Länder bei Corona uneins – Saarland prescht bei Lockerungen vor

Die Corona-News des Tages

25.03.2021, 07:00 Uhr

(Bild: sdecoret / stock.adobe.com)

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Lauterbach: Sehe keinen anderen Weg als „Ausgangssperre ab 20 Uhr“ / Generelle Testpflicht bei Flug-Einreisen soll ab Sonntag gelten / Immer mehr Unternehmen setzen auf Corona-Tests für Belegschaft / Schweden empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff nur für Ältere / Europaparlament macht Weg für rasche Einführung von EU-Impfpass frei 
 

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. 
Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

Donnerstag, 25.03.2021

17:09 Uhr

Länder bei Corona uneins – Saarland prescht bei Lockerungen vor

Nach dem Verzicht auf eine bundesweite Osterruhe driften die Corona-Regelungen in den einzelnen Bundesländern immer weiter auseinander. Das Saarland kündigte am Donnerstag an, die Beschränkungen nach Ostern in einem „Modellprojekt“ weitgehend zu lockern. Andere Länder wie Bremen verschärfen die Regeln hingegen notgedrungen wieder. Die Infektionszahlen steigen vor allem bei den Jüngeren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief alle staatlichen Ebenen auf, im Kampf gegen die Pandemie besser zu werden. In einer Regierungserklärung vor dem Bundestag sagte sie: „Wenn wir uns ausruhen auf dem, was wir haben, reicht es nicht.“

Merkel hatte am Mittwoch die beiden geplanten Extra-„Ruhetage“ über Ostern, die Bund und Länder gemeinsam beschlossen hatten, wieder gekippt und um Verzeihung gebeten. Am Donnerstag zog der Bund auch die Bitte an die Kirchen zurück, über Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Grundsätzlich gilt aber weiterhin, dass sich nur zwei Haushalte mit höchstens fünf Leuten treffen dürfen. Bei mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und sieben Tagen in einer Region sollen schärfere Regeln gelten. Zudem soll von Sonntag an eine Testpflicht für Urlauber gelten, die aus dem Ausland zurückkommen - zum Beispiel aus Mallorca.

Mit der sogenannten Notbremse, wonach Lockerungen bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz über 100 zurückgenommen werden müssen, gehen die Länder unterschiedlich um. Der amtierende Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), sagte für Berlin: „Ich glaube, dass es kein gangbarer Weg ist, jetzt wieder alles zurückzudrehen, was wir uns in den letzten Tagen und Wochen an Möglichkeiten und Freiheiten erkämpft haben.“

Das Saarland will sogar deutlich lockern. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU), kündigte an, am Dienstag nach Ostern Kinos, Theater, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder zu öffnen. Wer dies nutzen will, braucht einen negativen Schnelltest, der höchstens 24 Stunden alt ist. „Es muss uns nach einem Jahr Corona-Pandemie mehr einfallen als nur zu schließen und zu beschränken“, sagte Hans. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Saarland liegt derzeit um die 70 – eine der niedrigsten bundesweit. Der bundesweite Wert betrug am Donnerstagmorgen 113,3 (Mittwoch: 108,1).

Bundesweit steigen die Infektionszahlen laut Robert Koch-Institut besonders stark bei Kindern und Jugendlichen. Vor allem in privaten Haushalten, zunehmend aber auch in Kitas, Schulen und Betrieben kommt es demnach zu Ausbrüchen. Bei Kindern bis 14 Jahren hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz in den vergangenen vier Wochen bundesweit mehr als verdoppelt. Binnen eines Tages gab es 22.657 Corona-Neuinfektionen, ein Anstieg um mehr als 5.000 im Vergleich zur Vorwoche. Die Zahl der Todesfälle stieg um 228 auf nun 75.440. Experten erwarten, dass mit dem Vorherrschen der wohl tödlicheren britischen Virusvariante voraussichtlich zunehmend Jüngere sterben.

Das Saarland ist das einzige Bundesland, das grundsätzlich öffnen will - zum Missfallen anderer. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte: „Dafür habe ich kein Verständnis. Solidarität ist keine Einbahnstraße.“ Das Saarland erhalte 80.000 zusätzliche Dosen Impfstoff, weil es dort die südafrikanische Mutation gebe. „Wie sollen andere Länder ihren Bürgern erklären, dass sie keine zusätzlichen Impfstoffe erhalten und diese Öffnungsschritte nicht gehen können?“ Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach in der „Rheinischen Post“ von einem „Experiment, das zu einer schnellen Verbreitung gefährlicherer Mutationen in Deutschland führen kann“.

Im Bundesland Bremen treten wegen hoher Infektionsraten kommende Woche wieder schärfere Regeln in Kraft. Das sogenannte Terminshopping wird ausgesetzt, Museen müssen schließen. In Bremerhaven lag die Inzidenz am Mittwoch bei 193,6. Einige andere Länder wollen an diesem Freitag beschließen, welche Corona-Beschränkungen über Ostern gelten.

Die geplante Testpflicht für Reiserückkehrer auf dem Luftweg soll nach Plänen des Gesundheitsministeriums an diesem Sonntag um 00.00 Uhr in Kraft treten. „Personen, die einen entsprechenden Testnachweis nicht vor Abreise ihrem Beförderer vorlegen können, dürfen nicht befördert werden“ , hieß es. Die Testpflicht soll - anders als bisher - auch für Heimkehrer gelten, die nicht in einem Risikogebiet waren.

Kanzlerin Merkel mahnte zu noch mehr gemeinsamen Anstrengungen. „Es werden jetzt nicht mehr 90-Jährige sein, die in den Krankenhäusern liegen. Es werden 50-, 60- und 70-Jährige sein. Und das sind Menschen mit sehr vielen Jahren Lebenserwartung.“ Bund, Länder und Kommunen müssten schauen, wo sie beim Impfen und Testen besser werden könnten. Es sei Licht am Ende des Tunnels sichtbar, auch wenn das noch einige Monate dauern werde.

Die Opposition prangerte schlechtes Krisenmanagement an. Insbesondere verlangte sie eine Verlagerung der Entscheidungen ins Parlament. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland sagte: „Freunden wir uns langsam mit dem Gedanken an, dass Lockdowns wenig bis nichts bewirken. Intelligente Hygienekonzepte bewirken etwas.“ FDP-Fraktionschef Christian Lindner sagte, „Showdown-Situationen, nächtliche Sitzungen und spontane Entscheidungen“ seien nicht zielführend.

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Amira Mohamed Ali warf Merkel vor: „Wenn Ihre Bundesregierung bei der Impfstoffbeschaffung und bei der Teststrategie nicht so kläglich versagt hätte, dann hätte diese dritte Welle entscheidend abgemildert, wenn nicht sogar vermieden werden können.“ Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte, Deutschland stecke mitten in der dritten Welle in der Sackgasse. (dpa)

17:15 Uhr 

Lauterbach: Sehe keinen anderen Weg als „Ausgangssperre ab 20 Uhr“

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich angesichts geplanter Lockerungen im Saarland und der gekippten Osterruhe für strenge Corona-Regeln ausgesprochen. „Ich sehe keinen anderen Weg, als hier mit einer Ausgangssperre ab 20 Uhr zu arbeiten, zumindest für eine befristete Zeit für zwei Wochen“, sagte er am Donnerstag im ARD-„Mittagsmagazin“. Wichtig ist nach seiner Einschätzung, vor Lockerungen zunächst Stabilität ins Infektionsgeschehen zu bekommen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch überraschend die erst kurz zuvor beschlossene Regelung zur Osterruhe gekippt und sich bei der Bevölkerung entschuldigt. Das Saarland plant nach Ostern weite Teile des öffentlichen Lebens wieder hochzufahren. Doch nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag steigen die Neuinfektionszahlen bundesweit immer weiter.

Neben Ausgangsbeschränkungen forderte Lauterbach, das Angebot an Corona-Tests auch in Betrieben auszubauen. „Sonst verlieren wir weitere zwei Wochen und haben dann Fallzahlen Mitte oder Ende April um 200 oder 300 pro Tag, und das ist sehr schwer zu stoppen.“ (dpa)

16:39 Uhr

Generelle Testpflicht bei Flug-Einreisen soll ab Sonntag gelten

Die geplante generelle Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug nach Deutschland soll ab diesem Sonntag um 0.00 Uhr gelten. Grund sei, dass Reisende und Fluggesellschaften sich darauf einstellen können, hieß es am Donnerstag aus dem Bundesgesundheitsministerium. Vorbehaltlich der Zustimmung durch das Kabinett solle die neue Einreiseverordnung an diesem Freitag veröffentlicht werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten beschlossen, dass der Bund angesichts der weltweiten Pandemie eine generelle Testpflicht vor Abflug als Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland festschreiben soll. Schon jetzt müssen Einreisende einen negativen Test vor dem Abflug vorweisen, die aus „Hochinzidenzgebieten“ mit besonders vielen Infektionen sowie Gebieten mit neuen Virusvarianten kommen.

