Deutschland will EU-weite Anschaffung von Sputnik-Impfstoff

Die Corona-News des Tages

24.03.2021, 07:00 Uhr

(Bild: sdecoret / stock.adobe.com)

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Di, 23.03.2021

20:13

Prognose: Bis zu 15,3 Millionen Impfstoffdosen im April erwartet

Berlin (dpa) - Das Bundesgesundheitsministerium rechnet damit, dass die Lieferung von Corona-Impfstoff nach Ostern deutlich anzieht. Wie aus einer Prognose des Ministeriums hervorgeht, könnten allein vom 5. April bis 1. Mai bis zu 15,3 Millionen Dosen Impfstoff hinzukommen. Damit könnte die Impfkampagne deutlich Fahrt aufnehmen.

Zuvor hatten die «Bild», das Redaktionsnetzwerk Deutschland und andere Medien darüber berichtet. Das Gesundheitsministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass die Zahlen auf Prognosen beruhen und mit Unsicherheiten behaftet sind.

Der meiste Impfstoff wird der Aufstellung zufolge von Biontech/Pfizer erwartet, nämlich mehr als 2,5 Millionen Dosen pro Kalenderwoche, insgesamt mehr als 10 Millionen bis zum 1. Mai. Bei Astrazeneca wird mit einer Lieferung von insgesamt 3,84 Millionen Dosen gerechnet, bei Moderna mit 1,43 Millionen. Bis zum 22. März wurden den Angaben zufolge insgesamt mehr als 14,3 Millionen Impfstoffdosen an die Bundesländer ausgeliefert.

Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Krupp (SPD), hatte zuvor erklärt, er erwarte, dass das Impftempo in Deutschland in den kommenden Wochen durch eine Steigerung der Impfstoffproduktion im Land deutlich erhöht werden kann. «Meine Einschätzung ist, dass wir im Mai auf eine wöchentliche Produktionsrate von ungefähr sechs Millionen (Dosen) kommen können und dass die auch noch weiter steigen kann», sagte er im Podcast «Aus Regierungskreisen» der Bundesregierung.

19:59

New York: 80 000 Stadt-Angestellte sollen ab Mai zurück ins Büro

New York (dpa) - Angesichts der gut voranschreitenden Corona-Impfkampagne und des weitgehend stabilen Infektionsgeschehens holt die Millionenmetropole New York ihre Zehntausenden städtischen Angestellten ab Mai schrittweise zurück ins Büro. «Diejenigen, die nicht sowieso schon an vorderster Front im Einsatz sind, sondern in Büros arbeiten, werden ab dem 3. Mai anfangen, zurückzukommen», sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Dabei handele es sich um rund 80 000 Menschen.

«Wir werden es sicher durchführen, aber wir brauchen unsere städtischen Mitarbeiter in ihren Büros, von wo aus sie den anderen New Yorkern am besten helfen können», sagte de Blasio weiter. «Und es wird auch eine starke Botschaft darüber aussenden, wie diese Stadt sich nach vorne bewegt.»

New York war im vergangenen Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA geworden. Inzwischen hat sich das Infektionsgeschehen aber weitgehend stabilisiert, zudem haben knapp 30 Prozent der Menschen bereits zumindest eine erste Impfdosis erhalten.

18:49

Virologin Ciesek „frustriert“ von Politik - „Osterruhe“ zu kurz

Frankfurt/Hamburg (dpa) - Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hält die am Montag beschlossene «Osterruhe» für zu kurz, um die Zahl der Neuinfektionen spürbar zu reduzieren. «Ich fürchte, dass so ein kurzer Shutdown, der auch noch unterbrochen wird am Samstag, nicht den Effekt haben wird, den sich vielleicht viele vorstellen oder wünschen», sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast «Das Coronavirus-Update».

Fünf Tage umfassten nicht einmal die Inkubationszeit des Virus. Wenn sich alle daran halten würden, könnten Infektionsketten vielleicht unterbrochen werden, «aber ich halte das für zu kurz um einen starken Effekt dadurch sehen zu können». Australien, wo ein solcher Kurz-Shutdown gut funktioniert habe, könne man nicht als Argument anführen: Dort habe man zum Startzeitpunkt sehr viel weniger Infektionen gehabt, die man zudem alle habe nachverfolgen können.

