Generika

Indien will Arzneimittel-Ausgaben weiter drücken

Berlin/Mumbai - 29.05.2017, 16:45 Uhr

Ärzte sollen nach dem Willen der indischen Regierung auch bei Generika keine Handelsnamen auf Rezepte schreiben. (Foto: nik / DAZ.online)

Ärzte sollen nach dem Willen der indischen Regierung auch bei Generika keine Handelsnamen auf Rezepte schreiben. (Foto: nik / DAZ.online)


Kritik von Pharmafirmen und Ärzten

Doch laut der Nachrichtenagentur Reuters sehen nicht nur Pharmafirmen das geplante Gesetz kritisch. Während die großen Arzneimittelhersteller Generika unter Markennamen verkauften, gebe es auch viele kleine Hersteller, die die Wirkstoffnamen verwendeten – jedoch sollen diese Produkte häufig unter Qualitätsproblemen leiden. „Ich denke, der Qualitätsaspekt sollte von der Regierung unbedingt angegangen werden“, erklärte der Geschäftsführer vom Arzneimittelhersteller Cipla, Umang Vohra – „um sicherzustellen, dass alle Firmen in Indien dieselbe Qualität liefern“.

Ein offizielles Gutachten habe 2012 festgestellt, dass damals fast ein Drittel aller in den Arzneimittelvorräten der Armee gelagerten Medikamente die Standards nicht erfüllte, schreibt „Reuters“ – rund doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Und eine Studie habe im letzten Jahr gezeigt, dass rund 10 Prozent aller Arzneimittel, die über die Regierung abgegeben werden, die nötigen Anforderungen nicht eingehalten haben – während dies bei nur 3 Prozent aller in Apotheken verkauften Arzneimittel der Fall war, wo normalerweise „Marken-Generika“ verkauft werden.

„Die Idee ist sehr gut, aber die Regierung muss sicherstellen, dass hochwertige Generika verfügbar sind“, erklärte der Mumbaier Diabetologe Vijay Panikar gegenüber der Nachrichtenagentur. Er befürchtet, dass Apotheker jenes Generikum abgeben würden, bei der sie die höchste Gewinnspanne haben – „ohne sich um die Qualität zu kümmern“, fürchtet Panikar. 



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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