Fluoride und Zahngesundheit

Zahnärzte kritisieren Karex-Werbung

Berlin - 23.01.2018, 13:30 Uhr

Zahnärzte-Gesellschaften kritisieren die Werbung von Dr. Wolff für die Zahnpasta Karex. (Abbild: karex.com)

Zahnärzte-Gesellschaften kritisieren die Werbung von Dr. Wolff für die Zahnpasta Karex. (Abbild: karex.com)


Das Unternehmen Dr. Wolff bewirbt derzeit offensiv seine Zahnpasta Karex®. Dr. Wolff stellt dabei die Frage, ob Fluoride der Gesundheit nutzen oder schaden. Karex® komme nämlich ohne aus, wie es heißt. Nun haben sich Zahnärzte-Gesellschaften dazu zu Wort gemeldet. Ihrer Meinung nach streut das Unternehmen gezielt Verunsicherungen zu Fluoriden. Die Behauptungen entbehrten der wissenschaftlichen Datenlage, kritisieren sie. 

„Nutzen oder schaden Fluoride der Gesundheit? Die neue Karex® kann darauf verzichten.“ So steht es in großen Lettern auf der Startseite von Karex geschrieben. Klickt man auf „Mehr erfahren“, gerät man auf eine Erklärseite über die öffentliche Diskussion zum Thema „Fluoride“. Dort werden neben EU-Grenzwerten verschiedene Medien sowie die „moderne Wissenschaft“ zitiert. Fluorid kommt dabei nicht gut weg, sehr wohl aber Hydroxylapatit, das in Karex® statt Fluorid zur Kariesprophylaxe enthalten ist. Am Ende findet man das Fazit: „Die Zahnpflege mit Hydroxylapatit bietet einen klinischen Kariesschutz, der vergleichbar zu konventionellen fluoridhaltigen Zahnpasten ist. Allerdings ist Hydroxylapatit ein biomimetischer Wirkstoff, wohingegen Fluoride körperfremd sind und kritisch diskutiert werden.“

Hydroxylapatit 

Hydroxylapatit ist ein hydroxyliertes Calciumphosphatsalz von hohem Härtegrad, das den Hauptbestandteil der anorganischen Substanz in Knochen und Zähnen bildet. In Zahnpflegeprodukten soll sich Hydroxylapatit mit der Zahnoberfläche verbinden und den Zahnschmelz nachhärten. Jüngst hatte auch Stiftung Warentest Mundspüllösungen, die statt Fluorid Hydroxylapatit enthielten, darunter auch die von Karex®, negativ bewertet. Dem Wunsch von Stiftung Warentest, wissenschaftliche Belege vorzulegen, dass das Phosphatsalz ähnlich effektiv wie Fluorid vor Karies schützt, seien die Hersteller offenbar nicht nachgekommen, hieß es.

Das sehen allerdings die Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ), die Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) ganz anders. In einer gemeinsamen Stellungnahme üben sie heftige Kritik an der „aggressiven Werbung“ für Karex®. Der Hersteller, Dr. Wolff aus Bielefeld, streue gezielt Verunsicherungen zu Fluoriden, kritisieren die Zahnärzte. Dies sei ein unredlicher Marketingschachzug und die Behauptungen entbehrten einer wissenschaftlichen Datenlage.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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1 Kommentar

Aha

von Felix am 29.06.2018 um 11:47 Uhr

Sehr Interresant merkwürdiger weise hat das Wissenschaftsmagazin "The Lancet" gerade hoch Offiziel genau das Gegenteil behauptet wir steht ihr zu solchen von höchster wissenschaftlicher stelle ausgesprochene Gegenbehauptungen ?

https://www.thelancet.com/journals/laneur/article/PIIS1474-4422(13)70278-3/fulltext

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