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Neue Zyto-Preise ab Januar

Schiedsstelle: Entscheidung zur Hilfstaxe Anfang Januar

BERLIN (ks) | Im Januar sollen die neuen Preise für parenterale Zubereitungen aus Fertigarzneimitteln in der Onkologie stehen. Die Schiedsstelle legte den Hilfstaxen-Partnern Deutscher Apothekerverband (DAV) und GKV-Spitzenverband diese Woche einen Kompromissvorschlag vor, zu dem sie sich noch schriftlich äußern können – dann wird die Entscheidung fallen. Indessen haben die gesetzlichen Krankenkassen in immer mehr Regionen Deutschlands Open-House-Verfahren für Zyto-Rabattverträge mit Herstellern angestoßen.

Am 14. Dezember trafen sich Vertreter des DAV und des GKV-Spitzen­verbands zum zweiten Mal vor der Schiedsstelle, um über neue Preise in der Anlage 3 der Hilfstaxe zu verhandeln. ABDA-Sprecher Dr. Reiner Kern erklärte im Anschluss an die Verhandlungen, dass es auch diesmal keine Entscheidung in der Sache gab. Man habe sich darauf verständigt, das Verfahren schriftlich fortzuführen.

Die Schiedsstelle um ihren Vorsitzenden Dr. Rainer Hess wollte dem Vernehmen nach noch diese Woche einen Kompromissvorschlag vorlegen, auf den dann DAV und GKV-Spitzenverband reagieren können. Entweder kommt es dann zu einer Lösung, die von beiden Seiten getragen wird – oder es muss ein echter Schiedsspruch ergehen. So oder so: Die Entscheidung wird für Januar erwartet, vermutlich bereits in der ersten Woche.

Hilfstaxenverhandlungen als Hemmschuh für Rabattverträge?

Tatsächlich warten alle Beteiligten händeringend auf Klarheit bei der Hilfstaxe. Denn so lange keiner weiß, was hier zu erwarten ist, tun sich sowohl Krankenkassen als auch Pharmaunternehmen schwer mit den nach und nach anlaufenden Open-House-Verfahren für die neuen Rabattverträge. Bislang gibt es erst in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg gemeinsame Verträge der Kassen. Sie sind seit Oktober wirksam, der Zuspruch der Hersteller ist jedoch zögerlich. Klar dürfte sein, dass die Unternehmen nicht zwei Mal zu hohen Rabatten herangezogen werden möchten.

Die nächsten Open-House-Verträge

In weiteren Regionen soll es ab Januar 2018 Open-House-Verträge geben: Im Gebiet der AOK Nordost (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) sowie in Hessen. In Baden-Württemberg sollen die Verträge im Februar starten. Bemerkenswert ist, dass in Hessen und in Baden-Württemberg die AOKen nicht mit an Bord sind.

Zuletzt haben auch die Kassen in Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt – gemeinsam als ARGE-Zytostatika, vertreten durch die AOK Niedersachsen – Open-House-Verträge ausgeschrieben. Sie beschränken sich auf 17 Wirkstoffe. Auch hier ist als frühester Vertragsstart der 1. Februar 2018 vorgesehen. Bei allen Open-House-Verträgen können die Hersteller aber auch später mit einsteigen. |

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