Wachsende Sorgen und Warnungen im harten „Pandemie-Marathon"

Die Corona-News des Tages

26.03.2021, 07:00 Uhr

(Bild: sdecoret / stock.adobe.com)

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EU-Kommissar: Vorerst keine Exporte von AstraZeneca-Impfstoff / Frankreich wird Hochinzidenzgebiet - Tirol, Tschechien zurückgestuft / Biontech: Auslieferung aus Marburg beginnt in den nächsten Tagen / Luftwaffe bringt 80 Beatmungsgeräte in den Corona-Hotspot Brasilien

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. 
Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

17:08 Uhr

Wachsende Sorgen und Warnungen im harten „Pandemie-Marathon"

Berlin (dpa) - Angesichts immer höherer Infektionszahlen wachsen die Sorgen vor einer neuen bedrohlichen Zuspitzung der Corona-Lage in Deutschland. Mit Blick auf die Osterzeit werden Mahnungen zu Vorsicht und einem stärkeren Gegensteuern lauter. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnte am Freitag: «Es gibt sehr deutliche Signale, dass diese Welle noch schlimmer werden kann als die ersten beiden Wellen.» Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bat die Bürger, sich auch Ostern idealerweise nur draußen zu treffen. Er appellierte an die Länder, die vereinbarte Notbremse bei hohem Infektionsgeschehen konsequent anzuwenden. Nordrhein-Westfalen will sie ab Montag doch nicht landesweit ziehen, sondern vorerst regional.

Spahn sagte in Berlin, momentan stiegen die Infektionszahlen zu schnell, und die ansteckenderen Virusvarianten machten die Lage besonders gefährlich. «Wenn das so ungebremst weitergeht, laufen wir Gefahr, dass unser Gesundheitssystem im Laufe des April an seine Belastungsgrenzen kommt.» Die Zahl der Intensivpatienten in Kliniken steige schon stärker. Das Eindämmen von Ansteckungen bleibe auch bei den jetzt stärker anziehenden Impfungen wichtig. «Je höher die Inzidenz, desto weniger hilft das Impfen, um die Zahlen zu drücken.»

Die von Bund und Ländern vereinbarte «Notbremse» sieht vor, Öffnungen zurückzunehmen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region oder einem Land an drei aufeinander folgenden Tagen auf über 100 steigt. Bundesweit legte diese Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nun nochmals auf 119 zu, wie das RKI am Freitag bekannt gab. Es gibt aber weiter regionale Unterschiede - von 61 im Saarland bis 221 in Thüringen. RKI-Chef Wieler sagte: «Wenn wir nicht sofort gegensteuern, dann werden die Folgen gravierend sein.» Vorstellbar sei, dass es 100.000 Neuinfektionen pro Tag gebe, wenn die dritte Welle nicht eingedämmt werde. Derzeit sind es rund 21.500 neue Fälle.

DAS REGIONALE VORGEHEN: Das bevölkerungsreichsten Bundesland NRW will trotz steigender Zahlen vorerst doch nicht landesweit die Notbremse ziehen. Nur in Kommunen mit Sieben-Tage-Inzidenz über 100 müssen Läden, Sportstätten und Kultureinrichtungen schließen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Verordnung hervorgeht. Betroffene Kreise und Städte dürfen aber Ausnahmen für Menschen mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest erlauben. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte zur Notbremse zunächst gesagt, das ganze Land sei der Maßstab. Er hatte jedoch auch betont, es müsse ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, reines Schließen sei an seine Grenzen gekommen.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) stellte regionale Gegenmaßnahmen in Aussicht. Er erwarte, «dass wir künftig in unserem Land deutlich mehr Ausgangssperren erleben werden, vor allen Dingen in den Hotspots». Er verwies auch darauf, dass etwa das Nordseebad Cuxhaven den überregionalen Tagestourismus unterbinden wolle. In Brandenburg hält das Gesundheitsministerium wieder mehr Betten in den Kliniken frei. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU) rief alle Länder zur Umsetzung der Notbremse in Hotspots auf. Wo sie ausgesetzt werde, drohe eine Verharmlosung der Pandemie.

