Hoffnung Biosimilar?

Teure Biopharmazeutika

Berlin - 26.05.2014, 17:45 Uhr


Acht der zehn umsatzstärksten Arzneimittel sind patentgeschützte Biopharmazeutika – das zeigt eine aktuelle Auswertung von IMS Health. Dies wundert kaum: Biopharmazeutika haben einen hohen Stellenwert in der Behandlung von Krankheiten wie Krebs, Rheuma und Schuppenflechte. Doch sie haben ihren Preis. Günstiger könnte es nach Patentablauf werden, wenn Biosimilars auf den Markt kommen.

Sieben der acht Biopharmazeutika werden bis 2020 voraussichtlich ihren Patentschutz in Europa verlieren. Biosimilar-Hersteller machen sich hierfür bereit. Und sie versprechen günstigere Preise. Mag bei Biopharmazeutika der Preisverfall nach Patentablauf auch nicht so deutlich sein wie bei generischen Versionen chemischer Arzneimittel – günstiger als ihre Originale sind Biosimilars allemal. Allerdings haben sie nach wie vor Probleme, sich auf dem Markt zu etablieren.

Der Branchenverband Pro Generika weist darauf hin, dass Biosimilars das strenge europäische Zulassungsverfahren bei der EMA durchlaufen müssen, ehe sie eine Marktzulassung in Europa erhalten. Hier müssen sie ihre Gleichwertigkeit mit dem Referenz-Biopharmazeutikum nachweisen. Die nächste Hürde ist das ärztliche Verordnungsblatt. Pro Generika spricht sich hier für Verordnungsquoten aus. In Sachsen, Bremen und Westfalen-Lippe hätten sich solche auf Ebene der Kassenärztlichen Vereinigungen vereinbarten Quoten bereits bewährt. Sie seien dort so ausgestaltet, dass die Therapiefreiheit des Arztes stets gewährleistet bleibe. Gleichzeitig würden die begrenzten finanziellen Mittel für die bestmögliche Arzneimitteltherapie eingesetzt. Zudem sei vereinbart, dass bisher unbehandelte Patienten neu auf Biosimilars eingestellt werden.


Kirsten Sucker-Sket


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