Arzneimittel und Therapie

Indikationserweiterung: Atorvastatin zur Prävention kardiovaskulärer Ereigniss

Die Europäische Kommission hat für Atorvastatin (Sortis®) die EU-Zulassung erweitert und auf die Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse ausgedehnt. Damit ist Atorvastatin ab sofort auch zugelassen zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird. {te} Diese Entscheidung basiert auf den Ergebnissen aus der ASCOT-LLA-Studie und der CARDS-Studie, in denen bereits mit der niedrigsten Dosis (10 mg Atorvastatin) eine Reduktion des kardiovaskulären Risikos erreicht werden konnte.

Die Europäische Kommission hat für Atorvastatin (Sortis®) die EU-Zulassung erweitert und auf die Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse ausgedehnt. Damit ist Atorvastatin ab sofort auch zugelassen zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird. {te} Diese Entscheidung basiert auf den Ergebnissen aus der ASCOT-LLA-Studie und der CARDS-Studie, in denen bereits mit der niedrigsten Dosis (10 mg Atorvastatin) eine Reduktion des kardiovaskulären Risikos erreicht werden konnte.

Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse reduziert In der ASCOT-LLA-(Anglo-Scandinavian Cardiac Outcomes Trial-Lipid Lowering Arm)-Studie mit etwa 10.300 Patienten wurde der Effekt von Atorvastatin auf eine koronare Herzkrankheit mit tödlichem und nicht tödlichem Ausgang untersucht. Hier konnte durch die Behandlung mit 10 mg Atorvastatin bei Hypertonikern im Alter von 40 bis 79 Jahren mit normalem oder leicht erhöhtem Cholesterin und mindestens drei weiteren Risikofaktoren das relative Risiko gegenüber der Behandlung mit Placebo signifikant reduziert werden.

So lagen die Inzidenzraten unter Atorvastatin im Vergleich zu Placebo um 36% niedriger für KHK-Tod oder nicht-tödlichen Herzinfarkt und um 21% für alle kardiovaskulären Ereignisse. Koronare Ereignisse traten um 29% weniger auf und die Rate für tödlichen oder nicht-tödlichen Schlaganfall war um 27% reduziert.

In der CARDS(Collaborative Atorvastatin Diabetes Study)-Studie mit über 2800 Typ-2-Diabetiker im Alter zwischen 40 und 75 Jahren ohne kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte, die mindestens einen weiteren Risikofaktor und gering bis mäßig erhöhte Cholesterinwerte aufwiesen, kam es in der Gruppe, die mit 10 mg Atorvastatin behandelt wurde, zu einer um 37% niedrigeren Rate an schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen als unter Placebo und auch die Schlaganfall-Inzidenz wurde durch die Atorvastatin-Behandlung um 48% reduziert.

Angriffspunkt: HMG-CoA-Reduktase Atorvastatin ist ein selektiver, kompetitiver Hemmstoff der HMG-CoA-Reduktase. Dieses Enzym katalysiert geschwindigkeitsbestimmend die Umwandlung von 3-Hydroxy-3-methyl-glutaryl(HMG)-Coenzym-A zu Mevalonat, dem Vorläufer von Sterolen einschließlich des Cholesterins. In der Leber werden Triglyzeride und Cholesterin in Very-Low-Density-Lipoproteine (VLDL) eingebaut und zum weiteren Transport in periphere Gewebe an das Plasma abgegeben. Low-Density-Lipoproteine (LDL) entstehen aus VLDL und werden vorwiegend durch den Rezeptor mit hoher Affinität für LDL (LDL-Rezeptor) abgebaut.

Atorvastatin senkt die Konzentrationen von Plasma-Cholesterin und Lipoproteinen im Serum durch Hemmung der HMG-CoA-Reduktase und demzufolge der Cholesterinbiosynthese in der Leber und erhöht die Anzahl der hepatischen LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche, wodurch die Aufnahme und der Abbau von LDL beschleunigt wird. Es senkt die LDL-Produktion und die Anzahl von LDL-Teilchen. Insgesamt wird so ein tief greifender und anhaltender Anstieg der LDL-Rezeptor-Aktivität erreicht, verbunden mit einer günstigen Veränderung in der Qualität der zirkulierenden LDL-Partikel. ck

Indikation: Kardiovaskuläre Prävention

Die Senkung des Gesamt-Cholesterins, LDL-Cholesterins und Apolipoproteins B bewirkte nachweislich eine Reduktion des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse und kardiovaskulärer Todesfälle. Von den in Deutschland zugelassenen HMG-CoA-Reduktase-Hemmern Atorvastatin (Sortis®), Fluvastatin (Cranoc®, Locol®), Lovastatin (Mevinacor®), Pravastatin (Mevalotin®) und Simvastatin (Zocor®) sind – neben der Behandlung der primären Hypercholesterinämie – bisher nur Pravastatin und Simvastatin in die Prävention kardiovaskulärer Ereignisse einbezogen: Pravastatin ist das einzige Statin, das zur Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse zugelassen ist. Simvastatin darf nur im Rahmen der Sekundärprävention verordnet werden.

Pravastatin ist zugelassen

  • zur Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität zusätzlich zu einer Diät bei Patienten mit mittlerer oder schwerer Hypercholesterinämie und mit einem hohen Risiko eines ersten kardiovaskulären Ereignisses sowie darüber hinaus im Rahmen der Sekundärprävention
  • zur Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei Patienten mit einem Myokardinfarkt oder instabiler Angina pectoris in der Anamnese und erhöhten Cholesterinwerten zusätzlich zur Korrektur anderer Risikofaktoren und
  • zur Verringerung einer Post-Transplantations-Hyperlipidämie bei Patienten, die nach Organtransplantation eine immunsuppressive Therapie erhalten. Simvastatin ist zugelassen
  • zur Senkung kardiovaskulärer Mortalität und Morbidität bei Patienten mit manifester atherosklerotischer Herzerkrankung oder Diabetes mellitus, deren Cholesterinwerte normal oder erhöht sind. Laut der aktuellen Fachinformation ist Atorvastatin nur zur Primärprävention zugelassen
  • zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird.

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