DIE PERSPEKTIVEN: Dieses Osterfest sei noch nicht wieder so zu gestalten wie gewohnt, sagte Spahn. Deutschland sei wahrscheinlich «im letzten Teil dieses Pandemie-Marathons» angekommen - und da wirke nicht selten «jeder weitere Schritt wie eine Tortur». So gehe es wohl vielen gerade. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief zu Geduld und Zuversicht auf. «Ja, der Tunnel ist länger, als wir gedacht und gehofft haben», sagte er in Berlin. «Aber gerade jetzt im Angesicht der dritten Welle ist nicht die Zeit für Resignation, Verzweiflung oder Abrechnung.» Das Staatsoberhaupt sprach ebenfalls von einem «Marathonlauf», das letzte Drittel sei der härteste Teil der Strecke.

DIE IMPFUNGEN: Nach viel Frust über zu wenige Dosen und Probleme bei Terminvergaben sollen die Corona-Impfungen ab April mehr auf Touren kommen, wie Spahn erneut deutlich machte. Im nächsten Monat würden 15 Millionen Dosen erwartet - mehr, als im gesamten ersten Quartal gespritzt wurden. Der Minister forderte mit Blick auf die Impfzentren der Länder, verfügbaren Impfstoff auch einzusetzen. Die derzeit für Impfungen anstehenden Gruppen seien sehr groß. «Impftermine sind zu wertvoll, um sie verfallen zu lassen.» Gefragt seien auch «kreative Lösungen», beispielsweise mit Stand-by-Listen. Damit könne man am Ende der Woche übrig gebliebenen Impfstoff an Wochenenden spritzen.

Spahn wies darauf hin, dass die Impfungen älterer Menschen schon Wirkung zeigten. So sei die 7-Tage-Inzidenz bei Über-80-Jährigen von mehr als 290 Anfang Januar auf 55 gefallen. Am Infektionsgeschehen seien sie aktuell nur noch «unterdurchschnittlich» beteiligt. Auch Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen seien deutlich zurückgegangen, von mehr als 370 pro Woche Ende 2020 auf nun weniger als 20 pro Woche. Insgesamt sind mittlerweile etwas mehr als 10 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft. Die nötige zweite Dosis haben 4,4 Prozent bekommen, wie aus RKI-Zahlen von Freitag hervorgeht.

DIE TESTS: Spahn rief auch dazu auf, Testmöglichkeiten zu nutzen. Dafür sei ein nahezu flächendeckendes Angebot von mehr als 10.000 Teststellen in Ländern und Kommunen entstanden. Für alle Bürger ist mindestens ein kostenloser Schnelltest pro Woche durch geschultes Personal möglich. Ziel sei, in Schulen und Kitas sowie in Berufswelt und Betrieben Tests mindestens zweimal pro Woche zu ermöglichen. «Wer Kitas und Schulen nicht schließen will, muss sie schützen», sagte Spahn. Hinzukommen sollen außerdem «anlassbezogene» Tests bei Öffnungsschritten - dies dürften vor allem Selbsttests sein.

16:30 Uhr

EU-Kommissar: Vorerst keine Exporte von AstraZeneca-Impfstoff

Brüssel (dpa) - Die Europäische Union will nach den Worten von Binnenmarktkommissar Thierry Breton keine Exporte des Impfstoffs von AstraZeneca erlauben, bis die Firma ihre Lieferpflichten an die EU-Staaten erfüllt hat. «Wir werden sicherstellen, dass alles in Europa bleibt, bis die Firma ihre Zusagen einlöst», sagte Breton am Freitag in einer im Internet übertragenen Pressekonferenz in Spanien. Der diese Woche verschärfte Export-Kontrollmechanismus sei das Instrument dafür.

AstraZeneca habe der EU für das erste Quartal 120 Millionen Dosen Corona-Impfstoff zugesagt, sagte Breton. Doch erhalte die EU nur 30 Millionen Dosen. «Wir sind jetzt in Diskussionen mit der Firma, um zu verstehen, was passiert ist», fügte der Kommissar hinzu. Zugleich habe man strikte Vorschriften zur Überwachung dessen, was den Kontinent verlasse. «Wir haben dieses Instrument, das die Kommissionspräsidentin (Ursula von der Leyen) gestern noch einmal dargelegt hat, um sicher zu stellen, dass wir kontrollieren und keine Abflüsse haben, wenn ich so sagen darf.»