Die generelle Neuregelung soll nun in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Kraft treten. Alle Passagiere, die per Flugzeug ab 0.00 Uhr nach Deutschland einreisen wollen, müssen sich verpflichtend vor Abreise testen lassen. Crews sind nicht betroffen, wie es im Ministerium weiter hieß. Flugreisende sollen die Kosten der Tests grundsätzlich selbst tragen. Eine Beförderung durch die Fluggesellschaft ist nur mit negativem Testnachweis gestattet. Andernfalls soll man sich nach den örtlichen Vorschriften auf eigene Verantwortung in Isolierung begeben müssen. (dpa)

15:59 Uhr

Immer mehr Unternehmen setzen auf Corona-Tests für Belegschaft

Corona-Tests gelten neben Hygieneregeln und Impfen als ein wichtiger Baustein, um die Pandemie zu bekämpfen. Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Schnelltests an. Die Politik mahnt angesichts der dritten Welle zur Eile.

Immer mehr Unternehmen in Deutschland wollen ihren Belegschaften Schnelltests zur Erkennung des Coronavirus anbieten. Der Autobauer Volkswagen etwa stellt allen Beschäftigten an seinen deutschen Standorten nach Ostern zweimal in der Woche einen Test zur Verfügung. Damit werde die Teststrategie um einen Baustein erweitert, teilte VW mit. Auch Unternehmen wie Opel oder Thyssenkrupp kündigten an, die Testangebote auszudehnen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) pochte am Donnerstag erneut darauf, dass die Wirtschaft verstärkt testen soll und verwies auf eine Selbstverpflichtung, die Anfang April endet. „Wenn nicht der überwiegende Teil der deutschen Wirtschaft (...) das muss in die Richtung 90 Prozent sein, Tests seinen Mitarbeitern anbietet, dann werden wir mit regulatorischen Maßnahmen in der Arbeitsschutzverordnung dazu vorgehen.“ Merkel kündigte eine Entscheidung für Mitte April an.

Die vermehrte Nutzung von Schnelltests gilt neben den Hygieneregeln und dem Impfen als ein Baustein im Kampf gegen die dritte Pandemiewelle, die sich bedrohlich aufbaut. Allein am Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut 22.657 Neuinfektionen. Auf der Deutschlandkarte färben sich immer mehr Städte und Kreise tiefrot, weil dort die Fallzahlen gestiegen sind. Die Hoffnungen auf Öffnungen werden damit vielerorts enttäuscht. „Je mehr wir testen, umso weniger müssen wir einschränken“, sagte Merkel.

Nach Beobachtung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks ist der Aufruf von Wirtschaftsverbänden bereits auf breite Resonanz gestoßen. Nach ersten Rückmeldungen lasse sich als Tendenz erkennen, dass rund die Hälfte der Handwerksbetriebe ihren Beschäftigten Tests anbiete oder dies bald plane, sagte eine Sprecherin. „Bei den anderen scheitert es häufig nicht am Willen, sondern an fehlenden Test-Kits.“ Eine gesetzliche Testverpflichtung sei nicht nötig.

Auch große Konzerne setzen bereits auf Tests für ihre Mitarbeiter. Die Verfügbarkeit ist allerdings auch bei ihnen eine Einschränkung.

Die Supermarktketten Aldi Nord und Aldi Süd stellen nach eigenen Angaben seit vergangener Woche allen Beschäftigten in Präsenzarbeit wöchentlich einen Selbsttest zur Verfügung. Bei Rewe ist die Verteilung der Selbsttests ebenfalls angelaufen, wie ein Sprecher sagte. Angeboten wird demnach zunächst ein Test in der Woche. Dies sei aber eine Frage der Verfügbarkeit.

Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp stellt nach eigenen Angaben ab Anfang April allen rund 56.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland zunächst ein Set mit fünf Schnelltests zur Verfügung. Opel hat nach eigenem Bekunden Zehntausende Selbsttests bestellt und will alle Beschäftigten mindestens einmal in der Woche testen, sofern sie nicht zu Hause arbeiten. Bei Daimler bekommen Mitarbeiter, die vor Ort arbeiten, laut Konzern einmal pro Woche einen Selbsttest, um sich zu Hause zu testen. 

Der Karlsruher Energieversorger EnBW bietet laut Konzernchef Frank Mastiaux schon seit geraumer Zeit Tests für „betriebskritisches Personal“ an, das beispielsweise für wichtige Infrastruktur verantwortlich ist. Ab dem 6. April sollen alle Mitarbeiter die Möglichkeit zu freiwilligen Tests bekommen.

Beim Softwarehersteller SAP werden am Stammsitz in Walldorf nach Angaben eines Sprechers schon seit Monaten denjenigen Mitarbeitern Schnelltests angeboten, die etwa bei Präsenz-Meetings auf Kollegen treffen. (dpa)

15:16 Uhr

Schweden empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff nur für Ältere

Nach Finnland und Island will auch Schweden den Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca zunächst nur bei älteren Menschen einsetzen. „AstraZeneca ist ein sehr effektiver Impfstoff“, sagte Staatsepidemiologe Anders Tegnell am Donnerstag. Bei älteren Menschen habe man nicht so viele ernsthafte Nebenwirkungen festgestellt. „Deshalb empfehlen wir den Impfstoff für Menschen, die 65 Jahre alt und älter sind.“ Weil es in den jüngeren Altersgruppen überall in Europa ernste Fälle gebe, werde man für diese Gruppe den Impfstoff weiter aussetzen, bis man mehr Erkenntnisse habe.

Wie viele andere Länder hatte Schweden den Einsatz des AstraZeneca-Mittels eingestellt, nachdem bei einigen Menschen Blutgerinnsel nach der Impfung aufgetreten waren. Ein Zusammenhang ist bislang nicht nachgewiesen. Nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zu dem Schluss kam, dass der Impfstoff sicher sei, haben die meisten Länder die Impfung mit dem Mittel wieder aufgenommen. Dänemark hatte am Donnerstag angekündigt, die Impfpause um drei Wochen zu verlängern.

In Schweden waren am Donnerstag 13.373 Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle stieg auf 773.690. Die 14-Tage-Inzidenz liegt in Schweden nun bei 644 Fälle per 100.000 Einwohner. (dpa-AFX)

15:06 Uhr

Europaparlament macht Weg für rasche Einführung von EU-Impfpass frei

Das Europaparlament hat den Weg für eine zügige Einführung eines europäischen Impfzertifikats geebnet. Am Donnerstag stimmten die Abgeordneten dafür, das Thema im Eilverfahren zu behandeln. Die EU-Kommission hatte ein solches Dringlichkeitsverfahren befürwortet, damit die Verhandlungen zwischen den Institutionen so schnell wie möglich beginnen können. Das geplante Impfzertifikat soll bereits zum Juni eingeführt werden.

Mit dem „digitalen grünen Zertifikat“ will die EU-Kommission eine gemeinsame technische Lösung der 27 EU-Staaten schaffen und aktuelle Reisebeschränkungen überwinden. Das Zertifikat soll Impfungen, Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu überstandenen Corona-Infektionen festhalten und EU-weit anerkannt werden.

Auch wenn die Abgeordneten für ein Eilverfahren stimmten, hatte es vorab teils heftige Kritik gegeben. Der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Manfred Weber (CSU), monierte etwa, der Kommissionsvorschlag sei zu spät gemacht worden. „Und jetzt kommen Sie mit einem Eilverfahren.“ Der Fraktionschef der Grünen, Philippe Lamberts, beklagte, ein solches Verfahren schränke die demokratische Debatte und Prüfung drastisch ein und sei ein Fehler. Die Abgeordneten äußerten zudem Bedenken zu Ungleichheiten durch einen Impfpass und betonten, dass der Datenschutz gewährleistet werden müsse. Neben der Arbeit an dem Impfpass müssten vor allem die Impfungen vorangetrieben werden. (dpa)

14:52 Uhr

Corona: 62 Millionen EU-Bürger mindestens einmal geimpft

Berichtigung

der dpa 2048 vom 25.03.: 62 Millionen Dosen Corona-Impfstoff in der EU verabreicht - nicht 62 Millionen Menschen geimpft. Damit wird im 2. Absatz klargestellt, dass 62 Millionen Impfstoff-Dosen verabreicht wurden, was aber nicht gleichbedeutend ist damit, dass 62 Millionen EU-Bürger geimpft wurden.

