Potenzial des Asthma-IgE-Antikörpers

Hilft Omalizumab bei Nahrungsmittelallergien?

Stanford / Stuttgart - 13.12.2017, 12:55 Uhr

Omalizumab könnte wohl die Wirksamkeit einer oralen Hyposensibilisierung verbessern. (Foto: picture alliance / PantherMedia)

Omalizumab könnte wohl die Wirksamkeit einer oralen Hyposensibilisierung verbessern. (Foto: picture alliance / PantherMedia)


Omalizumab verbessert bei Kindern mit Nahrungsmittelallergien die Wirksamkeit einer oralen Immuntherapie. Schlummert weiteres Potenzial im derzeit bei allergischem Asthma und chronischer Urtikaria zugelassenen IgE-Antikörper? Wissenschaftler der Stanford University haben ihre vielversprechenden Ergebnisse im Fachmagazin Lancet vorgestellt.

Die Überlegung ist plausibel: Wirkt der IgE-Antikörper Omalizumab außer bei allergischem Asthma auch bei weiteren IgE-vermittelten Allergien, zum Beispiel auf Nahrungsmittel? Oder kann eine zusätzliche Gabe von Omalizumab das Ansprechen auf eine Hyposensibilisierung verbessern?

Mit dieser Frage beschäftigten sich Wissenschaftler der Stanford University. Sie untersuchten 48 Kinder im Alter von vier bis 15 Jahren, die aufgrund mehrerer Nahrungsmittelallergien eine orale Immuntherapie erhielten. Durchschnittlich richtete sich diese Hyposensibilisierung gegen zwei bis fünf ihrer unverträglichen Lebensmittelproteine. Verblindet und randomisiert erhielten 36 der Kinder zu Beginn der Phase-II-Studie Omalizumab, zwölf Kinder starteten mit einer subkutanen Placebotherapie. Die Omalizumab- beziehungsweise Placebobehandlung erfolgte über 16 Wochen. Zusätzlich erhielten alle Kinder nach acht Wochen eine orale Hyposensibilisierung.

Kinder profitieren vom Omalizumab bei Hyposensibilisierungen

20 Wochen nach Beendigung der Studie überprüften die Wissenschaftler den Erfolg der beiden Behandlungsregime. Wie erfolgte der Praxistest? Die Kinder aßen jeweils zwei Gramm ihrer zwei bis fünf allergieauslösenden Nahrungsmittel. Auch dieser Test lief doppelblind und placebokontrolliert. In der Omalizumab-Gruppe tolerierten mehr Kinder die maximale Dosis ihrer Allergene, nämlich 83 Prozent, während nur 33 Prozent der nur mit Hyposensibilisierung behandelten Kinder das Allergen vertrugen.

Omalizumab: weniger Nebenwirkungen bei Hyposensibilisierung

Omalizumab scheint nicht nur die Wirksamkeit einer oralen Hyposensibilisierung zu verbessern, sonder auch deren Verträglichkeit. Der Antikörper schwächte die Rate an unerwünschten Arzneimittelwirkungen ab. So litten 27 Prozent der Omalizumab-Kinder an Nebenwirkungen unter der oralen Immuntherapie. Bei den mit Placebo vortherapierten Kindern lag die Rate an unerwünschten Arzneimittelwirkungen bei 68 Prozent.


Inka Müller-Seubert, Rechtsanwältin
redaktion@DAZ.online


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