Breton stellte aber klar, dass es mit anderen Herstellern keine Probleme gebe. Biontech/Pfizer und Moderna hätten ihre Zusagen an die EU sogar übererfüllt.

Die EU-Kommission hatte die Exportkontrollen am 1. Februar eingeführt und diese Woche verschärft mit dem Ziel, dass die EU von den Herstellern fair beliefert werde. Damit sind Exportverbote möglich. Aus Furcht vor Gegenmaßnahmen sollen diese aber nur im Notfall verhängt werden.

16:08 Uhr /aktualisiert 17:23 Uhr

Frankreich wird Hochinzidenzgebiet - Tirol, Tschechien zurückgestuft

Berlin (dpa) - Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen wird Frankreich ab Sonntag von der Bundesregierung als Hochinzidenzgebiet mit Testpflicht bei Einreise eingestuft. Das österreichische Bundesland Tirol, Tschechien und die Slowakei werden gleichzeitig von der Liste der Virusvariantengebiete gestrichen, damit wird ein wesentlicher Teil der Einreisebeschränkungen für diese Länder und Regionen aufgehoben, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Tirol gilt ab Sonntag nur noch als «normales» Risikogebiet - die niedrigste von drei Corona-Risikostufen. Tschechien und die Slowakei werden wie Frankreich zum Hochinzidenzgebiet und damit von der höchsten in die zweithöchste Risikokategorie heruntergestuft.

KEINE STATIONÄREN KONTROLLEN AN GRENZE ZU FRANKREICH

Die Infektionslage in Frankreich hatte sich in den vergangenen Wochen kontinuierlich verschlechtert. Täglich melden die Behörden etwa
30 000 neue Ansteckungen. Die Situation in den Krankenhäusern ist in mehreren Regionen extrem angespannt. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche liegt aktuell bei mehr als 300. Die Einstufung als Hochinzidenzgebiet erfolgt ab einem Inzidenzwert von 200.

Wer aus diesen Gebieten nach Deutschland einreist, muss einen negativen Corona-Test bei Einreise mitführen. Für Pendler treffen die jeweiligen Bundesländer in der Regel spezielle Regelungen. Die Grenzregion Moselle war bereits Anfang März als Virusvariantengebiet eingestuft worden. Dort gibt es damit schon eine Testpflicht bei Einreise. Kontrolliert wird sie auch künftig nur stichprobenartig hinter der Grenze im Rahmen der sogenannten Schleierfahndung. Stationäre Grenzkontrollen sind nicht geplant.

«Uns ist es wichtig, dass wir das Infektionsgeschehen eindämmen und trotzdem die Grenzen weiter offen halten», sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Einstufung als Hochinzidenzgebiet richte sich in keiner Weise gegen die Partner in Frankreich, sondern gegen das Virus.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte dem Sender Franceinfo, die neuen Regelungen würden Pendlern Probleme bereiten. Man wolle aber versuchen, ihnen so wenig wie möglich zu schaden. Im vergangenen Frühjahr hatte es Kontrollen an der Grenze Frankreich gegeben. Auch deswegen ist die Stimmung in den Grenzgebieten angespannt. Einzelne Abgeordnete baten etwa darum, kurzfristig eine Sitzung des Ausschusses für grenzüberschreitende Zusammenarbeit einzuberufen, um die praktische Umsetzung zu besprechen.

3000 PENDLER IN TIROL KÖNNEN AUFATMEN

An den Grenzen zu Tirol und Tschechien gibt es im Gegensatz zu Frankreich auf Wunsch der angrenzen Länder Bayern und Sachsen derzeit noch Grenzkontrollen. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie nun zumindest an der Grenze zu Tirol wegen der Rückstufung zum einfachen Risikogebiet aufgehoben werden.

In Tirol sind rund 3000 Pendler von der Entscheidung betroffen. Die Grenzkontrollen haben in dem auch bei Urlaubern beliebten Bundesland für erheblichen Ärger gesorgt. Als sie in der vergangenen Woche noch einmal um zwei Wochen verlängert wurden, sprach Landeschef Günther Platter (ÖVP) vom «ungerechtfertigter Schikane». Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz setzte sich kurz darauf bei einem Besuch in Berlin bei Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eindringlich für eine Aufhebung der Kontrollen ein.