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Von den knapp 450 Millionen EU-Bürgern sind inzwischen 62 Millionen mindestens einmal gegen Corona geimpft. 18,2 Millionen Menschen haben auch ihre zweite Dosis bekommen. Die Zahlen legte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Donnerstag zum EU-Gipfel vor. Die EU-Staaten erhielten von den Pharmakonzernen bisher rund 88 Millionen Impfdosen. Zugleich gingen seit 1. Dezember 77 Millionen Dosen aus der EU in den Export.

Von den Ausfuhren erhielt allein Großbritannien 21 Millionen Dosen, davon eine Million vom Hersteller AstraZeneca und den Rest von Biontech/Pfizer, wie es ergänzend aus EU-Kreisen hieß. Die Exportzahlen sollen belegen, dass die EU viel zur Versorgung anderer Länder beigetragen hat. Seit 1. Februar gelten aber Exportkontrollen, die am Mittwoch verschärft wurden. „Zusammen werden wir sicherstellen, dass die Europäer ihren fairen Anteil an Impfstoffen bekommen“, schrieb von der Leyen auf Twitter.

Im ersten Quartal bis Ende März erwartet die EU nach von der Leyens Zahlen etwa 100 Millionen Impfdosen, davon allein 66 Millionen von Biontech/Pfizer. Der US-Hersteller Moderna ist mit 10 Millionen Impfdosen dabei. AstraZeneca soll 30 Millionen Dosen beisteuern – wobei der britisch-schwedische Hersteller ursprünglich 120 Millionen Dosen zugesagt hatte. Am Mittwoch hatte die EU-Kommission erklärt, noch sei Astrazeneca auch von den 30 Millionen weit entfernt.

Für das zweite Quartal haben Hersteller der EU den Zahlen zufolge 360 Millionen Impfdosen zugesagt. Davon sollen 200 Millionen von Biontech/Pfizer kommen, 35 Millionen von Moderna und 70 Millionen von AstraZeneca. Mit dabei sind die ersten 55 Millionen Dosen vom US-Hersteller Johnson & Johnson, dessen Impfstoff im Gegensatz zu den anderen nur einmal gegeben werden muss. (dpa-AFX)

14:44 Uhr

Forscher: Patienten vor planbaren Operationen gegen Corona impfen

Eine Corona-Impfung vor planbaren Operationen kann das Sterberisiko von Patienten laut einer Studie deutlich senken. Das schreiben Forscher unter anderem der Uniklinik Tübingen im Fachblatt „British Journal of Surgery“. Sie plädieren dafür, Menschen, vor dringend erforderlichen aber planbaren Operationen mit Priorität zu impfen, wie es in einer Mitteilung der Uniklinik von Donnerstag heißt. Das soll verhindern, dass durch OPs geschwächte Menschen an einer Corona-Infektion sterben.

Die Wissenschaftler hatten sich Daten von mehr als 56.000 Patienten aus mehreren Ländern angeschaut und kommen zu dem Schluss, dass sich das Risiko, nach einer OP zu sterben, durch eine Corona-Infektion deutlich erhöhe. Mit der vorrangigen Impfung von Menschen mit erforderlichen, aber planbaren Operationen könnten so mehr Todesfälle verhindert werden, als mit der Impfung allein nach dem Kriterium des Alters. Die Wissenschaftler schlagen deshalb vor, Menschen vor bestimmten OPs bei der Impf-Priorisierung stärker zu berücksichtigen. Ein solches Vorgehen könne zudem auch in ärmeren Ländern mit weniger Zugriff auf große Impfstoffmengen helfen, Todesfälle zu verhindern. (dpa)

14:32 Uhr

In Schleswig-Holstein ab 19. April Tourismus-Modellprojekte möglich

Schleswig-Holstein will ab 19. April touristische Modellprojekte in Gebieten mit niedrigen Corona-Zahlen ermöglichen. „Schleswig-Holstein zeigt als innovatives Tourismusland nach einem erfolgreichen Sommer 2020 anhand von konkreten Modellprojekten, dass Urlaub in Pandemiezeiten mit Auflagen und intelligenten Konzepten verantwortungsvoll möglich ist“, heißt es dazu im Konzeptpapier des Landeswirtschaftsministeriums, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach können sich Gemeinden, Kreise, kreisfreie Städte und regionale touristische Organisationen für abgegrenzte Projekte bis zum 7. April bewerben, um bei Zustimmung am 19. April starten zu können. 

Voraussetzung ist, dass in dem Gebiet innerhalb der letzten sieben Tage unter 100 Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner gemeldet worden sind. Die Angebote sollen sich unter anderem auf Ferienwohnungen, Hotels und Gastronomie beziehen. 

Zu weiteren strikten Voraussetzungen gehören strenge Schutz- und Hygienekonzepte. Alle Gäste von Beherbergungsbetrieben müssen bei Anreise einen negativen Coronatest nachweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Solche Projekte hatten Bund und Länder mit ihren jüngsten Beschlüssen ermöglicht. Der Norden hatte zuletzt mit 59,7 die bundesweit niedrigste Inzidenz. (dpa) 

14:15 Uhr / aktualisiert 14:35 Uhr

Impf-Starterpaket für Hausärzte - 3.000 Impfdosen ausgeliefert

Mecklenburg-Vorpommern hat damit begonnen, Hausärzte schrittweise in die Corona-Schutzimpfungen einzubeziehen. Wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) mitteilte, wurden am Donnerstag die ersten 3.000 dafür vorgesehenen Impfdosen des Herstellers AstraZeneca ausgeliefert. Sie würden über Apotheken und Impfzentren an die beteiligten Ärzte weitergereicht. „Die Landkreise und kreisfreien Städte sind mit dem Starterpaket beliefert. Der Anfang ist gemacht. Wir können mit den Impfungen nun weiter Stück für Stück in die Fläche gehen“, erklärte Glawe, der zuletzt wegen Problemen bei der Terminvergabe für Impfzentren und nachlassendem Impftempo Kritik zu hören bekam.

Der Impfstoff soll zunächst vor allem für die Impfung der Ärzte selbst und des Praxispersonals eingesetzt werden. Damit soll deren Schutz vor Ansteckungen sichergestellt werden, ehe die ab April angestrebte Massenimpfung in Arztpraxen beginnt. Für das medizinische Personal nicht benötigte Dosen werden für Risikopatienten genutzt. Nach dem ersten Starterpaket sollen in der kommenden Woche weitere 3.000 Impfdosen an Hausärzte gehen.

Die niedergelassenen Ärzte fordern bereits seit längerem, rasch, unbürokratisch und flächendeckend in die Impfungen gegen das Coronavirus einbezogen zu werden. Die Patienten wünschten eine wohnortnahe Beratung, Impfung und Nachsorge durch den Arzt des Vertrauens, hieß es. Nordwestmecklenburg hatte als bundesweit erster Landkreis schon vor Wochen damit begonnen, im Rahmen eines Pilotprojektes Hausärzte in die Impfkampagne einzubeziehen.

Laut Glawe könnten landesweit bis zu 1.700 Haus- und Fachärzte eingesetzt werden. Doch müsse dazu erst einmal ausreichend Impfstoff bereitstehen. Jüngsten Angaben zufolge hat Mecklenburg-Vorpommern in den ersten drei Monaten bislang rund 307.000 Impfdosen erhalten. Um die angestrebte Impfquote von etwa 70 Prozent zu erreichen, benötigt das Land für Erst- und Zweitimpfungen zusammen 2,2 Millionen Dosen. Für April wird nach Ministeriumsangaben mit der Lieferung von 300.000 Dosen gerechnet, mit deutlichen Steigerungen in den Folgemonaten.

Kritisch zum Impftempo äußerte sich auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Nach einem guten Start sei man derzeit nicht zufrieden mit dem Impftempo im Land, sagte sie am Donnerstag im Landtag. Es habe zwischenzeitlich Sorgen mit dem AstraZeneca-Impfstoff gegeben, aber auch die Hotline zur Vergabe der Impftermine ruckele. Obwohl angekündigt, gibt es in Mecklenburg-Vorpommern im Unterschied zu anderen Bundesländern bislang nicht die Möglichkeit, einen Impftermin über eine Internetseite zu buchen.(dpa/mv)

13:02 Uhr

Dänemark setzt AstraZeneca-Impfstoff weiter aus

Die dänische Regierung will den Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca vorerst nicht wieder einsetzen. „Wir verlängern die Pause um drei Wochen“, sagte Søren Brostrøm von der Gesundheitsbehörde am Donnerstag.

