Welt-Hepatitisgipfel

Ehrgeizige Ziele im Kampf gegen Virushepatitis

Remagen - 11.09.2015, 09:00 Uhr

An Hepatitisinfektionen sterben mehr Menschen als an HIV/Aids. (Bild: waldemarus/Fotolia)

An Hepatitisinfektionen sterben mehr Menschen als an HIV/Aids. (Bild: waldemarus/Fotolia)


Bei der ersten Welt-Hepatitis-Konferenz (World Hepatitis Summit 2015) im schottischen Glasgow wurde das Ziel ausgerufen, die von Jahr zu Jahr steigenden Todesfälle durch das Hepatitis-Virus massiv zu senken. Das dreitätige Treffen Anfang September war die Antwort auf eine entsprechende Entschließung bei der letztjährigen Weltgesundheitsversammlung. Mittlerweile tötet die Virushepatitis nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr Menschen als HIV/AIDS, Tuberkulose oder Malaria und ist im Ranking der Todesursachen weltweit auf den siebten Rang geklettert.

Bis zu 1,4 Millionen Menschen sterben laut WHO und World Hepatitis Alliance (WHA) jährlich an der Infektion. Das sind 4000 Todesopfer pro Tag. Hinzu kommen mehr als 400 Millionen Frauen und Männer mit einer chronischen Infektion mit Hepatitis B oder C.

Der Entwurf der globalen Strategie zur Bekämpfung der Virushepatitis verfolgt ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2030 soll die Anzahl der neuen Fälle mit chronischer Hepatitis B und C um 90 Prozent sinken. Außerdem sollen die hierdurch ausgelösten Todesfälle um 65 Prozent reduziert werden und 80 Prozent der behandlungsfähigen  Personen mit einer chronischen Hepatitis B oder C tatsächlich die notwendige Behandlung bekommen.

Die Werkzeuge gibt es - nun müssen sie verwendet werden

„Wir haben bereits fast alle Tools, um die Virushepatitis zu beseitigen“, stellt der WHA-Präsident Charles Gore in einer Pressemitteilung anlässlich des Gipfels fest. Was wir noch nicht haben, ist das Engagement, das Know-how und die Mittel, diese Tools auch zu verwenden. Dieser Gipfel soll den Ländern das Rüstzeug an die Hand geben, um auf nationaler Ebene praktische Maßnahmen zu ergreifen.“

Dr. Gottfried Hirnschall, Direktor der WHO-Abteilung für HIV/AIDS und das Globale Hepatitis-Programm, sagte: „An der globalen Antwort auf HIV haben wir gesehen, was erreicht werden kann, wenn Regierungen, die Zivilgesellschaft, internationale Organisationen und die Privatwirtschaft zusammenarbeiten. Es ist an der Zeit, dass nun alle gemeinsam zusammen darauf hinarbeiten, die Virushepatitis als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit zu beseitigen."

Es gibt noch viel zu tun

Die Regierungen müssen im Kampf gegen die Virushepatitis noch einiges mehr tun, so das Fazit des Gipfels. Hinzu komme, dass sie von der Gesundheitspolitik so lange vernachlässigt wurde. Es gelte also zusätzlich, verlorene Zeit aufzuholen. Im Rahmen der geforderten nationalen Hepatitis-Strategien will die WHO den Ländern mit technischem Know-how sowie Workshops zur wirksamen Prävention, Überwachung, Zugang zu Behandlung usw. unter die Arme greifen. Außerdem soll der Welt Hepatitis-Gipfel in Zukunft jedes Jahr stattfinden. 


Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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