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Apotheker beklagen Arzneimittel-Knappheit

Berlin - 12.02.2013, 10:44 Uhr


Antibiotika, Cholesterinsenker, Schilddrüsenhormone – viele wichtigen Arzneimittel können immer häufiger in allen Packungsgrößen nicht geliefert werden, beklagen hessische Apotheken. Dem Problem der Lieferschwierigkeiten hat sich in Hessen nun auch ein Regionalsender angenommen: In einem dreiminütigen Beitrag lässt die „hessenschau“ sowohl Apotheker als auch Krankenkassen zu Wort kommen.

Seine Kunden muss Hans Rudolf Diefenbach, stellvertretender Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes (HAV), momentan 40 bis 50 Mal pro Woche vertrösten – in extremen Fällen müssten sie mehrere Wochen auf ihre Arznei warten, betont er. Ihm bleibe dann nur das Zusammenstückeln aus mehreren – oftmals ebenfalls nicht erhältlichen – Packungen, die Rücksprache mit dem Arzt zwecks einer Umstellung oder der Austausch mit Kollegen. „Aber das sind natürlich Zustände, die in einem modernen Wirtschaftssystem eigentlich der Vergangenheit angehören sollten.“

Grund für die Knappheit sind aus Sicht der Apotheker die Rabattverträge: Häufig würden Arzneimittel wegen der zu hohen Lohnkosten nicht mehr in Deutschland oder Europa hergestellt, erklärt HAV-Sprecherin Kirsten Müller-Kuhl. Wenn in den Produktionsstätten in China oder Indien dann aber Probleme aufträten, „schlagen die natürlich voll nach Deutschland durch“, so Müller-Kuhl. Die Produktion konzentriere sich zudem auf immer weniger Firmen, weil nicht mehr alle dem Preiskampf standhalten können. So könnten Lieferschwierigkeiten nicht mehr so leicht aufgefangen werden.

Die Krankenkassen sind bekanntlich anderer Meinung – die Rabattverträge seien nicht das Problem: „Die Mengenkomponente ist Teil der Ausschreibung und es muss schriftlich bestätigt werden, dass diese vollumfänglich gewährleistet ist“, erklärt dazu die Barmer GEK Hessen schriftlich. Ansonsten würden Vertragsstrafen drohen. Aber „wäre dem tatsächlich so, dürfte es gar nicht erst zu Engpässen kommen“, hält der Kommentator dem entgegen. Apotheker machten offenbar andere Erfahrungen – „und so müssen manche Patienten in Hessen wohl weiter lange auf ihre Medikamente warten“.

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Juliane Ziegler