Der Einsatz war am 11. März gestoppt worden, nachdem eine Frau nach der Impfung an mehreren Blutgerinnseln gestorben war. Auch andere Länder berichteten von Fällen von Hirnvenenthrombosen und hatten ebenfalls die Impfung mit dem AstraZeneca-Wirkstoff ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA kam inwzischen zu dem Schluss, dass der Impfstoff sicher sei. Es werde aber eine extra Warnung vor den möglichen seltenen Blutgerinnseln hinzugefügt.

„Der AstraZeneca-Impfstoff ist aus medizinischer Sicht im Allgemeinen ein sicherer Impfstoff“, sagte Tanja Erichsen von der dänischen Arzneimittelbehörde. „Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und dem sehr ungewöhnlichen Krankheitsbild besteht, das wir gesehen haben.“ Deshalb wolle man die Ergebnisse der Untersuchung abwarten.

Die meisten Länder haben die Impfung mit dem Mittel inzwischen wieder aufgenommen. Finnland und Island wollen das Vakzin zunächst aber nur bei Menschen über 65 beziehungsweise 70 Jahren einsetzen. (dpa-AFX)

12:37 Uhr / aktualisiert 15:49 Uhr

RKI registriert mehr Corona-Fälle bei Kindern und Jugendlichen

Nach Beobachtungen des Robert Koch-Instituts scheint sich die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Ausbreitung des neuen Coronavirus zu ändern. Die Infektionszahlen stiegen in allen Altersgruppen an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, heißt es im jüngsten Online-Lagebericht des RKI. Ausbrüche beträfen momentan insbesondere private Haushalte, zunehmend aber auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld. In Alters- und Pflegeheimen, wo viele Bewohner inzwischen geimpft sind, gehen sie dagegen zurück.

„Wir sehen, dass wir im Moment eine Entwicklung haben, bei der eben mehr auch kleinere Kinder erkranken. Das ist ernst zu nehmen“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Donnerstag beim Besuch einer Berliner Kita. Ein Grund sei die ansteckendere Virusmutation. „Wir wollen durch eine gute Impfstrategie, die ja zunehmend auch die Kita-Erzieherinnen und Erzieher erreicht und durch ein gezieltes Testen auch in den Kitas den Schutz erhöhen“, ergänzte sie.

In Deutschland gibt es nach Giffeys Angaben mehr als drei Millionen Kita-Kinder. Ein Fokus auf das Testen sei mit kindgerechten Erklärungen auch bei den Kleinsten möglich, sagte sie. „Wer Kitas nicht schließen will, muss sie schützen“, ergänzte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Bei Kindern bis 14 Jahren hat sich die 7-Tage-Inzidenz nach den RKI-Daten in den vergangenen vier Wochen bundesweit mehr als verdoppelt - auf zuletzt mehr als 100 Fälle pro 100.000 Einwohner. Für Kinderärzte kann neben dem zunehmenden Öffnen von Kitas und Schulen dabei aber auch vermehrtes Testen eine Rolle spielen. Die Öffnungen seien natürlich Anlässe für Eltern, ihre Kinder testen zu lassen, sagte Reinhard Berner, Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, dem Berliner „Tagesspiegel“. „Das ist vorher einfach oft nicht geschehen, wenn das Kind zu Hause im Lockdown gehockt hat und Schnupfen hatte.“

Besonders frühzeitig zeige sich die Zunahme der registrierten Infektionsfälle in der Altersgruppe bis fünf Jahre, heißt es beim RKI. Das betreffe auch die Daten zu Ausbrüchen in Kitas. Sie stiegen rasch an. Eine ähnliche Entwicklung deute sich auch nach der Öffnung der Schulen an. Bei dieser Entwicklung spiele die zunehmende Ausbreitung der leichter übertragbaren Variante B.1.1.7 eine Rolle.

Familien und Beschäftigte sollten ihr Infektionsrisiko außerhalb von Kita oder Schule minimieren und bei Zeichen einer Erkrankung 5 bis 7 Tage zu Hause bleiben, rät die Gesundheitsbehörde. Falls es zu Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen komme, solle eine frühzeitige Schließung der Einrichtung erwogen werden, um eine weitere Ausbreitung innerhalb der Kita und in die betroffenen Familien zu verhindern.

Für Schulen empfiehlt das RKI weiterhin das Aufteilen von größeren Gruppen wie Klassen und Jahrgängen in kleinere Gruppen und die Beschränkung auf Kontakte innerhalb dieser festgelegten Gruppe. Dazu bleibt es beim Ratschlag für einen Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht sowie eine gestaffelte Öffnung nach Jahrgängen – mit Distanzunterricht für ältere Schüler. (dpa)

12:28 Uhr / aktualisiert 15:44 Uhr

Indien blockiert Exporte: Impfstofflieferung an arme Länder verzögert

Bei der weltweiten Auslieferung der Corona-Impfstoffe kommt es wegen Exportbeschränkungen in Indien zu deutlichen Verzögerungen. Das solidarische Impfprogramm Covax der Vereinten Nationen rechnet damit, dass für März und April geplante Lieferungen nicht wie erwartet ankommen werden, wie eine Sprecherin der Impfinitiative Gavi in Genf am Donnerstag sagte. Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC zeigte sich sehr besorgt, dass die Verzögerungen den Kampf gegen das Coronavirus in Afrika stark beeinträchtigen könnten.

Indien ist einer der Hauptlieferanten für Covax. Das Land ist generell als Apotheke der Welt bekannt und stellt mehr als die Hälfte aller Impfstoffe weltweit her. Covax wollte von Anfang März bis Mai insgesamt 237 Millionen Impfdosen ausliefern – mehr als 100 Millionen davon solche, die vom Serum-Institut in Indien hergestellt werden. Die Verzögerungen sollen Dutzende Millionen Dosen betreffen. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef bestätigte erwartete Lieferverzögerungen, konnte aber keine Angaben zum Umfang machen.

Hintergrund ist, dass Indien selbst Anspruch auf die Produktion des Impfstoffs erhebt. „Verzögerungen bei der Erteilung von Exportlizenzen für Impfdosen, die vom Serum-Institut hergestellt werden, beruhen auf der erhöhten Nachfrage nach Covid-19-Impfstoff in Indien“, teilte Gavi mit. Gavi-Vertreter verhandelten mit Indien über eine möglichst schnelle Lieferung der versprochenen Dosen.

Das 1,3-Milliarden-Einwohner-Land Indien steuert nach Einschätzung von Experten gerade auf eine neue Corona-Welle zu. Vor einigen Wochen wurden teils weniger als 10.000 Corona-Infektionen pro Tag erfasst, zuletzt waren es mehr als 50.000. Zudem geht in Indien die Angst vor einer neuen Corona-Variante um. In Analysen aus dem Bundesstaat Maharashtra konnten in vielen Proben zwei Mutationen nachgewiesen werden, die mit einer größeren Ansteckungsgefahr in Verbindung gebracht werden und die das Virus in die Lage versetzen, die menschliche Immunantwort zu umgehen. Diese Mutationen passen den Angaben zufolge nicht zu den bislang bekannten Virus-Varianten.

Der Chef der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, John Nkengasong, sagte für Afrika sei es sehr problematisch, wenn die Lieferung von Impfdosen verzögert wird. „Es scheint, dass wir uns einer dritten Welle nähern. Ohne schnellen Zugang zu Impfstoffen werden wir weiter vor Herausforderungen stehen, Menschen werden ums Leben kommen, und Volkswirtschaften werden weiter kämpfen.“ Die Verzögerungen könnten den Kampf gegen das Coronavirus in Afrika stark beeinträchtigen. Er fühle sich hilflos, sagte Nkengasong und warnte: „Es gibt keinen Grund, einen Krieg um Impfstoffe zu führen. Dann werden wir alle verlieren.“

Nkengasong reagierte dabei auch auf die Entwicklungen in Europa. Die EU-Kommission hatte eine am 1. Februar eingeführte Exportkontrolle am Mittwoch noch verschärft. Herstellern, die EU-Verträge nicht erfüllen, kann die Ausfuhr untersagt werden.

