Impfungen verringern Corona-Ansteckung in Haushalten deutlich

Die Corona-News des Tages

28.04.2021, 07:00 Uhr

(Foto: Lukas / AdobeStock)

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Bericht: Notbremse-Regeln für Hochschulen werden entschärft / Auch Apotheken sollen Corona-Impfungen digital vermerken können / Umfrage: Mehrheit für Aufhebung der Impfpriorisierung / Panne in Schwaben – Impfmittel zu stark verdünnt / EU gegen AstraZeneca: Gerichtstermin zu Impfstoffstreit am 26. Mai / EU-Abgeordnete wollen kostenlose COVID-Tests / Corona-Impfung: Fast 25 Prozent Erstimpfung erhalten / Russland schickt humanitäre Hilfe im Kampf gegen Corona nach Indien / Tschechien schickt Indien 500 Sauerstoffflaschen

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

Dramatische Corona-Lage in Indien: Prinz Charles ruft zu Hilfe auf / Haseloff fordert laut Medienbericht sofort Lockerungen für Geimpfte / Name, Gültigkeit, Umfang: EU-Parlament debattiert über Impfzertifikat 

Städtetag: Lockerungen auch als Anreiz für Corona-Impfungen / Lambrecht: Schnell Verordnung für Lockerungen für Geimpfte vorlegen /Verband fordert deutlich mehr Corona-Impfstoffe für Arztpraxen / Sachsen bereitet Impfung von Obdachlosen vor / Höchstwert täglicher Corona-Tote in Pakistan erreicht / RKI registriert 22.231 Corona-Neuinfektionen und 312 neue Todesfälle / Niederlande: Außengastronomie und Geschäfte öffnen / Giffey: Mobile Impfteams in Problem-Stadtteilen einsetzen / Mehr als 200.000 Corona-Tote in Indien

Lauterbach warnt vor zu großen Hoffnungen auf Herdenimmunität / Drosten: Mehrere Effekte bei Corona-Lage in Indien anzunehmen / US-Gesundheitsbehörde lockert Vorgaben für Geimpfte weiter / Untersuchungsausschuss überprüft Bolsonaros Corona-Politik / Harry und Meghan: Jeder muss gleichen Zugang zu Impfstoff bekommen 

16:49

Tschechien schickt Indien 500 Sauerstoffflaschen

Prag (dpa) - Tschechien stellt dem stark von Corona betroffenen Indien 500 Sauerstoffflaschen zur Verfügung. Das kündigte die Regierung in Prag am Mittwoch an. «Die Welt ist eine Familie», schrieb Ministerpräsident Andrej Babis auf Sanskrit bei Twitter. Die medizinischen Hilfsgüter sollen demnach in Zusammenarbeit mit der österreichischen Regierung per Flugzeug nach Indien gebracht werden.

Wegen zu vieler COVID-19-Patienten geht vielen Krankenhäusern des südasiatischen Landes der Sauerstoff aus. In Tschechien, das lange selbst zu den Corona-Hotspots in Europa zählte, hat sich die Lage deutlich entspannt. Nach aktuellen Zahlen gab es noch rund 150 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

16:08

Russland schickt humanitäre Hilfe im Kampf gegen Corona nach Indien

Moskau (dpa) - Russland stellt Indien im Kampf gegen die Corona-Pandemie tonnenweise Hilfsgüter bereit. Der russische Präsident Wladimir Putin versprach dem indischen Premierminister Narendra Modi nach Kremlangaben bei einem Telefonat einen Transport mit 22 Tonnen Fracht, darunter 75 Beatmungsgeräte, 20 Anlagen zur Erzeugung von Sauerstoff und 200.000 Packungen mit Medikamenten.

Wie der Kreml mitteilte, sollte das Material mit Maschinen des russischen Zivilschutzes noch am Mittwoch nach Indien gebracht werden. Russland wolle das Land in der schweren Zeit unterstützen, hieß es.

Modi danke nach Kremlangaben für die Hilfe. Beide Seiten hätten zudem begrüßt, dass der russische Impfstoff Sputnik V in Indien registriert worden sei. Russland will das in mehr als 60 Staaten zugelassene Präparat dort auch in großem Stil produzieren lassen. Von Mai an sollten dort demnach 850 Millionen Dosen des Impfstoffs hergestellt werden. In der EU wartet Sputnik V weiter auf eine Zulassung. Die Europäische Arzneimittel-Agentur prüft dazu aktuell auch Produktionsanlagen in Russland.

