahlen verkündet. Laut Mitteilung kletterte der Umsatz der DocMorris-Mutter in den ersten drei Monaten 2021 im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum um 16 Prozent (in lokalen Währungen) beziehungsweise knapp 18 Prozent in Konzernwährung auf rund 503 Millionen Schweizer Franken (rund 457 MillionenEuro). Die Zahl der aktiven Kunden stieg den Angaben zufolge um 600.000 auf 11,1 Millionen.

Deutschland steht für fast 70 Prozent der Konzernerlöse

Vor allem in Deutschland konnte der Konzern kräftig zulegen: Dort stiegen die Erlöse inklusive der übernommenen Firmen Medpex und Apotal um mehr als ein Viertel. Mit knapp 340 Millionen Franken steht Deutschland für fast 70 Prozent der Konzernerlöse. Treiber waren das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten sowie mit Gesundheits- und Pflegeprodukten –und das trotz des Nachfragerückgangs nach Grippe- und Erkältungsmedikamenten. Was das Geschäft mit Rx-Arzneimitteln betrifft, so liefert Zur Rose keine Zahlen, sondern erklärt nur, dass dieses „auf Basis von Papierrezepten“ nahezu das Niveau des Vorjahrsquartals erreicht habe und damit die „hohe Kundenloyalität“ belege. Damit spielt Zur Rose offensichtlich auf Änderungen im deutschen Recht hin: Seit vergangenem Dezember darf der Versender GKV-Versicherten keine Rezeptboni mehr gewähren.

Im Heimatmarkt dagegen lag der Umsatz knapp drei Prozent unter dem Vorjahreswert – für Zur Rose ist diese Entwicklung aber „nachhaltig solid“. So hatte das Unternehmen in der Schweiz vor einem Jahr ein Rekordwachstum erzielt, weil Kunden zu Beginn der Corona-Pandemie ihre Lager aufstockten.

Sein Augenmerk richtet Zur Rose nun vor allem auf den weiteren Ausbau seiner stärksten Marke: DocMorris, nicht nur als Arzneimittelversender, sondern als Gesundheitsplattform. Das niederländische Unternehmen bekam kürzlich einen neuen Anstrich – beim Logo setzt man nun auf Herz statt  auf Kreuz – und soll sich nun mit einem umfassenden Gesundheitsangebot und europaweit positionieren. Besagte Plattform habe im ersten Quartal zusätzliche Services für Kunden und Patienten aufgeschaltet, vermeldet Zur Rose. „Neben dem direkten Zugang zu stationären Ärzten sowie zu Online-Ärzten über TeleClinic, konnten weitere Apothekenpartner gewonnen werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Zusätzlich zur Bestellung über den Versandweg stehe über diese Partner in ersten Großstädten Deutschlands nun mit Same-Day auch eine schnellere Belieferungsoption zur Verfügung.



Kirsten Sucker-Sket / dpa
redaktion@daz.online


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