„Apotheker werden geschröpft“

Widerstand gegen ABDA-Haushaltspläne

Berlin - 17.06.2015, 11:15 Uhr

Die Haushaltspläne der ABDA laufen einigen Apothekern zuwider. (Foto: Sket)

Die Haushaltspläne der ABDA laufen einigen Apothekern zuwider. (Foto: Sket)


Der Verein Freie Apothekerschaft e.V. stößt sich an den Haushaltsplänen des ABDA-Gesamtvorstands für das nächste Jahr und fordert alle Apotheker auf, sich „gegen das Gutsherrengehabe der ABDA zu wehren“. Erneut sollten Apotheker mehr Geld „für die Machenschaften“ der ABDA „hinblättern“, kritisiert der Zusammenschluss selbstständiger Apotheker, der derzeit aus rund 170 Mitgliedern besteht. Das geplante Wachstum sei „völlig unverständlich“, betont die Vereinsvorsitzende Dr. Helma Gröschel.

Der ABDA-Gesamtvorstand befasste sich Mitte Mai unter anderem mit der Haushaltsplanung für 2016: Vorgesehen ist ein Wachstum von circa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresansatz. Grund ist nach ABDA-Angaben eine leichte personelle Aufstockung, „damit die entscheidenden Fragen der Gesundheitspolitik der nächsten Jahre wie z.B. die Themenfelder E-Health und Telematik qualifiziert bearbeitet und der Service gegenüber den Mitgliedsorganisationen verbessert werden können“. Die endgültige Entscheidung trifft am 1. Juli die ABDA-Mitgliederversammlung.

Fast eine Million Euro mehr an Beiträgen als im Vorjahr – für die Freie Apothekerschaft nicht nachvollziehbar. Sie kritisiert dieses Vorgehen „massiv“: In jedem Konzern – und nichts anderes sei die ABDA – werde zuerst an Personalkosten gespart, wenn zu wenig Geld für den kommenden Haushalt zur Verfügung stehe, kritisiert der Verein. Nicht so bei der ABDA. „Hier wird mal wieder der einzelne Apotheker, die Basis, geschröpft.“ Schließlich sei jeder Apotheker – über die „Zwangsmitgliedschaft“ in den Apothekerkammern – von der Beitragserhöhung betroffen, wenngleich er nicht direkt Mitglied sei und es auch nicht sein dürfe.

Verschwendung und zu wenig Einsatz

„Selbst wenn die Umsätze der Apotheken, an denen sich der Mitgliedsbeitrag der ABDA im Endeffekt orientiert, im letzten Jahr gestiegen sind, heißt das noch lange nicht, dass auch der Gewinn erhöht ist“, konstatiert Gröschel. Während Apotheken pro Packung honoriert würden, berechneten die Kammern ihren Zwangsbeitrag konsequent nach dem Arzneimittelumsatz. „Es gibt mit Sicherheit Einsparmöglichkeiten im 17,2 Millionen-Haushalt der ABDA, mit denen gestiegene Kosten aufgefangen werden können, ohne die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen“, ist Gröschel überzeugt.

Der Vorwurf der Freien Apothekerschaft: Die ABDA verschwende viel Geld „für sinn- und inhaltslose Werbung und einen personalen ‚Wasserkopf‘“, tue aber zu wenig, um die Situation der Apotheker zu verbessern. Sie „verbrenne“ das Geld der Apotheker. Der Verein will daher eine breite Diskussion anstoßen. Gröschel verweist zudem auf den Wunsch, konstruktiv mitzuarbeiten: Gerne würde man „Vorschläge machen, wo das Geld besser aufgehoben wäre als in den Taschen der ABDA“ – dafür müsste diese jedoch transparenter werden. „Leider kann man nicht einfach aus der ABDA austreten, aber wir sind nicht gewillt, die geldverschwenderischen Aktionen dieser Vereinigung noch länger hinzunehmen“, so das Fazit der Vereinsvorsitzenden.   


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