15:54

Corona-Impfung: Fast 25 Prozent Erstimpfung erhalten

Berlin (dpa) - Gegen das Coronavirus sind 24,7 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mindestens ein Mal geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervor (Stand: 28. April, 14.15 Uhr).

So verabreichten alle Stellen bislang insgesamt über 26,6 Millionen Impfungen. Davon waren etwa 20,5 Millionen Erstimpfungen. Weitere gut 6,1 Millionen Impfungen wurden für den vollständigen Impfschutz verabreicht - demnach stieg die Quote leicht auf 7,4 Prozent. Am Dienstag wurden insgesamt 718.124 Impf-Spritzen gesetzt. Nur am 8. und 14. April wurden noch mehr Impfungen verteilt.

Wegen eines technischen Problems lagen die aktualisierten Impfdaten einiger Bundesländer am Mittwoch nicht vor. Den Angaben des RKI zufolge hat Thüringen bereits ein Zehntel seiner Bevölkerung vollständig geimpft. Bei dem Anteil der Menschen, die mindestens ein Mal geimpft wurden, lag das Saarland weit vorne - mit einer Quote von 27,4 Prozent. Berlin, Brandenburg und Hessen hatten mit jeweils 23,1 Prozent den geringsten Anteil.

Bis Sonntag wurden demnach etwa 29,9 Millionen Dosen Impfstoff geliefert, wovon 89,1 Prozent bis Dienstag bereits verbraucht wurden. Den größten Anteil macht jedoch das Präparat «Comirnaty» von Biontech/Pfizer mit rund 20,1 Millionen Dosen aus. Von «Vaxzevria» - dem Präparat von Astrazeneca - wurden fast 6,8 Millionen Dosen geliefert und weitere etwa 2,7 Millionen Dosen von Modernas «Covid-19 Vaccine». Den bislang geringsten Anteil machen die fast 260.000 Dosen des US-amerikanischen Präparats «Covid-19 Vaccine Janssen» von Johnson & Johnson aus.

Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

15:40

Auch Apotheken sollen Corona-Impfungen digital vermerken können

Berlin (dpa) - Neben Ärzten sollen auch Apotheken Corona-Impfungen in die geplanten zusätzlichen digitalen Impf-Nachweise eintragen können. «Der digitale Impfpass muss für alle leicht zugänglich sein», sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag). Deshalb sollten ihn künftig außer Praxen und Impfzentren auch Apotheken für bereits Geimpfte ausstellen können. «Mit Änderungen am Infektionsschutzgesetz wollen wir die Weichen dafür schon jetzt stellen, damit im Sommer möglichst viele den digitalen Impfpass auch nutzen», sagte Spahn.

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Ein digitaler Impfnachweis für Smartphones soll in der EU als ein freiwilliges und ergänzendes Angebot zum weiterhin gültigen gelben Heft eingeführt werden. Ausstellen dürfen ihn nur autorisierte Personen in Impfzentren, Praxen, Krankenhäusern und nun zusätzlich auch in Apotheken. Dabei geht es auch darum, dass Millionen Bürger schon erhaltene Impfungen nachträglich digital erfassen lassen können. Der digitale Impfnachweis soll laut Ministerium voraussichtlich zum Ende des zweiten Quartals starten, das bis Ende Juni läuft.

15:21

Bericht: Notbremse-Regeln für Hochschulen werden entschärft

Berlin (dpa) - Die gerade beschlossene Bundes-Notbremse soll einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zufolge für die Hochschulen entschärft werden. Hintergrund sind Proteste aus dem Hochschulbereich und aus den Ländern. Durch eine erneute Änderung des Infektionsschutzgesetzes sollen die Notbremse-Regeln nun entsprechend geändert werden, wie aus einer Gesetzesvorlage hervorgeht, die dem RND vorliegt.

Die Wissenschaftsminister der Länder und die Hochschulrektorenkonferenz hatten Korrekturen gefordert. Der Grund: Hochschulen und Schulen werden in der Bundes-Notbremse in einem Atemzug genannt. Die Schul-Regeln, so die Kritik, ließen sich aber nicht einfach auf Hochschulen übertragen, etwa die Vorgabe, dass auf «Wechselunterricht» umgestellt werden muss, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 100 überschreitet.

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Ab einer Inzidenz von 165 ist laut Notbremse zudem «Präsenzunterricht» verboten. Hier hatten Länder und Hochschulen kritisiert, dass eine Komplettschließung und Umstellung auf Distanzlehre in Studiengängen mit viel Praxisbezug und Laborarbeit kaum möglich ist, etwa im Medizinstudium oder auch im Sportstudium.