Nach über einem Jahr Corona-Pandemie gab Ciesek am Dienstag im Podcast zu, von der Politik zunehmend frustriert zu sein. «Ich muss sagen, dass es mich schon frustriert, weil eigentlich genau bekannt ist, was man tun muss», sagte die Virologin auf die Frage, ob sie noch Energie habe, sich in der Politikberatung zu engagieren. Natürlich spielten in der Politik auch andere Faktoren eine Rolle, etwa Wirtschaft oder Bildung, sagte Ciesek. «Trotzdem hat man das Gefühl, dass dieser Mittelweg, dieses es allen recht machen wollen, dass es genau das ist, was viele frustriert. Das frustriert mich als Wissenschaftlerin, aber auch als Privatperson.»

Als Beispiel, was als wirksam bekannt sei und getan werden müsse, nannte Ciesek Schnelltests am Arbeitsplatz. Vor allem in Bereichen, wo Homeoffice nicht möglich sei - zum Beispiel in der Industrie, in der Nahrungsmittelherstellung oder auf Baustellen - «da macht es sehr viel Sinn, durch Testung möglichst schnell Infektionsherde zu erkennen und Infektionsketten zu durchbrechen».

Die Frankfurter Virologin wurde am Dienstag zusammen mit ihrem Berliner Kollegen Christian Drosten als «Hochschullehrer/in des Jahres» ausgezeichnet. Der Deutsche Hochschulverband (DHV) vergab die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung erstmalig an zwei Personen. Ciesek und Drosten wechseln sich bei dem wöchentlichen Podcast ab.

18:43

Johnson: Haben im Kampf gegen Coronavirus die Oberhand erlangt

London (dpa) - Der britische Premierminister Boris Johnson hält ein Jahr nach der Verhängung des ersten Lockdowns in dem Land die Pandemie für beherrschbar. Dank der Wissenschaft habe man die Oberhand im Kampf gegen das Coronavirus erlangt, sagte der konservative Politiker bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend. «Dieses Land ist vorsichtig aber unwiderruflich, Schritt für Schritt, Piks für Piks, auf dem Weg zur Rückeroberung unserer Freiheiten», so Johnson. Gleichzeitig werde eine dritte Welle, die sich auf dem europäischen Kontinent anbahne, wachsam beobachtet.

Infektionszahlen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle in Großbritannien sind weiterhin rückläufig. Erstmals seit vergangenem Sommer ist die Zahl der Todesfälle inzwischen wieder unter den Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gefallen, wie die nationale Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Infektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche wurde zuletzt mit 57 angegeben. Das ist nach Ansicht von Experten bereits teilweise dem erfolgreichen Impfprogramm zu verdanken. In Großbritannien wurden inzwischen über 28 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft. Das ist mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung. Bis Ende Juli sollen alle Erwachsenen eine erste Impfung erhalten.

Johnson erinnerte auch an die vielen Todesfälle. Für Dienstagmittag hatte er zu einer Schweigeminute aufgerufen, an der er hinter verschlossenen Türen teilgenommen hatte. Das Land werde zur rechten Zeit zusammenkommen, um den Gestorbenen und der ganzen Zeit ein dauerhaftes Denkmal zu errichten. Mehr als 126 000 Menschen sind in dem Land bisher innerhalb von vier Wochen nach einem positiven Corona-Test gestorben. Die Zahl der Sterbefälle, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein erwähnt wurde, liegt bei etwa 148 000.

18:01

Kein Impfstopp über Ostern in mehreren Bundesländern

Erfurt/Magdeburg/Wiesbaden (dpa) - Mehrere Bundesländer wollen trotz des von Bund und Ländern beschlossenen strengen Oster-Lockdowns mit Ruhetagen die Impfungen gegen das Coronavirus fortsetzen. «In Thüringen wird an Sonn- und Feiertagen geimpft. Darauf hat der MPK-Beschluss keinen Einfluss», sagte ein Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums am Dienstag auf Anfrage.

Das hessische Innenministerium teilte auf Frage ebenfalls mit, dass die Impfzentren über Ostern geöffnet bleiben. Die Anzahl der in den Impfzentren stattfindenden Termine hänge mitunter von den jeweiligen Personalplanungen vor Ort ab, erläuterte ein Sprecher. Sie könne daher unterschiedlich ausfallen. «Landesweit gilt jedoch, dass über Ostern weiter geimpft wird.»

Auch in Sachsen-Anhalt sollen die Impf- und Testzentren über Ostern geöffnet haben. «Wir wollen das Dunkelfeld aufhellen», sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag. Die weitere Öffnung der Zentren von Gründonnerstag bis Ostermontag sei mit den Landkreisen und Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte besprochen worden.



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