Viele Entwicklungsländer, darunter etliche afrikanische Staaten, können sich Impfstoffe nur eingeschränkt oder gar nicht selbst leisten und sind daher auf die Lieferungen durch Covax angewiesen. Nach Angaben der Regierung in Neu-Delhi sind bislang knapp 18 Millionen in Indien hergestellte Impfdosen an Covax geliefert worden. Weitere 40 Millionen Dosen seien außerhalb des Programms zu niedrigen Preisen ins Ausland verkauft oder verschenkt worden. In Indien selbst seien 50 Millionen Impfdosen verabreicht worden. (dpa-AFX)

12:16 Uhr

Saarland beginnt Ausstieg aus Lockdown

Das Saarland will die Corona-Maßnahmen nach Ostern in einem Modellprojekt weitreichend lockern: Vom 6. April an - dem Dienstag nach Ostern - sollen unter anderem Kinos, Theater, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussetzung sei ein negativer Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein dürfe, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag. „Wir wollen damit den Menschen eine Perspektive bieten, um gerade im Frühling wieder etwas mehr Lebensqualität genießen zu können.“

Hans sprach sich für neue Wege in der Pandemiebekämpfung aus. „Es muss uns nach einem Jahr Corona-Pandemie mehr einfallen als nur zu schließen und zu beschränken“, sagte der Regierungschef. A und O seien die Tests, mit denen wieder mehr privates und auch mehr öffentliches Leben möglich werde.

Bei privaten Treffen und Veranstaltungen im Freien sollen nach dem Osterwochenende im Saarland bis zu zehn Personen erlaubt sein. Auch Kontaktsport im Außenbereich soll dann wieder möglich sein – immer in Verbindung mit einem negativen Test. Wenn alles gut laufe, könne es weitere Öffnungsschritte nach dem 18. April geben – in der Gastronomie, beim Ehrenamt, in den Schulen.

Bund und Länder hatten beim jüngsten Corona-Gipfel beschlossen, dass die Länder in einigen ausgewählten Regionen zeitlich befristete Modellprojekte starten könnten – „mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept“, um einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu öffnen – und um dies zu untersuchen. Die Zeitspanne des Projekts im Saarland war zunächst unklar.

Es gebe viele Bundesländer, die angekündigt hätten, solche Modellregionen jetzt ausweisen zu wollen. „Wir sind aber das einzige Bundesland, dass das als Ganzes tut. Deswegen nennen wir unser Projekt auch das Saarland-Modell“, sagte Hans. Das Saarland habe dafür beste Voraussetzungen: Zum einen sei die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche – mit derzeit um die 70 eine der niedrigsten bundesweit.

Zum zweiten verfüge das kleinste Flächenland Deutschlands über eine gute Infrastruktur für Tests. Es gebe mehr als 350 Orte, an denen Bürger mehrfach die Woche kostenfreie Antigen-Schnelltests machen könnten. Zudem sei die Impfquote hoch. Bislang seien rund 150.000 Impfungen gegen das Corona-Virus vorgenommen worden, davon 110.000 Erstimpfungen. Mit einer Quote von 11,4 Prozent bei den Erstimpfungen liege das Land an der Spitze der Bundesländer, sagte Hans.

Kritik kam vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. „Der Kurs des Saarlandes ist fahrlässig. Die Modellregion im Saarland ist ein Experiment, das zu einer schnellen Verbreitung gefährlicherer Mutationen in Deutschland führen kann“, sagte er der „Rheinischen Post“. Das Saarland habe von anderen Bundesländern „mehr Impfstoff gegen Mutanten bekommen und geht jetzt ins Risiko. Das macht keinen Sinn.“ (dpa)

11:35 Uhr

AstraZeneca: Hohe Impfstoff-Wirksamkeit durch neue Daten bestätigt

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca sieht die hohe Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs durch nun aktualisierte Daten bestätigt. Das Vakzin schütze mit einer Wirksamkeit von 76 Prozent vor Covid-19, bei über 65-Jährigen betrage dieser Wert 85 Prozent, teilte das Unternehmen am frühen Donnerstagmorgen unter Berufung auf weitere Daten einer sogenannten Phase-III-Studie mit etwa 32.500 Probanden mit. Das bedeutet, dass unter den älteren Probanden einer geimpften Gruppe 85 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als unter denen einer Kontrollgruppe. Die Wirksamkeit über alle Altersgruppen hinweg in Bezug auf schwere Krankheitsverläufe liege sogar bei 100 Prozent.

Am Montag hatte das Unternehmen noch mitgeteilt, das Vakzin schütze einer neuen Untersuchung zufolge mit einer Wirksamkeit von 79 Prozent vor Covid-19. Am Dienstag hatte die US-Gesundheitsbehörde NIAID die Aussagekraft von Daten dieser Untersuchung von AstraZeneca zu dessen Impfstoff angezweifelt. AstraZeneca sagte daraufhin zu, Daten innerhalb von 48 Stunden nachzuliefern. Frühere Untersuchungen, die ebenfalls für eine gute Wirksamkeit des Präparats sprechen, zweifelte die NIAID in ihrem Statement nicht an.

AstraZeneca erklärte nun, die Untersuchungsergebnisse der Zwischenanalyse seien bestätigt worden. Der Impfstoff sei gut vertragen worden, es seien keine Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem Impfstoff festgestellt worden. AstraZeneca-Forschungschef Mene Pangalos sagte, man freue sich darauf, in den kommenden Wochen einen Zulassungsantrag für Notfallzulassungen in den USA einzureichen. Der Konzern werde die vorläufigen Ergebnisse zudem zur Veröffentlichung bei einem Fachblatt einreichen.

Das britisch-schwedische Unternehmen hat den Impfstoff namens AZD1222 zusammen mit der Universität Oxford entwickelt. Er wird seit Januar in Großbritannien in großem Stil eingesetzt.

Deutschland und mehrere andere Staaten hatten die Impfung mit dem AstraZeneca-Stoff vorerst ausgesetzt, weil mehrere Fälle mit Thrombosen in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden. Mittlerweile wird das Vakzin wieder eingesetzt. (dpa-AFX)

11:35 Uhr

Weniger Alkohol-Konsum in der Corona-Krise - Höherer Tabakverbrauch

In der Corona-Krise haben die Menschen in Deutschland weniger Alkohol getrunken als zuvor - gleichzeitig aber wohl mehr geraucht. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, das am Donnerstag Details zu Steuereinnahmen, Produktion und Preisen von Genussmitteln präsentiert hat.

Am stärksten ging demnach der Bierkonsum zurück, und zwar um 5 Liter auf 86,9 Liter pro Kopf. Das war der stärkste Einbruch seit 1993, als eine umfassende Reform der Biersteuer die Bewertungsgrundlage verändert hatte. Auch Schaumweine, Spirituosen und sogenannte Zwischenprodukte wie Sherry oder Portwein fanden etwas weniger Abnehmer als im Jahr zuvor. Zum nicht steuerpflichtigen Wein lagen noch keine Konsumzahlen vor.

Als wesentlichen Grund für die Rückgänge sehen die Experten die fehlenden Trinkgelegenheiten bei monatelang geschlossenen Gaststätten und zahlreichen abgesagten Großveranstaltungen. Hierunter litten auch die eigentlich stark im Trend liegenden alkoholfreien Sorten mit einem Produktionsrückgang um 1,8 Prozent auf 4,1 Millionen Hektoliter. Erstmals seit 2012 schrumpfte zudem die Zahl der in Deutschland ansässigen Braustätten. Sie ging um 24 auf 1528 zurück.

Wegen der schwachen Nachfrage und der in der zweiten Jahreshälfte abgesenkten Mehrwertsteuer gingen auch die Preise für Bier im Einzelhandel um 0,9 Prozent zurück. Bei den übrigen alkoholischen Getränken wurden lediglich Rot- und Roséweine leicht um 0,2 Prozent teurer als im Jahr zuvor, alle anderen wurden etwas billiger. Seit Januar 2021 beobachten die Statistiker allerdings wieder anziehende Preise für Spirituosen.

Beim Tabak stieg der versteuerte Absatz sämtlicher Produktgruppen an - mit Ausnahme der Zigaretten. Der Wert der versteuerten Tabakwaren klettert um 5,0 Prozent auf 28,8 Milliarden Euro, obwohl die Zahl der versteuerten Zigaretten um 1,1 Prozent auf 73,8 Milliarden Stück zurückging.