Die Wissenschaftsminister hatten in einem Schreiben an Gesundheitsminister Jens Spahn und Bildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) auch klargestellt, dass sie bestimmte Praxisteile im Studium trotz Notbremse weiter aufrechterhalten wollen.

Nun sind dem Entwurf zufolge Präzisierungen im Gesetz geplant: Aus der Vorschrift zur Umstellung auf Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 werden die Hochschulen herausgenommen und für Praxisteile im Studium werden auch offiziell Ausnahmen ermöglicht, auch wenn die Inzidenz die 165er-Marke überschreitet.

13:38

EU gegen AstraZeneca: Gerichtstermin zu Impfstoffstreit am 26. Mai

Brüssel (dpa) - Im Rechtsstreit der Europäischen Union mit AstraZeneca über gekürzte Impfstofflieferungen beginnt am 26. Mai die Gerichtsverhandlung. Dies legte das von der EU-Kommission angerufene Zivilgericht erster Instanz in Brüssel am Mittwoch fest. Beide Seiten sollen sich einen ganzen Tag lang zu dem Streit äußern, meldete die Nachrichtenagentur Belga. Denkbar sei ein weiterer Verhandlungstag.

Die EU-Kommission hatte den britisch-schwedischen Konzern verklagt, weil dieser der EU viel weniger Corona-Impfstoff geliefert hat als vertraglich vereinbart. Im ersten Quartal gingen nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die 27 Staaten. Für das zweite Quartal werden anstelle der vereinbarten 180 Millionen nur 70 Millionen Dosen erwartet.

Aus Sicht der EU-Kommission verstößt der Hersteller damit gegen einen Rahmenvertrag vom August 2020. Das Unternehmen hält die Klage für unbegründet. Der Vertrag enthält die umstrittene Klausel, die Firma müsse «best reasonable efforts» zur Erfüllung der Zusagen unternehmen - zu deutsch in etwa «alle vernünftigen Anstrengungen». AstraZeneca argumentiert, das habe man eingehalten; die EU-Kommission sieht das anders.

Der zweite Knackpunkt: AstraZeneca sichert im Vertrag zu, dass keine anderen Verpflichtungen gegenüber Dritten der Erfüllung entgegenstehen. Die EU-Kommission wirft dem Unternehmen jedoch vor, einen Vertrag mit Großbritannien bevorzugt bedient zu haben. Großbritannien war von AstraZeneca-Lieferproblemen weniger betroffen.

13:12

Dramatische Corona-Lage in Indien: Prinz Charles ruft zu Hilfe auf

London (dpa) - Prinz Charles hat angesichts der verheerenden Corona-Lage in Indien zu mehr internationaler Hilfe aufgerufen. «So wie Indien anderen geholfen hat, müssen wir jetzt Indien helfen», schrieb der britische Thronfolger (72) am Mittwoch in einer öffentlichen Nachricht an die Menschen in Indien. Er sei tief traurig über die tragischen Bilder aus dem Land, das derzeit mit Rekordzahlen an Neuinfektionen und überlasteten Krankenhäusern zu kämpfen hat. Die Betroffenen in Indien seien in seinen Gedanken und Gebeten, schrieb Charles. «Zusammen werden wir diesen Kampf gewinnen.»

Mit der Stiftung British Asian Trust, die der Prinz von Wales 2007 gegründet hatte, rief er zudem für Spenden auf, um dem Land weitere Sauerstoffkonzentratoren zur Verfügung stellen zu können. Großbritannien hatte vor einigen Tagen bereits 140 Beatmungsgeräte und 495 Sauerstoffkonzentratoren aus überschüssigen Beständen nach Indien geschickt.

12:42

Studie: Impfungen verringern Corona-Ansteckung in Haushalten deutlich

London (dpa) - Schon eine erste Dosis der Impfstoffe von Biontech und AstraZeneca kann einer Studie zufolge das Risiko deutlich reduzieren, das Coronavirus im eigenen Haushalt weiterzutragen. Die Effekte der ersten Impfung verringern das Risiko einer Ansteckung innerhalb von Haushalten um 38 bis 49 Prozent, wie Gesundheitsbehörde Public Health England am Mittwoch mitteilte. Sie hatte für ihre Auswertung Infektionsketten in englischen Haushalten analysiert und auf dieser Basis die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung berechnet.

