Prisma

Cannabiswirkung ist Gen-abhängig

Jugendliche, die Cannabis rauchen, haben ein erhöhtes Risiko, in späteren Jahren eine Psychose zu entwickeln. Allerdings gilt dies nicht für jeden Cannabiskonsumenten, sondern nur für solche mit einer bestimmten genetischen Ausstattung.

Ein internationales Forscherteam mit Wissenschaftlern aus Neuseeland, England und den USA untersuchte Daten aus einer multidisziplinären Langzeitstudie, die an der neuseeländischen Universität Otago durchgeführt worden war. Dabei konzentrierten sie ihre Aufmerksamkeit vor allem auf das Catechol-O-Methyltransferase-Gen (COMT), da dieses eine zentrale Rolle bei der Produktion des Neutrotransmitters Dopamin spielt, dem eine entscheidende Rolle bei Schizophrenie-Erkrankungen zugerechnet wird.

Ihre Auswertung ergab, dass Personen, die über eine bestimmte Form dieses Gens verfügten, eine fast elffach erhöhte Wahrscheinlichkeit hatten, an einer Psychose zu erkranken, wenn sie in ihrer Jugend Cannabis konsumierten. Das Risiko sei vergleichbar mit der Wahrscheinlichkeit, dass Raucher, die täglich ein Päckchen Zigaretten konsumieren, in ihrem Leben an Lungenkrebs erkranken, so die Studiendurchführenden. "Unsere Ergebnisse erklären, warum der Konsum von Cannabis bei bestimmten Personen gravierende Folgen hat, während die meisten Konsumenten keine Schäden davontragen. Wir hatten dafür bereits genetische Ursachen vermutet, aber bis zu den nun vorliegenden Ergebnissen war kein Gen identifiziert worden", erklärte Prof. Dr. Richie Poulton, Leiter der Studie, in der Fachzeitschrift "Biological Psychiatry". ral

Quelle: Pressemitteilung vom australisch-neuseeländischen Hochschulverbund

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