Rückschlag für Merck

Stimuvax fällt bei Studie durch

Darmstadt - 19.12.2012, 10:17 Uhr


Merck hat bei der Forschung nach neuen Wirkstoffen erneut einen Rückschlag erlitten. Der Krebsimpfstoff Stimuvax ist bei einer Phase-III-Studie durchgefallen. Damit kann für das Produkt erst einmal keine Zulassung beantragt werden.

Aber auch wenn der primäre Endpunkt nicht erreicht worden sei, hätten in bestimmten Untergruppen doch deutliche Behandlungseffekte beobachtet werden können, heißt es bei Merck. In den nächsten Wochen sind laut dem Unternehmen weitere Auswertungen geplant, um das potenzielle Nutzen-Risiko-Profil von L-BLP25 (Stimuvax) bei bestimmten Patientengruppen zu untersuchen. Diese Daten werden dann in den folgenden Monaten mit externen Fachleuten und Zulassungsbehörden besprochen.

Derzeit läuft in Asien eine weitere Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff, die der letzte Schritt in der klinischen Testphase vor einer möglichen Zulassung sind. Merck hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme im Pharmabereich. So wurde erst im September der Zulassungsantrag für Erbitux® wegen fehlender Daten zurückgezogen. Im Sommer 2011 hatte der Konzern den weltweiten Zulassungsprozess für Cladribin – ein Wirkstoff gegen Multiple Sklerose, von dem man sich viel erhoffte – abgebrochen.

Am Aktienmarkt kam die abermals negative Nachricht aus dem Pharmabereich nicht gut an. Das Merck-Papier verlor zuletzt mehr als drei Prozent und rutschte wieder unter die Marke von 100 Euro. Die Aktie hatte sich in den vergangenen Monaten vor allem wegen der ersten Erfolge des Sparprogramms allerdings auch deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt.

Merck hatte operativ zuletzt vor allem wegen eines starken Geschäfts mit Flüssigkristallen überzeugt. Im Pharmabereich, das den Löwenanteil zum Umsatz beiträgt, hatte die Eigentümerfamilie hinter der Merck KGaA 2011 wegen der dortigen Probleme einen Neuanfang durchgesetzt. Die Darmstädter hatten den Bereich erst 2007 mit der Übernahme des Schweizer Biotechnologieunternehmens Serono für fast elf Milliarden Euro deutlich ausgebaut.

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dpa-AFX/DAZ.online


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