Die Experten verglichen positiv auf das Coronavirus Getestete, die mindestens drei Wochen zuvor eine Impfung erhalten hatten, mit ungeimpften Corona-Infizierten. Die bereits Geimpften steckten der Auswertung zufolge deutlich seltener Angehörige ihres eigenen Haushalts an: Bei Biontech lag die Wahrscheinlichkeit der Übertragung nach einer Impfung noch etwas niedriger als bei AstraZeneca.

Die Auswertung von Public Health England liefert weitere Hinweise darauf, dass die eingesetzten Impfstoffe wohl nicht nur vor schweren COVID-19-Erkrankungen schützen, sondern auch das Risiko einer Übertragung des Virus auf andere reduzieren. Frühere Studien gaben bereits ebenfalls Anlass zu dieser Hoffnung.

Public Health England hat für die Auswertung 57.000 Kontakte aus 24.000 Haushalten in England einbezogen, in denen eine zuvor geimpfte Person positiv auf das Coronavirus getestet wurde, sowie eine Million Kontakte von ungeimpften Infizierten. Die Studie wurde nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

12:31

Panne in Schwaben – Impfmittel zu stark verdünnt 

Wertingen (dpa/lby) - In einem schwäbischen Impfzentrum sind Corona-Impfstoffe versehentlich zu stark verdünnt worden, sodass nun 42 Bürger erneut geimpft werden müssen. Wie ein Sprecher des Landratsamtes in Dillingen an der Donau am Mittwoch erklärte, ist bei routinemäßigen Nachkontrollen aufgefallen, dass in einigen Fällen zu wenig Wirkstoff in den Spritzen war. Der Betreiber des Impfzentrums in Wertingen habe nun weitere Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, um einen ähnlichen Vorfall künftig auszuschließen. Zunächst hatte die «Augsburger Allgemeine» über den Fall berichtet.

Nach der Panne Anfang April konnte der Kreis der möglicherweise Betroffenen auf 42 Menschen eingegrenzt werden. Diese seien nun zu einer erneuten Impfung am Mittwoch eingeladen worden. Anfang Juni sollen die Patienten dann eine dritte Impfung erhalten. Zuvor können sie aber noch einen Antikörpertest machen lassen, um festzustellen, ob das Immunsystem bereits ausreichend auf die beiden ersten Spritzen reagiert hat.

12:30

Haseloff fordert laut Medienbericht sofort Lockerungen für Geimpfte

Magdeburg/Düsseldorf (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat einem Medienbericht zufolge die schnelle Rücknahme von Grundrechtseinschränkungen für Menschen gefordert, die gegen Corona geimpft wurden oder von einer Corona-Infektion genesen sind. «Ich fordere den Bund auf, so schnell wie möglich - am besten noch in dieser Woche - eine Verordnung vorzulegen, mit denen die Rechte von Corona-Geimpften und -Genesenen klar geregelt werden», sagte Haseloff dem «Handelsblatt». Eine entsprechende Verordnung könne im Parallelverfahren von Bundestag und Bundesrat noch in der kommenden Woche verabschiedet werden, bot der amtierende Bundesratspräsident dem Blatt zufolge an.

Laut einem Eckpunktepapier der Bundesregierung vom Wochenende könnten vollständig Geimpfte und Genesene etwa beim Zugang zu Geschäften und Dienstleistungen wie Friseuren dieselben Ausnahmen bekommen, die für negativ Getestete gelten. Bei der Einreise aus dem Ausland könnte zudem in den meisten Fällen eine Quarantäne wegfallen. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Bundesregierung nächste Woche einen Vorschlag unterbreiten, der Bundesrat könnte dann am 28. Mai darüber entscheiden.

Der Bundesrat könne schon am 7. Mai in seiner regulären Sitzung beschließen, so Haseloff. Es wäre aber auch jederzeit eine Sondersitzung vor oder kurz nach diesem Datum möglich, fügte er hinzu. Dabei verwies er darauf, dass im Grundgesetz die Grundrechte klar geregelt seien. Wenn der Staat in diese Rechte eingreife, dann müsse er diese Eingriffe sehr gut begründen. «Wenn wir nicht schnell handeln, werden Gerichte über Einschränkung der Grundrechte entscheiden.»

Geimpfte und Genesene müssten von der Testpflicht befreit werden, «weil ihre Grundrechte nur aus zwingenden Gründen eingeschränkt werden dürfen», stellte Haseloff den Angaben des «Handelsblatts» zufolge klar. Offen sei die Frage der genauen Regelung für Genesene. «Hier muss der Bund in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut und der ständigen Impfkommission eine Antwort geben. Wir reden hier inzwischen von einer Gruppe von circa drei Millionen Menschen.» Sachsen-Anhalt habe bereits in einer Landesverordnung geregelt, dass vollständig Geimpfte behandelt werden wie tagesaktuell Getestete.

