Ärztestatistik 2014

BÄK: Etwas mehr, aber doch zu wenig Ärzte

14.04.2015, 09:20 Uhr

Mehr Medizin-Studienplätze müssen her, meint die Bundesärztekammer. (Foto: Sebastian Gauert/Fotolia)

Mehr Medizin-Studienplätze müssen her, meint die Bundesärztekammer. (Foto: Sebastian Gauert/Fotolia)


Berlin – Im vergangenen Jahr gab es 365.247 gemeldete ärztlich tätige Mediziner – 2,2 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Dies geht aus der aktuellen Ärztestatistik der Bundesärztekammer (BÄK) hervor. Doch BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery warnt davor, sich von dem leichten Plus täuschen zu lassen: Es reiche „bei Weitem nicht aus, um die Lücken in der medizinischen Versorgung zu schließen, die sich aus einer Reihe von gesellschaftlichen Entwicklungen ergeben“.

So legen Jungmediziner zunehmend Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf, Familie und Freizeit, auf feste Arbeitszeiten und flexible Arbeitszeitmodelle. Daher wählen sie öfter eine Anstellung als dass sie sich für eine Niederlassung entscheiden. Zählte die Ärztestatistik im Jahr 1993 noch 5.397 im ambulanten Bereich angestellte Ärzte, so wuchs ihre Zahl bis zum Jahr 2014 auf 26.307. Zudem gibt es immer mehr Ärztinnen: 1991 lag der Frauenanteil noch bei 33,6 Prozent, nunmehr bei 45,5 Prozent.

Demografischer Wandel

Hinzu komme ein personeller Mehrbedarf, der aus neuen Behandlungsmöglichkeiten, vor allem aber aus dem demografischen Wandel resultiere: je älter die Bevölkerung, desto höher die Behandlungsintensität und damit die Nachfrage nach Ärzten. Doch nicht nur die Gesellschaft altert – auch die Ärzte tun es: Der Anteil der unter 35-jährigen Ärzte im Jahr 2014 lag bei 18,3 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 1993 waren noch 26,6 Prozent der Ärzte jünger als 35 Jahre. Weiterhin schrumpfte der Anteil der 40- bis 49-Jährigen von 26,6 Prozent auf 25,2 Prozent, während der Anteil der 50- bis 59-Jährigen von 28,3 Prozent auf 28,5 Prozent anstieg. Umfragen zufolge planen überdies 23 Prozent der niedergelassenen Ärzte, bis zum Jahr 2020 ihre Praxis aufzugeben.

Ab- und Zuwanderung 

Und schließlich sind da noch die in der Ärztestatistik ausgewiesenen 2.364 Ärztinnen und Ärzte, die Deutschland 2014 den Rücken kehrten. Die beliebtesten Auswanderungsländer sind wie in den Vorjahren die Schweiz (754), Österreich (285) und die USA (131). Im Gegenzug gibt es allerdings auch Zuwanderung nach Deutschland: Die Zahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärztinnen und Ärzte ist im Jahr 2014 um 3.768 auf 39.661 gestiegen, was einem Plus von 10,5 Prozent entspricht. „Gerade in ländlichen Regionen leisten die Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung. In vielen Kliniken käme es ohne sie zu erheblichen personellen Engpässen“, betont Montgomery.

Dennoch: Es reicht nicht, meint Montgomery. Besonders dringend gesucht seien Hausärzte. „Abwehren lässt sich der Ärztemangel nur, wenn es gelingt, mehr Ärztinnen und Ärzte auszubilden. Derzeit gibt es an unseren Universitäten knapp 10.000 Medizinstudienplätze. Mindestens zehn Prozent mehr wären notwendig.“


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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