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Versicherungsschutz für Senioren

Sterbegeldversicherung "zu teuer" – Privathaftpflicht "ein Muss"

(bü). Das ist zwar eine Binsenweisheit, doch offenbar nicht bei allen Senioren präsent: Der Versicherungsbedarf von Rentnern ist geringer als der von Berufstätigen. Unnötige Policen sollten gekündigt werden.

Keinen speziellen Informationsbedarf gibt es naturgemäß für den Wegfall der Bereiche "Berufsunfähigkeit" und "Altersvorsorge". Doch seien Sterbegeldversicherungen meistens unnötig, weil "überteuert", so die Stiftung Warentest. Und auch Ausbildungsversicherungen für die Enkel finden vor denen keine Gnade: Da die Prämien nach dem Alter der Großeltern – und damit nach deren Sterblichkeitswahrscheinlichkeit – berechnet würden, werde wegen des höheren Risikos, den Oma und Opa darstellen – unnötig Geld ausgegeben.

Ebenfalls "überflüssig" oder mit ungünstigem Preis-Leistungsverhältnis ausgestattet werden angesehen: Krankentagegeldversicherungen, Reiseunfall-, Reisehaftpflicht- oder Reisegepäckversicherungen, Insassenunfallversicherungen sowie Reparatur-, Brillen und Handyversicherungen. Ein absolutes Muss sei dagegen die Privathaftpflichtversicherung. Doch gebe es große Preisunterschiede.

Die Warentester listen mehrere Tipps für Senioren auf, die sich um den idealen Versicherungsschutz Gedanken machen. Ein Auszug:

  • Weniger Hausrat heißt weniger Beitrag. Die Versicherung senkt die Prämie, wenn Rentner in eine kleinere Wohnung ziehen.

  • Die (unverzichtbare) Privathaftpflichtpolice bietet für ehrenamtliche Tätigkeiten nicht immer Schutz. Die betreffende Organisation sollte dafür einstehen.

  • Wer mit seinem Pkw bei der Kfz-Haftpflichtversicherung eine hohe Rabattstufe erreicht hat, der sollte bei einem Wechsel darauf achten, dass ein Tarif mit "Rabattretter" gewählt wird. Dann folgt nach einem Schaden keine Rückstufung.

  • Auch in hohem Alter kann noch die Krankenkasse gewechselt werden, wenn die jetzige zu teuer geworden ist (Stichwort: Zusatzbeiträge). Es gibt bei der neuen Kasse keine Wartefristen oder Leistungsausschlüsse.

  • Die private Zusatzversicherung für Zähne benötigt unter anderem derjenige, der teureren Zahnersatz wünscht, als es die Regelversorgung der Kassen vorsieht, etwa ein Implantat anstelle einer Brücke. Oder der sich nicht in der Lage sieht, die 35 bis 50 Prozent Eigenanteil, den seine gesetzliche Krankenkasse verlangen muss, zu tragen. Nicht mehr sinnvoll ist eine Zusatzversicherung für Träger künstlicher Gebisse.

  • Eine private Unfallversicherung sollte weltweit gelten, eine Versicherungssumme von 100.000 Euro und möglichst eine "350er Progression" haben. Besser ist es, wenn das Geld im Falle eines Falles in einer Summe, nicht als Rente ausgezahlt wird.

  • Und auch eine Verkehrsrechtsschutzversicherung ist empfehlenswert, da schon ein kleiner Fehler dramatische Folgen haben kann.



AZ 2011, Nr. 37, S. 7

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