12:10

Städtetag: Lockerungen auch als Anreiz für Corona-Impfungen

Berlin (dpa) - Die Städte werben für schrittweise Erleichterungen bei Corona-Beschränkungen für geimpfte Menschen, sobald Impfungen für alle möglich sind. «Über solche Lockerungen sollten wir auch Anreize setzen, dass sich mehr Menschen impfen lassen», sagte der Präsident des Deutschen Städtetags, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), am Mittwoch. Zentrale und gut kontrollierbare Lebensbereiche sollten dabei im Vordergrund stehen. Zudem sollte auch in den Blick genommen werden, Urlaub im Sommer zu ermöglichen. Die bisherige feste Impf-Reihenfolge mit einem Vorrang für Risikogruppen soll laut Bundesregierung spätestens im Juni enden.

Jung betonte zugleich, es müsse verhindert werden, dass bei Lockerungen die Gesellschaft in Geimpfte und Nichtgeimpfte gespalten werde. «Deshalb sollten Geimpfte, Genesene und tagesaktuell negativ Getestete gleich behandelt werden. Getesteten mit zertifizierten Tests sollte also ebenfalls mehr Freiheiten ermöglicht werden.» Der Städtetag unterstützte die befristete bundeseinheitliche Notbremse mit verbindlichen Maßnahmen in Regionen mit einem hohen Infektionsgeschehen. «Weil die Infektionszahlen immer noch steigen, brauchen wir jetzt diese Klarheit und Verbindlichkeit», sagte Jung. «Wenn sich die Infektionslage wieder entspannt, brauchen wir natürlich wieder Gestaltungsspielräume vor Ort.»

11:53

Höchstwert täglicher Corona-Tote in Pakistan erreicht

Islamabad (dpa) - Nach Ausbruch der dritten Corona-Welle in Pakistan hat das Land einen Höchstwert an Toten verzeichnet. Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch zufolge wurden binnen 24 Stunden 201 Corona-Tote registriert, so viel wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Damit stieg die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus auf mehr als 17.530.

Auch die Corona-Neuinfektionen steigen den Daten zufolge weiter rapide an. Im Vergleich zum Vortag wurden fast 5.300 Neuinfektionen in dem südasiatischen Land registriert. Insgesamt wurden seit Ausbruch der Pandemie mehr als 810.000 Corona-Fälle nachgewiesen. Vermutet wird, dass die tatsächlichen Zahlen in dem Land mit mehr als 220 Millionen Einwohnern deutlich höher sind. Als Treiber der Neuinfektionen sehen Behörden, dass sich die Menschen nicht an die Corona-Beschränkungen halten. Viele Menschen tragen keine Masken und versammeln sich weiter in großen Zahlen - aktuell während des Fastenmonats Ramadan etwa zum Fastenbrechen oder Einkaufen. Die Provinzregierungen seien nun angewiesen worden, die Verhängung strenger Lockdowns in 20 großen Städten vorzubereiten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Behörden kündigten zudem ein Verbot von touristischen Reisen und auch zwischen den Provinzen während der bevorstehenden Eid-Feiertage zum Ende des Ramadans an.

Bisher wurden in Pakistan lediglich 2,1 Millionen Menschen geimpft. Die Skepsis gegenüber chinesischen Impfstoffen, die vorwiegend in dem Land verwendet werden, ist groß. 

11:02

Lambrecht: Schnell Verordnung für Lockerungen für Geimpfte vorlegen

Berlin (dpa) - Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat erneut Lockerungen der Corona-Einschränkungen für Geimpfte in Aussicht gestellt. «Ich werde unverzüglich, schnellstmöglich jetzt eine Verordnung vorlegen, die genau das vorsieht, dass Grundrechte nicht mehr eingeschränkt werden, wenn keine Gefahr mehr ausgeht», sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch im ARD-«Morgenmagazin».

Im Infektionsschutzgesetz habe man vereinbart, Bundestag und Bundesrat miteinzubinden. Diese Gespräche müsse und werde man führen, betonte Lambrecht, «aber es muss schnellstmöglich gehen». Wichtig sei es, zu zeigen, dass rechtsstaatliche Grundsätze nicht nur in normalen Zeiten, sondern «gerade auch in Pandemie-Zeiten» gelten. Die Bundesregierung will nach einer Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommende Woche einen entsprechenden Vorschlag machen, so dass eine Verordnung am 28. Mai vom Bundesrat beschlossen werden könnte. Bundesländer wie etwa Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen haben bereits ihre Verordnungen für Geimpfte angepasst.