Trotz kräftiger Preissteigerungen wurde entgegen dem langjährigen Trend deutlich mehr Feinschnitt-Tabak versteuert. Die Statistiker vermuten, dass selbstgedrehte Zigaretten vielen Rauchern als Ersatz für die im Lockdown nur schwer erhältlichen Zigaretten aus dem Ausland dienten. Diese preisgünstigeren Zigaretten werden ebenso wie Schmuggelware nicht von der deutschen Steuerstatistik erfasst. Erneut gab es zudem hohe Zuwachsraten von 44,3 Prozent beim Pfeifentabak, der auch die Füllungen für Wasserpfeifen und Produkte für Tabakerhitzer enthält. (dpa)

11:22 Uhr

In Berlin stellt Müller schnellere Impfungen für Jüngere in Aussicht

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat schnellere Impfungen für Jüngere in Aussicht gestellt. Über kurz oder lang werde der Punkt kommen, an dem darüber geredet werden müsse, die bisherige Impfpriorisierung aufzugeben und neue Schwerpunkte zu setzen, sagte Müller in seiner Regierungserklärung am Donnerstag im Abgeordnetenhaus.

Von den Wissenschaftlern, mit denen der Senat im Gespräch sei, gebe es die Empfehlung, die Infektionsketten bei besonders mobilen Bevölkerungsgruppen zu durchbrechen. „Was heißt das eigentlich? Dass wir vielleicht jetzt darüber diskutieren müssen, ob wir als nächstes die Studierenden oder die Auszubildenden oder andere Jüngere mit reinnehmen in unsere Impfstrategie und entsprechend schneller impfen“, so der SPD-Politiker.

„Und ich weiß, was dann passiert, es wird wieder eine Diskussion geben über Privilegien und Ungerechtigkeiten“, sagte Müller, der gleichzeitig darauf hinwies, dass aktuell noch ausreichend Impfstoff fehle. „Wir verwalten hier im Moment einen Mangel. Und das machen wir, so gut es geht. Wir könnten pro Tag 20.000 Impfungen vornehmen und kommen gerade Mal auf 10.000 Impfungen“, so der Regierende Bürgermeister. „Es ist nach wie vor zu wenig Impfstoff, den wir zur Verfügung haben. Wir müssen deswegen sehen, wie wir, bis wir mehr Kapazitäten bekommen, diese Impfstoffe flexibler einsetzen.“ (dpa)

11:01 Uhr / aktualisiert 14:42 Uhr

Merkel mahnt Verbesserungen bei Pandemie-Bekämpfung an

 Angesichts der immer bedrohlicher werdenden dritten Corona-Welle hat Kanzlerin Angela Merkel zu verstärkten Anstrengungen bei der Pandemie-Bekämpfung aufgerufen. Bund, Länder und Kommunen müssten schauen, wo sie beim Impfen und Testen besser werden könnten, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. „Wenn wir uns ausruhen auf dem, was wir haben, reicht es nicht. Beim Testen nahm Merkel auch Wirtschaft und Bürger in die Pflicht. Die Opposition prangerte schlechtes Krisenmanagement an und verlangte einen Neustart mit einer Verlagerung der Entscheidungen ins Parlament.

Mit Blick auf die inzwischen dominierende britische Virus-Variante, die als erheblich gefährlicher gilt, sagte Merkel: „Wir leben im Grunde in einer neuen Pandemie. Mit den Impfungen sei aber Licht am Ende des Tunnels sichtbar, auch wenn es noch einige Monate dauern werde. „Wir werden dieses Virus besiegen. Und deshalb bin ich ganz sicher, dass wir das schaffen werden. Ziel müsse es bis dahin sein, Tausende weitere Tote durch Covid-19 zu vermeiden. „Natürlich ist das Impfen der Weg aus der Krise, betonte Merkel. Und: „Testen ist die Brücke hin, bis wir die Impfwirkung sehen.

„Je mehr wir testen, umso weniger müssen wir einschränken, sagte Merkel. Alle sollten von den Testangeboten Gebrauch machen. Das gelte auch für Schulen und Kitas. Nach Angaben der Länder seien ausreichend Tests für März und April bestellt. Für 40 000 Schulen und Tausende Kitas könne der Bund aber nicht von Berlin aus die Test-Infrastruktur vorhalten. „Sondern dafür haben wir eine föderale Ordnung. Wenn der Bund helfen könne, tue er das gerne. „Aber wir können es nicht alles organisatorisch umsetzen.

Auch am Arbeitsplatz müsse mehr getestet werden, forderte die Kanzlerin. Die Frist für die Selbstverpflichtung der Wirtschaft hierzu endet Anfang April. Der Bund werde dann eigene Erhebungen machen. „Und wenn nicht der überwiegende Teil der deutschen Wirtschaft (...) - und das muss in die Richtung von 90 Prozent sein - Tests seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anbietet, dann werden wir mit regulatorischen Maßnahmen in der Arbeitsschutzverordnung dazu vorgehen. Das werde das Kabinett am 14. April entscheiden.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich hält dies für zu spät. Er hätte sich hier mehr Mut von den Ministerpräsidenten und der Kanzlerin gewünscht, sagte er. „Das hätte man auch jetzt tun können. Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus wiederum betonte, dass Testen und Impfen nicht reichen werde. „Deswegen ist eine große Währung, die wir in den nächsten Wochen haben, immer noch die Kontaktbeschränkung, sagte der CDU-Politiker.

Merkel bekannte sich ausdrücklich zum gemeinsamen europäischen Weg bei der Bekämpfung der Pandemie. „Bei allen Beschwerlichkeiten glaube ich, dass sich in der Pandemie wieder gezeigt hat, dass es gut ist, dass wir diese Europäische Union haben.

Dagegen sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland: „Die EU ist unfähig, Impfstoff zu beschaffen und das Impfen in den Mitgliedsländern zu organisieren. Die Lektion der Corona-Krise laute: „Zentralismus ist schwerfällig, unflexibel und wirkt chaotisch. Dezentralisierung ist das Gebot der Stunde.

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Amira Mohamed Ali warf der Regierung „Chaos und leere Versprechungen vor. An die Adresse der Kanzlerin sagte sie: „Wenn Ihre Bundesregierung bei der Impfstoffbeschaffung und bei der Teststrategie nicht so kläglich versagt hätte, dann hätte diese dritte Welle entscheidend abgemildert, wenn nicht sogar vermieden werden können.

Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt klagte, es häuften sich Fehlentscheidungen, Irrungen und Wirrungen. Deutschland sei mitten in der dritten Welle in eine Sackgasse geraten. „Wenn wir aus Fehlern lernen wollen, müssen die nächsten Schritte öffentlich beraten werden. Dies könne nicht hinter verschlossenen Türen geschehen, sondern gehöre in den Bundestag und Bundesrat.

Ähnlich argumentierte FDP-Fraktionschef Christian Lindner. Mit Blick auf die jüngste Bund-Länder-Runde sagte er: „Showdown-Situationen, nächtliche Sitzungen und spontane Entscheidungen seien nicht zielführend. Stattdessen müsse die Kanzlerin vor jeder Entscheidung zu Corona-Maßnahmen eine Regierungserklärung abgeben und eine parlamentarische Debatte ermöglichen.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt zeigte für diese Forderungen Verständnis. Er sprach sich für einen „neuen Stil auch in der Abstimmung mit dem Deutschen Bundestag bei künftigen Entscheidungen zur Pandemie-Bekämpfung aus. „Die Bund-Länder-Konferenz ist ein notwendiges Mittel, aber sie darf kein Notparlament werden. Der Deutsche Bundestag ist das Parlament, sagte Dobrindt.

In seiner phasenweise emotionalen Rede wies Brinkhaus darauf hin, dass es allein am Donnerstag weit über 200 Corona-Todesfälle gegeben habe. „Das sind ungefähr so viele Leute, wie hier jetzt im Saal sitzen, sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion mit Blick ins Plenum. 200 Gesichter, 200 Schicksale, 200 Hoffnungen, 200 Enttäuschungen, 200-mal Leid. Und das jeden Tag, nicht nur heute, nicht nur gestern, nicht nur vorgestern.“ (dpa)

10:52 Uhr / aktualisiert 15:58 Uhr

Corona-Hotspot Brasilien: Die Angst vor neuen Varianten

Vor dem Hospital Ronaldo Gazzola im Norden Rio de Janeiros liegen 30 Matten mit Leintüchern, mit Kopfkissen und auch mit Rosen. Die Matten sollen Krankenhausbetten versinnbildlichen, in denen Covid-19-Patienten behandelt werden. Mit den Blumen wird an Menschen erinnert, die an Corona gestorben sind. Es kommen viele Leute vorbei, um eine Rose niederzulegen.

