Arzneimittel und Therapie

Kurz gemeldet: Lieferschwierigkeiten bei Ferro Sanol® Tropfen | Mehr Vitamin D und Iod, weniger Natrium

Lieferschwierigkeiten bei Ferro Sanol® Tropfen

cel/dm | Ferro Sanol® Tropfen sind derzeit nicht lieferbar. Die UCB Pharma GmbH rechnet aber damit, dass der Engpass bis Ende September behoben werden kann. Als Ursache nennt UCB den Mangel eines Hilfsstoffes: Sorbitol. Alle weiteren Eisen-Präpa­rate der Ferro-Sanol®-Familie ­können Apotheken ­problemlos über den Großhandel beziehen. Ferro Sanol® Tropfen enthalten Eisen(II)-Glycinsulfat. Eisen-II-Salze sind gut wasserlöslich und werden nach oraler Gabe besser resorbiert als Eisen-III-Salze, deren Resorption durch pH-abhängige Eisenhydroxid-Präzipitation eingeschränkt werden kann. Der menschliche Körper resorbiert zweiwertiges Eisen außerdem direkt. Dreiwertiges Eisen muss er hingegen im Duodenum zunächst in zweiwertiges Eisen überführen. Ferro Sanol® Tropfen eignen sich für kleinstmögliche Dosierungen – wie Frühchen sie benötigen – und Patienten mit Schluckeinschränkungen. Besonders viele flüssige Eisenpräparate als Alternativen zu den nicht lieferbaren Tropfen mit zweiwertigen Eisenverbindungen bietet der Arzneimittelmarkt nicht. Wie auch die Tropfen enthält Ferro Sanol® Sirup zweiwertiges Eisen. Der Sirup eignet sich jedoch nur für Säuglinge ab einem Körpergewicht von fünf Kilogramm und ist für Frühchen somit nicht geeignet. Für Apothekenkunden mit Schluckbeschwerden stellt er eine Option dar. Eisen(II)-gluconat gibt es auch in Form von Brausetabletten (z. B. Lösferron®, Vitaferro®). Sie sind jedoch nicht so gut zu dosieren wie Lösungen in Tropfen- oder Sirupform. Die Vifor Pharma Deutschland GmbH bietet mit Ferrum Hausmann® Tropfen ein flüssiges Eisenpräparat an, das die dreiwertige ­Eisenverbindung Eisencarboxymaltose enthält.

Mehr Vitamin D und Iod, weniger Natrium

jb/dm | Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihren 13. Ernährungsbericht veröffentlicht. Er basiert auf Daten aus der ­bundesweiten „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS), die das ­Robert-Koch-Institut durchführt. Laut dem Bericht sind rund 30 Prozent der Erwachsenen nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Ältere gelten grundsätzlich als Risikogruppe, bei Männern ändert sich der Serumspiegel mit zunehmendem Alter aber nur geringfügig. Unter den Frauen steigt der Anteil der schlechter Versorgten mit dem Alter. Grundsätzlich unterliegt der ­Vitamin-D-Status saisonalen Schwankungen. Für Personen mit hohem Risiko für einen Vitamin-D-Mangel erachtet es die DGE als notwendig, ein Vitamin-D-­Präparat einzunehmen. Für alle anderen lautet die Empfehlung: Zwischen März und Oktober zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme unbedeckt der Sonne aussetzen. Ohne Sonnenschutz. Sonnenbrand soll natürlich vermieden werden. Ebenfalls Defizite gibt es bei der Versorgung mit Iod. Hier sind der Erhebung zufolge 30 Prozent der Bevölkerung nicht ausreichend versorgt. Ein Großteil des Iods wird über iodiertes Speisesalz aufgenommen. Nach Ansicht der DGE ist eine Speisesalz-Reduk­tion eigentlich erstrebenswert. Denn Speisesalz ist vor allem eine Quelle für Natrium, dessen Zufuhr flächendeckend zu hoch ist. Reduziert man die Speisesalz-­Zufuhr, hätte das jedoch eine noch schlechtere Iod-Versorgung zur Folge. Deshalb möchte die DGE den vermehrten Einsatz von iodiertem Speisesalz in der Lebensmittelindustrie fördern. Zudem solle über eine Anhebung des Iod-Gehalts nachgedacht werden. Eine Überversorgung drohe dabei aktuell nicht.

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