10:58

Niederlande: Außengastronomie und Geschäfte öffnen

Amsterdam (dpa) - Nach mehr als vier Monate strengem Lockdown haben die Niederlande einen großen Schritt zurück zur Normalität gemacht. Die Geschäfte durften am Mittwoch wieder Kunden empfangen - ohne vorherigen Termin. Um 12.00 Uhr sollten auch die Außenbereiche der Cafés und Restaurants wieder öffnen. Die unpopuläre abendliche Ausgangssperre wurde abgeschafft.

Die Regierung hatte die Lockerungen beschlossen, trotz anhaltend hoher Infektionszahlen und großem Druck auf Krankenhäuser. Es sei ein «kalkuliertes Risiko», hat der geschäftsführende Premier Mark Rutte erklärt. Die wissenschaftlichen Berater der Regierung kritisierten die Schritte als verfrüht und warnten vor einem Notzustand in Krankenhäusern.

Cafés und Restaurants dürfen im Außenbereich unter Auflagen bis 18.00 Uhr Kunden bedienen. Die populären «terrasjes» (Terrassen) waren sogar seit mehr als sechs Monaten geschlossen. Für den Gaststättenverband geht es um «einen kleinen Lichtblick».

Bürger dürfen auch statt bisher eine Person zwei Gäste am Tag zu Hause empfangen. Und auch Studenten bekommen zumindest einen Tag in der Woche wieder Präsenzunterricht.

Weiterhin verboten sind alle Veranstaltungen mit Publikum wie Sportwettkämpfe, Museen, Theater, Kinos. Es gilt auch Masken-Pflicht in öffentlichen Gebäuden und ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern.

Die Niederlande bleiben weiterhin ein Hochinzidenzland mit etwa 220 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Zahlen vom Dienstag). Mehr als fünf Millionen Bürger wurden bereits mit mindestens einer Dosis geimpft, das sind etwa 30 Prozent der Erwachsenen.

10:55

EU-Abgeordnete wollen kostenlose COVID-Tests

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Für einen gerechten Zugang zu einem europäischen Impfzertifikat fordert eine Großzahl Europaabgeordneter kostenlose COVID-Tests. Menschen dürften für ihre Reisefreiheit nicht zahlen müssen, sagte die Liberale Sophie In 't Veld am Mittwoch in Brüssel. Es könne nicht sein, dass Tests in manchen EU-Ländern derart teuer seien, kritisierte der Sozialdemokrat Juan Fernando López Aguilar.

EU-Justizkommissar Didier Reynders sagte zwar, dass das Zertifikat kostenlos sein solle und Tests für alle Bürger erschwinglich sein müssten. Dennoch stellte er sich der fraktionsübergreifenden Forderung entgegen. Fragen etwa zur Rückerstattung der Kosten von COVID-Tests fielen in die Kompetenz der Mitgliedstaaten. Das geplante Zertifikat soll Reynders zufolge flexibel sein, um zukünftige wissenschaftliche Erkenntnisse miteinbeziehen zu können. Man könne aber nicht warten, bis alle Fragen etwa zur Wirkung der Impfung beantwortet seien. Auch solle man sich nicht an dem Punkt aufhängen, ob das Zertifikat Einschränkungen aufheben werde.

Die derzeit recht unterschiedlichen Einreisereglungen innerhalb der EU sollen mit dem Zertifikat einheitlicher werden. Ab Juni soll es zur Verfügung stehen und in allen EU-Staaten anerkannt werden. Neben einer Impfung soll es auch Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu überstandenen Corona-Infektionen festhalten. Das Parlament will diese Woche seine Position dazu festlegen, um die Details mit den EU-Staaten auszuhandeln. Neben dem Ruf nach freien Tests gibt es etwa Forderungen, die Gültigkeit des Zertifikats vorerst auf 12 Monate zu beschränken und nur von der Europäischen Arzneimittelagentur oder der Weltgesundheitsorganisation zugelassene Impfstoffe in das Zertifikat aufzunehmen. Auch den Namen des Zertifikats wollen zahlreiche Abgeordnete ändern. Die Abstimmungsergebnisse des Parlaments werden für Donnerstag erwartet.