Aber es geht nicht nur ums Gedenken. Antonio Carlos Casto, Chef der Nichtregierungsorganisation Rio de Paz, sagt: „Wir sind hier, um Grundlegendes zu fordern: ein Krisenkabinett, eine gemeinsame Anstrengung des Präsidenten der Republik, der Gouverneure und der Bürgermeister.“

Das 210-Millionen-Einwohner-Land gehört zu den Staaten, die von der Pandemie besonders betroffen sind: Jede der Matten steht auch für 10.000 Tote. Als zweites Land der Welt hat Brasilien am Mittwoch die Marke von 300.000 registrierten Corona-Todesopfern überschritten. Nur in den Vereinigten Staaten mit 545.000 Todesfällen sind dem Virus noch mehr Menschen zum Opfer gefallen.

Und noch eine traurige Zahl gab es diese Woche zu vermelden: Erstmals starben mehr als 3.000 Menschen innerhalb eines einzigen Tages. Wissenschaftler rechnen damit, dass der Durchschnitt demnächst bei bis zu 3.500 Toten pro Tag liegen wird. Mehr als 12,2 Millionen Menschen haben sich nachweislich infiziert.

Experten führen die Entwicklung unter anderem auf eine Variante des Corona-Virus zurück, die bei Reisenden aus dem Amazonas-Gebiet im Januar nachgewiesen wurde. „Diese neue Variante scheint eine größere Geschwindigkeit der Ansteckung zu haben. Die Fälle scheinen sich schneller zu entwickeln“, sagt der Epidemiologe Diego Xavier, der bei der Forschungseinrichtung „Fundação Oswaldo Cruz“ (Fiocruz) arbeitet.

Die Variante wurde inzwischen auch in vielen anderen Ländern nachgewiesen, auch in Deutschland. Sie muss nicht tödlicher sein. Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und AstraZeneca wirken einer Studie zufolge besser gegen sie als zunächst angenommen. Aber durch die vielen Infizierten sind die Krankenhäuser voll. Mancherorts können Patienten kaum noch versorgt werden. Brasiliens Gesundheitssystem ist dabei, zu kollabieren – oder vielerorts bereits zusammengebrochen.

Betroffen ist nicht nur die abgelegene Amazonas-Metropole Manaus, sondern insbesondere auch der Süden und Südosten: São Paulo, Brasiliens reichste Stadt, und der Bundesstaat Rio Grande do Sul, der von deutschen Einwanderern geprägt wurde. In 24 von 26 Bundesstaaten sowie im Hauptstadtdistrikt Brasília ist die Lage auf den Intensivstationen in „kritischem Zustand“. Hunderte warten auf ein Bett oder sterben in der Schlange. Medikamente und Sauerstoff fehlen. So gehen etwa die Vorräte an Beruhigungsmitteln und Muskelblockern, die zur Intubation benutzt werden, zur Neige, wie „BBC Brasil“ unter Berufung auf den Rat der Gesundheitssekretäre in allen Bundesstaaten meldete.

Jüngere sind besonders betroffen. "Die Leute gehen raus, weil sie denken, dass sie nur Geschmacks- und Geruchssinn verlieren", sagt der Gesundheits-Sekretär des Bundesstaats São Paulo, Jean Gorinchteyn. „Und am Ende verlieren sie ihr Leben.“

Die zunehmende Ausbreitung von Sars-CoV-2 hat nach Einschätzung von Fiocruz „besorgniserregende Varianten“ wie die neue P.1-Variante begünstigt. „Das große Problem ist, dass diese Variante in Brasilien aufgetreten ist, weil die Pandemie schon außer Kontrolle war“, sagt Xavier. „Das passiert – wie auch in Großbritannien oder Südafrika – dort, wo es viele Fälle gibt und eine hohe Ansteckung.“

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost. Xavier sagt: „Wenn der Präsident so weitermacht und die Ansteckung weitergeht, dann kann noch eine neue Variante kommen, die nicht auf einen Impfstoff reagiert.“ Nach der Rückkehr des beliebten linken Ex-Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva auf die politische Bühne hat der Rechtspopulist seinen Ton – auch mit Blick auf Impfungen – allerdings etwas gemildert.

Inzwischen hat er die Gründung eines Krisenkomitees angekündigt. Bolsonaro weist auch auf die Bemühungen zum Erwerb von Impfstoffen hin. 500 Millionen Impfdosen bis zum Jahresende seien „garantiert“. „2021 wird das Jahr der Impfung der Brasilianer“, verspricht der Präsident. Viele glauben ihm nicht. Als Zeichen des Protests schlagen sie nun auf Töpfe und Pfannen. Auch „Mörder“-Rufe wurden laut.

Immer wieder hatte Brasilien den Impfbeginn verschoben, die Menge der Impfdosen korrigiert. Das ist umso tragischer, weil das Land eigentlich über die Möglichkeiten für eine erfolgreiche Impfkampagne verfügt – ein umfassendes und kostenloses öffentliches Gesundheitssystem, in dessen Rahmen 2019 gegen das Influenzavirus in drei Monaten 80 Millionen Menschen geimpft wurden.

Immerhin hat eine Fabrik im Norden Rios inzwischen mit der großangelegten Herstellung des AstraZeneca-Impfstoffs auf Basis von importiertem Arzneistoff begonnen. Bolsonaro lehnt einen Lockdown aus wirtschaftlichen Gründen weiter ab. Aber Bürgermeister und Gouverneure von wichtigen Städten und Bundesstaaten haben einen Lockdown mit einem „Super-Feiertag“ über zehn Tage von Freitag an kombiniert. Bei Verstößen drohen Strafen bis hin zu Gefängnis. (dpa)

10:04 Uhr

Merkel: Vermeiden von Tausenden weiteren Corona-Toten muss Ziel sein

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht das Vermeiden Tausender weiterer Toter durch Covid-19 als maßgebliches Ziel in den kommenden Wochen der Pandemie in Deutschland an. „Wenn bei der Frage, wie wir jetzt vorgehen, der Osterlockdown einzig und allein eine wirklich positive Resonanz bei den Intensivmedizinern gefunden hat, dann sehen Sie, wie groß dort die Sorge ist“, sagte sie am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. „Und es werden jetzt nicht mehr 90-Jährige sein, die in den Krankenhäusern liegen. Es werden 50-, 60- und 70-Jährige sein. Und das sind Menschen mit sehr vielen Jahren Lebenserwartung.“

Zehn Prozent von ihnen würden laut Experteneinschätzung Corona-Langzeitfolgen davontragen. „Das heißt, es lohnt sich, um jeden zu kämpfen, dass er die Infektion nicht bekommt“, sagte Merkel. „Und das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Mit möglichst viel Freiheit für jeden, mit möglichst viel Normalität für jeden. Aber auch mit möglichst viel Rücksicht darauf, dass nicht Tausende von Menschen noch sterben müssen.“ Merkel betonte: „Das muss das Ziel sein für die nächsten Wochen.“

9:44 Uhr

AstraZeneca sichert Großbritannien bevorzugte Behandlung zu

Großbritannien hat sich dem britischen Gesundheitsminister Matt Hancock zufolge beim Impfstoffhersteller AstraZeneca eine bevorzugte Behandlung gesichert. Mit Blick auf den Streit zwischen der EU und AstraZeneca über gekürzte Liefermengen sagte Hancock der „Financial Times“ am Donnerstag: „Unser Vertrag übertrumpft deren. Das nennt sich Vertragsrecht und ist eindeutig.“ Die EU habe einen Vertrag, der lediglich „beste Bemühungen“ seitens des Impfstoffherstellers zusichere, London habe sich hingegen Exklusivität ausbedungen.

Hancock warnte Brüssel davor, Exportbeschränkungen für Impfstoffe zu verhängen. Das wäre ein schwerer Fehler, so der konservative Politiker. „Ich glaube daran, dass freie Handelsnationen sich an das Vertragsrecht halten“. Unternehmen aus dem Bereich der Biowissenschaften würden sich in Zukunft in Großbritannien niederlassen, nicht in einer protektionistischen EU. „Von Großbritannien aus können Sie überall in die Welt exportieren – dem werden wir niemals einen Riegel vorschieben“.

