Bieterrennen um Stada

CVC liebäugelt mit Shanghai Pharmaceuticals als Partner

Bad Vilbel - 14.03.2017, 06:10 Uhr

Und noch mehr Interessenten: Hinter dem Bietergefecht steckt ein Anlagenotstand von Private Equity-Unternehmen. (Foto: dpa)

Und noch mehr Interessenten: Hinter dem Bietergefecht steckt ein Anlagenotstand von Private Equity-Unternehmen. (Foto: dpa)


Das seit Wochen anhaltende Bietergefecht um den Arzneimittelhersteller Stada erhält möglicherweise eine neue Facette. Angeblich soll die Investmentgesellschaft CVC Gespräche mit Shanghai Pharmaceuticals führen, um gemeinsam für das Bad Vilbeler Unternehmen zu bieten. Damit stünden sich gleich mehrere Bieterpaare gegenüber. 

Es bleibt spannend im Kampf um Stada. Nachdem kürzlich bekannt geworden war, dass sich die Finanzinvestoren Advent und Permira einerseits sowie Bain und Cinven andererseits zu Bietergruppen für eine Übernahme des Bad Vilbeler Arzneimittelherstellers zusammentun wollen, entsteht derzeit möglicherweise ein weiteres Bieterpaar: das Investmenthaus CVC Capital Partners und das chinesische Pharmaunternehmen Shanghai Pharmaceuticals Holding Co. beabsichtigen ebenfalls, sich zusammenzutun, um gemeinsam für Stada zu bieten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit der Materie vertraut sind. 

Demnach wollen die beiden Unternehmen demnächst entscheiden, ob sie ein gemeinsames Gebot abgeben. Bislang gebe es diesbezüglich aber noch keine endgültige Entscheidung. Im Übrigen habe CVC auch mit anderen asiatischen Pharmaunternehmen gesprochen, heißt es. Neben den Bieterteams von Advent und Permira sowie Bain und Cinven soll auch GIC Pte aus Singapur interessiert daran sein, als Co-Investor von Advent aufzutreten. 

Eine Kooperation mit einem Pharmaunternehmen könnte CVC helfen, bei einem Kauf von Stada höhere Kosteneinsparungen zu erzielen. Im Jahr 2015 hat CVC in das Generika- und Biosimilarunternehmen Alvogen investiert. Aufgrund seiner Portfoliostruktur könnte jedoch Advent die größten Synergien bei einer Stada-Übernahme erzielen, teilte das Bankhaus Lampe mit. 

Bietergefecht um Stada: Anlagenotstand der Private Equity-Unternehmen

Im Februar hatte Stada noch „ergebnisoffene Gespräche“ mit den Beteiligungsgesellschaften Cinven und Advent begonnen. Beide hatten angeboten, bis zu 100 Prozent des Unternehmens kaufen zu wollen, wobei Advent ein Angebot über 3,61 Milliarden Euro vorgelegt hatte. Am 25. Februar teilte Stada dann mit, künftig einen strukturierten Bieterprozess führen zu wollen. Zu diesem Zweck wurde ein Datenraum eingerichtet und die potenziellen Bieter zu einer mehrstufigen Due Diligence eingeladen. Während Cinven vergangenen Monat 56 Euro je Stada-Aktie geboten hat, sollen derzeit 58 Euro im Raum stehen. 

Hinter dem Bietergefecht steckt ein Anlagenotstand von Private Equity-Unternehmen. Die verfügen vielfach zwar über eine Menge Geld, finden aber insbesondere im Pharmabereich nicht ausreichend lukrative Anlagemöglichkeiten. Stada zählt zu einem der wenigen attraktiven Übernahmeziele und wird bereits seit Jahren immer wieder ins Gespräch gebracht.

Die Aufmerksamkeit für Stada ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, nachdem Finanzinvestoren, darunter das Frankfurter Unternehmen Active Ownership Capital (AOC), bei Stada eingestiegen und wesentliche  Veränderungen im Aufsichtsrat durchgesetzt und eine stärkere Profitorientierung gefordert hatten. Die Stada-Aktie hatte daraufhin im vergangenen Jahr um 82 Prozent auf eine Börsenkapitalisierung von 3,6 Milliarden Euro zugelegt. 

Bloomberg zufolge gaben weder Stada noch CVC, Advent, Permira, Cinven und Bain Kommentare zur aktuellen Entwicklung ab. Shanghai Pharmaceuticals hatte kürzlich mitgeteilt, dass man bislang nicht formell auf andere Pharmaunternehmen zugegangen sei. 



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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