9:31

Umfrage: Mehrheit für Aufhebung der Impfpriorisierung

Berlin (dpa) - Eine große Mehrheit der Deutschen ist für die geplante Aufhebung der Impfreihenfolge im Juni. Das gaben 72 Prozent der Befragten in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov an. Nur 13 Prozent lehnten dies «eher» oder «voll und ganz» ab. 15 Prozent machten keine Angaben. Für die repräsentative Umfrage wurden am 27. April 1.449 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren befragt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Montag nach Beratungen von Bund und Ländern angekündigt, dass Corona-Impfungen spätestens ab Juni für alle in Deutschland möglich sein sollen - also ohne die bisherige Priorisierung mit einer festen Reihenfolge. Ihren Worten zufolge bedeutet dies nicht, dass alle dann sofort geimpft werden können. Jedoch könne sich jeder um einen Impftermin bemühen. Der genaue Termin dafür ist aber noch unklar und es hängt wohl auch davon ab, wie zuverlässig Impfstoffe geliefert werden.

9:27

Giffey: Mobile Impfteams in Problem-Stadtteilen einsetzen

Berlin (dpa) – Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich für mobile Impfteams in benachteiligten Stadtteilen ausgesprochen. «Wenn zusätzlich mit mobilen Teams gearbeitet werden kann, würde ich das absolut befürworten. Zunächst einmal ist Aufklärungsarbeit wichtig», sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch im ARD-«Morgenmagazin».

Bei vielen Menschen gebe es Vorbehalte, große Ängste und Unsicherheiten. «Und dann wird doch vielleicht die Entscheidung getroffen: Ich lasse mich jetzt impfen, aber ich weiß gar nicht, wie das geht.» Deshalb müsse man um Vertrauen werben und «hingehen, ansprechen in der Sprache, über die Sender, die gehört und gesehen werden», sagte Giffey. Mit den Teams könne man dort schließlich alle Menschen erreichen.

Die Ministerin mahnte besonders negative Folgen der Pandemie für Kinder an, die schon vorher sozial benachteiligt waren. «80 Prozent der Kinder geht es gut, 20 Prozent sind aber eben mit besonderem Unterstützungsbedarf, das sind sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund. Und diese Schere wird natürlich durch die Pandemie verstärkt», sagte Giffey. Die Bundesregierung werde deshalb mit Aufholprogrammen besonders diese Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen.

7:50

Mehr als 200.000 Corona-Tote in Indien

Neu Delhi (dpa) - In Indien sind seit Pandemiebeginn insgesamt mehr als 200.000 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Das geht aus Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums vom Mittwoch hervor. Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Toten deutlich höher sein dürfte.

Eine starke zweite Welle hat das Riesenland mit seinen 1,3 Milliarden Menschen stark getroffen. Das Gesundheitssystem arbeitet am Limit. Seit Donnerstag vergangener Woche wurden täglich mehr als 300.000 neue Fälle registriert. Es fehlt an medizinischem Sauerstoff, Krankenhausbetten und antiviralen Medikamenten. Erkrankte werden von Krankenhäusern abgewiesen und ersticken teils davor.

Die Welle wird mit großer Sorglosigkeit in den vergangenen Wochen sowie mit der Virusmutante B.1.617 in Verbindung gebracht. Zudem haben in Indien bislang weniger als zehn Prozent der Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten - und das, obwohl Indien eigentlich als «Apotheke der Welt» bekannt ist und massenhaft Impfstoffe herstellt.

In dem Land mit der zweithöchsten Bevölkerung weltweit stieg die Gesamtzahl der Infektionen auf rund 17,6 Millionen.

5:35

Sachsen bereitet Impfung von Obdachlosen vor

Dresden (dpa/sn) - Auch die Wohnungs- und Obdachlosen in Sachsen sollen demnächst geimpft werden. Die Abstimmung mit der kommunalen Ebene, inwiefern in Obdachlosenunterkünften mit dem Mittel von Johnson & Johnson geimpft werden kann, läuft nach Angaben des Sozialministeriums in Dresden. Der Impfstoff biete sich für Einrichtungen mit hoher Fluktuation an, «da nur eine einmalige Impfung notwendig ist». Nach Ministeriumsangaben sind seit Montag 12.000 Dosen des Präparats angekommen. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte nach erneuter Überprüfung grünes Licht für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers gegeben.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat noch keine Anweisung, wie genau verfahren werden soll, sagte ein Sprecher. Unklar ist auch, wie viele dieser Menschen geimpft werden müssen. Die Leiter der Einrichtungen müssten zunächst die Impfwilligen ermitteln, dann könnten mobile Teams mit der nötigen Anzahl an Impfdosen anrücken.