Die EU beklagt, dass bislang zwar Millionen von Impfstoffdosen in den vergangenen Monaten vom Kontinent nach Großbritannien geliefert wurden, aber so gut wie nichts in die entgegengesetzte Richtung gegangen ist. Hancock betonte Gespräche mit der EU darüber seien „kooperativ, praxis-orientiert und kollaborativ“. Noch am Donnerstag wollen die Staats- und Regierungschefs der EU über die Impfstoffknappheit beraten. AstraZeneca hatte seine Lieferzusage mehrmals drastisch gekürzt und auf Schwierigkeiten bei der Produktion hingewiesen. Großbritannien ist davon aber kaum betroffen. (dpa)

9:39 Uhr

Mehr als 85.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in den USA

In den USA sind am Mittwoch 85.748 neue Corona-Fälle und 1.410 Tote nach einer Infektion gemeldet worden. Dies geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MEZ) hervor. Am selben Tag der Vorwoche waren es noch 58.971 Neuinfektionen und 1.173 Tote. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300.416 neuen Fällen sowie am 12. Januar mit 4.477 Toten registriert. Die Geschwindigkeit beim Rückgang der landesweiten Neuinfektionen hatte sich zuletzt verlangsamt.

Am Mittwoch hatte die Zahl der nachgewiesen Ansteckungen mit dem Virus in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern die Marke von 30 Millionen überschritten. Mehr als 545.000 Menschen starben bislang. In absoluten Zahlen gemessen, aber nicht relativ zur Bevölkerung, sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen – unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten – nachträglich aktualisiert.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC erhielten bisher rund 85,5 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis, mehr als 46,3 Millionen gelten als voll geimpft. Zugelassen sind die Vakzine von Pfizer Biontech, Moderna und Johnson & Johnson. (dpa-AFX)

9:03 Uhr

Corona-Teststrategie nimmt Fahrt auf - Öffnung oder Einschränkungen?

Eine umfassende Testkampagne soll Corona ausbremsen und vorsichtige Öffnungen ermöglichen. Die Zahl kostenloser Teststellen wächst, eine Datenplattform zur Analyse ist noch im Aufbau. Ob die Strategie greift, dürfte aber noch von vielen weiteren Faktoren abhängen.

Die Corona-Teststrategie in Niedersachsen mit der Möglichkeit umfangreicher und kostenloser Schnelltestangebote für die Bevölkerung nimmt Fahrt auf. Über 1850 Arztpraxen, rund 500 Apotheken sowie kommunale und private Testzentren böten inzwischen Tests an, teilte das Gesundheitsministerium mit. Auch karitative Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände seien mit dem Aufbau beschäftigt. Dazu kämen Tests in Schulen, Betrieben sowie die schon länger verpflichtenden Tests in Altenheimen und der Fleischindustrie.

Die Hoffnung ist, mit einem besseren Bild über die tatsächliche Infektionslage lokale, vorsichtige Öffnungen in der Übergangszeit bis zu einer höheren Impfabdeckung möglich zu machen. Noch liegen keine repräsentativen Daten zur Nutzung der Tests und zum Umfang positiver Fälle vor. Unklar ist auch, ob die zuletzt gestiegenen Corona-Zahlen Lockerungen schon über die Osterferien erlauben. Mancherorts zeichnen sich stattdessen wieder Ausgangsbeschränkungen ab.

Gerade wird eine Meldeplattform geschaffen, mit der Ministerium und Landesgesundheitsamt die Nutzung des Testangebots tagesaktuell erfassen und das Infektionsgeschehen analysieren können. Automatisch erfasst werden aber nur die Daten der Testzentren - bei Arztpraxen bestehe keine Meldepflicht, aber die Bereitschaft der freiwilligen Meldung, erklärte das Ministerium. Positive Testergebnisse müssen auf jeden Fall immer den Gesundheitsämtern gemeldet werden.

An den Schulen läuft eine Testwoche, bei der allen Schülerinnen und Schülern, die zum Unterricht in die Klassen kommen, die Möglichkeit eines Selbsttests geboten wird. Die Schulen melden dem Kultusministerium die Ergebnisse zurück. Zudem werden die Erfahrungen ausgewertet, um Rückschlüsse für das Verfahren nach den Osterferien zu ziehen. Dann werden regelmäßig zwei Tests pro Woche durchgeführt.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) rief die Wirtschaft auf, die geforderten Testmöglichkeiten für Beschäftigte zu schaffen. „Wir werden die Betriebe mit Nachdruck auffordern, dieser Verpflichtung nachzukommen und Testmöglichkeiten zeitnah einzurichten“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Wir setzen hier auf die Unternehmen, die auf den Betrieb angepasst und angemessene Testungen vornehmen, und werden beobachten, ob diese Selbstverpflichtung greift.“

Ziel der Strategie „Mehr Sicherheit durch gezieltes und umfassendes Testen“ sei es einerseits, die Ausbreitung weiterer Infektionen zurückzudrängen. Andererseits gehe es um eine schrittweise Öffnung in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen. Auch der Hausärzteverband forderte laut NDR, dass Unternehmen in den Belegschaften nun stärker und regelmäßig Corona-Tests anbieten.

Die vielerorts bisher stockende Impfkampagne will Niedersachsen auch an den Osterfeiertagen vorantreiben. „Wir haben die kommunalen Impfzentren angewiesen und darum gebeten, auch über die Feiertage weiter zu impfen“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Dabei gebe es zwar Rückmeldungen, dass die Zentren schauen müssten, wie sie das personell hinbekommen. Personelle Engpässe seien aber bisher nicht gemeldet worden. Wie viele Impfungen es tatsächlich geben kann, hänge weiter von der Menge der verfügbaren Impfstoffe ab.

Fraglich ist bisher auch, ob und welche Freizeiteinrichtungen geöffnet bleiben dürfen. Viele Zoos und Tierparks sowie einige Museen sind mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder auf - Regelungen über die Osterferien werden aber noch von der neuen niedersächsischen Corona-Verordnung erwartet, die laut Landesregierung „zeitnah“ angepasst werden soll. Die jetzige Fassung gilt bis Sonntag (28.03.).

Manche Kommunen richten sich demgegenüber wieder auf Einschränkungen wegen steigender Neuinfektionen ein. So bereitet Bremerhaven laut „Nordsee-Zeitung“ nächtliche Ausgangsbeschränkungen für den Fall vor, dass die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Schwelle von 200 überschreitet. Zuletzt lag der Wert knapp darunter.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte nach der Rücknahme der heftig umstrittenen Osterruhe durch Kanzlerin Angela Merkel deutlich härtere Corona-Maßnahmen über die Feiertage angedeutet. „Wir werden die Dinge nicht einfach laufen lassen können“, sagte er. Zu den Möglichkeiten könnten neben dem Beschränken von Tagesausflügen auch Ausgangsbeschränkungen gehören.

Die Einzelhändler im Land betonten, flächendeckende Öffnungen seien nur möglich, wenn es Impffortschritte gebe. Lokale Schnelltest-Konzepte wie im baden-württembergischen Tübingen seien bestenfalls „für einzelne Regionen eine Option“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir kommen beim Impfen nicht richtig vorwärts, da müssen wir schneller und besser werden. Dann braucht es auch keine Schnelltests, um in der Innenstadt einkaufen zu gehen.“ (dpa/lni)

8:17 Uhr

Hälfte der Israelis hat zweite Impfdosis gegen das Coronavirus

Die Hälfte der Israelis hat bereits die zweite Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Dies teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Donnerstag auf Twitter mit. Nach Daten seines Ministeriums erhielten knapp 4,7 Millionen Menschen die zweite Dosis. Die Zahl der Erstimpfungen betrug mehr als 5,2 Millionen, sie hatte in den vergangenen Tagen nur noch leicht zugenommen. Mehr als 800.000 Menschen galten in Israel als genesen.

Die Impfkampagne in Israel hatte kurz vor Weihnachten begonnen, sie zählt zu den erfolgreichsten weltweit. In den vergangenen Wochen gingen die Zahlen der Schwerkranken und der Neuinfektionen deutlich zurück. In dem Mittelmeerstaat lebten nach Angaben des nationalen Statistikamtes im Januar 9,305 Millionen Menschen. Israel ist ein sehr junges Land, rund 30 Prozent der Bürger sind unter 16 Jahre alt. Diese Altersgruppe kann bisher noch nicht geimpft werden.

Zum Vergleich: In Deutschland leben etwa neun Mal so viele Menschen. Dort erhielten bislang mehr als 7,9 Millionen Menschen die Erst- und mehr als 3,5 Millionen Menschen auch die Zweitimpfung. (dpa)


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