Psychische Erkrankungen

Neue Gene für bipolare Störung und Schizophrenie entdeckt

Bonn - 10.10.2011, 09:23 Uhr


Ein Konsortium internationaler Forscher unter Beteiligung der Universität Bonn hat genetische Faktoren entdeckt, die zum Risiko für die bipolare Störung und Schizophrenie beitragen.

Schizophrene und bipolare Störungen sind häufig vorkommende schwere Störungen des Gehirns. Zu den Hauptsymptomen der Schizophrenie zählen anhaltender Wahn, Halluzinationen und Gedächtnisprobleme. Bipolare Störungen sind durch schwere Beeinträchtigungen der Gemütslage wie wechselnde Niedergeschlagenheit und dann wieder Euphorie charakterisiert. Diese Störungen, die jeweils etwa ein Prozent der Weltbevölkerung betreffen, treten gewöhnlich im Jugendalter oder im frühen Erwachsenenalter auf. Die Erkrankungen treten häufig familiär gehäuft auf, was auf eine Beteiligung genetischer Faktoren an der Entstehung der Krankheiten hinweist.

Bei den Studien wurden viele Hunderttausend genetische Varianten im gesamten Erbgut des Menschen gleichzeitig untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass elf Regionen im menschlichen Genom mit diesen häufigen psychiatrischen Erkrankungen assoziiert sind - darunter sechs Regionen, die bisher noch nicht bekannt waren. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass ein Teil dieser Regionen das Risiko sowohl für die bipolare Störung als auch die Schizophrenie beeinflusst. Ausgehend von den identifizierten Regionen im Genom kann man jetzt einen Einblick in die beteiligten Gene und deren Funktion erhalten.

Literatur: Ripke, s., et al.: Nature Genetics 2011, Online-Publikation doi:10.1038/ng.940


Dr. Bettina Hellwig


Das könnte Sie auch interessieren

Auswertung von Umweltdaten

Macht Luftverschmutzung psychisch krank?

Genetische Faktoren psychiatrischer Erkrankungen

Schizophrenie und bipolare Störung haben gemeinsame Ursachen

Statine, Calciumkanalblocker und Biguanide mit positiven Effekten bei psychischen Erkrankungen

Ungewöhnliche Antipsychotika

Hunde als Haustiere sollen Schizophrenie-Risiko senken

Tierisch geschützt

Überlappende Krankheitsbilder als therapeutische Herausforderung

Umdenken in der Psychiatrie