5:16

RKI registriert 22.231 Corona-Neuinfektionen und 312 neue Todesfälle

Berlin (dpa) - Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 22.231 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 312 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Mittwoch vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 24.884 Neuinfektionen und 331 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 160,6. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 167,6 angegeben, vor eine Woche hatte sie bei 160,1 gelegen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.332.532 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.954.000 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 82 280.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagabend bei 0,93 (Vortag: 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

5:00

Verband fordert deutlich mehr Corona-Impfstoffe für Arztpraxen

Berlin (dpa) - Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, fordert deutlich mehr Corona-Impfstoffe für die Arztpraxen, damit diese zügig ihre Patienten impfen können. Er hielt der Politik in der «Passauer Neuen Presse» (Mittwoch) eine Bevorzugung der Impfzentren vor - die aber sei nicht nachvollziehbar. «Es geht doch nicht um die Auslastung von Impfzentren, sondern um ein rasches Impfen möglichst vieler Menschen. Und die wollen mehrheitlich zu ihren Hausärzten.» Das bestehende gute Netz solcher Ärzte und auch der Fachärzte sorge dafür, dass der Impf-Turbo zünde. «Deshalb muss mehr Impfstoff in die Praxen», sagte er.

Weigeldt kritisierte zudem, die Priorisierung, also die Reihenfolge bei den Impfungen, werde im politischen Raum noch nicht richtig verstanden. «Da kann es nicht um Schema F gehen. Vielmehr brauchen die Ärzte Ermessensspielräume, um zunächst all diejenigen zu impfen, die ein Risiko tragen.» Er sei zwar nicht dafür, die Priorisierung schon komplett aufzugeben. «Aber die Hausärzte müssen die Möglichkeit haben, damit vernünftig und pragmatisch umzugehen und nicht stur nach Regel. Eine gewisse Flexibilität ist notwendig.»

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer erklärt, dass Corona-Impfungen spätestens ab Juni für alle in Deutschland möglich sein sollen - also ohne die bisherige Priorisierung nach Alters- und Berufsgruppen sowie Vorerkrankungen.

4:45

Name, Gültigkeit, Umfang: EU-Parlament debattiert über Impfzertifikat

Brüssel (dpa) - Das geplante europäische Impfzertifikat könnte noch vor seiner Einführung einen neuen Namen bekommen. Die Abgeordneten des Europaparlaments debattieren am Mittwoch, ob das von der EU-Kommission «digitales grünes Zertifikat» getaufte Projekt in «EU Covid-19 Zertifikat» umbenannt werden soll. Auch weitere Detailfragen stehen im Plenum im Brüssel zur Diskussion - etwa, wie lange der Nachweis gültig sein soll.

Das Parlament will diese Woche seine Position festlegen, um die Details der Rechtsgrundlage mit den EU-Staaten auszuhandeln. Die Abstimmungsergebnisse des Parlaments werden für Donnerstag erwartet. Das Zertifikat soll mehr Einheitlichkeit in die bisher recht unterschiedlichen Einreiseregelungen innerhalb der EU bringen. Ab Juni soll es zur Verfügung stehen und in allen EU-Staaten anerkannt werden. Neben einer Impfung soll es auch Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu überstandenen Corona-Infektionen festhalten. Für Geimpfte, Genesene und Getestete könnte es Reisen in der EU damit erleichtern.

Ein wichtiger Punkt der Debatte dürfte sein, ob es trotz des Zertifikats zusätzliche Regelungen an der Grenze geben kann. Tineke Strik von den europäischen Grünen sagte, das Zertifikat habe nur dann einen Vorteil, wenn es sich darauf auswirke, Einschränkungen aufzuheben. Ähnliche Stimmen gibt es aus den anderen großen Fraktionen. Rechtsnationale und fraktionslose Abgeordnete fordern jedoch, Mitgliedstaaten sollten unabhängig vom Zertifikat Spielraum für Einreisebeschränkungen haben.

Daneben steht der Zugang zu einem Impfzertifikat und damit auch der Preis von COVID-Tests zur Diskussion. Bliebe man beim Preis untätig, könne man nicht von Gleichheit sprechen, sagte der Christdemokrat Jeroen Lenaers. Die Liberale Sophie In 't Veld sprach sich für kostenlose Tests oder zumindest eine zeitweise Preisdeckelung aus.



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