TSCHECHIEN UND SLOWAKEI: BEFÖRDERUNGSVERBOT ENTFÄLLT

Die Bundesregierung hatte weite Teile Tirols, Tschechien und die Slowakei am 14. Februar zu Gebieten mit besonders gefährlichen Virusvarianten erklärt. Es ist die höchste Risikostufe mit den härtesten Einreiseregeln. Aus Virusvarientengebieten dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es etwa für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Für alle anderen Einreisende gilt eine besonders strenge Quarantänepflicht von 14 Tagen, die auch nicht verürzt werden kann.

Die Zurückstufung zum Hochinzidenzgebiet bedeutet also für Tschechien und die Slowakei eine deutliche Entschärfung. Auch das geltende Beförderungsverbot entfällt damit. Seit Wochen gibt es keine regelmäßigen Bahn- und Busverbindungen mehr zwischen Tschechien und Deutschland. Das könnte sich nun ändern. Für Deutsche gilt indes weiter: Die Regierung in Prag hat die Einreise nach Tschechien aus touristischen Gründen verboten. Hotels und die meisten Geschäfte sind im Nachbarland geschlossen.

15:47 Uhr

Biontech: Auslieferung aus Marburg beginnt in den nächsten Tagen

Mainz (dpa) - Nach der offiziellen Zulassung des neuen Biontech-Werkes in Marburg durch die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) werden die ersten dort produzierten Impfstoffe in den nächsten Tagen zur Abfüllung nach Belgien transportiert. Wie das Mainzer Unternehmen am Freitag mitteilte, müssen die Impfstoffe schließlich noch etikettiert und verpackt werden. Nach diesen letzten Arbeitsschritten, die im Pfizer-Werk in Puurs erfolgen, sind dann noch einmal abschließende Qualitätsprüfungen angesetzt, unter anderem durch das Paul Ehrlich-Institut (PEI) und die firmeneigene Kontrolle. Die Auslieferung der ersten in Marburg hergestellten Impfstoffe an die Impfzentren wird für die zweite Aprilhälfte anvisiert.

Biontech plant, in Marburg noch in diesem Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs zu produzieren. Mit vollständigem Betrieb können dort nach Unternehmensangaben jährlich bis zu einer Milliarde Dosen des Impfstoffs hergestellt werden. Das Werk in Mittelhessen sei damit eine der größten Produktionsstätten von mRNA-Impfstoffen weltweit. Derzeit arbeiten 400 Biontech-Mitarbeiter in dem Werk, davon 200 Produktionsbeschäftigte im Schichtbetrieb rund um die Uhr und sieben Tage die Woche.

15:33 Uhr

Luftwaffe bringt 80 Beatmungsgeräte in den Corona-Hotspot Brasilien

Berlin (dpa) - Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Brasilien liefert die Luftwaffe 80 Beatmungsgeräte in die Amazonas-Metropole Manaus. Ein Transportflugzeug hob am Freitag in Köln-Wahn ab, die Maschine wird Samstagmittag im Nordwesten des größten Lands Lateinamerikas erwartet, wie die Luftwaffe mitteilte.

Brasilien registrierte vor kurzem erstmals mehr als 100 000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Donnerstagabend (Ortszeit) 100 158 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden.

In Manaus werden die deutschen Soldaten den Informationen zufolge nur etwa zwei Stunden am Boden sein und Kontakte vermeiden. Die Beatmungsgeräte stammen aus Beständen des Bundesgesundheitsministeriums und werden im Auftrag des Auswärtigen Amtes nach Brasilien gebracht.

Insgesamt haben sich in Brasilien mehr als 12,3 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Am Mittwoch hatte Brasilien die Marke von 300 000 Toten überschritten, am Dienstag erstmals mehr als 3000 Tote innerhalb eines Tages verzeichnet.

Der Transport der Beatmungsgeräte ist laut Luftwaffe nicht der erste Einsatz des Mehrzwecktransportflugzeugs im Zeichen der Pandemie: So hat der Airbus A310 MRTT im Februar 2020 mehr als 100 Bundesbürger aus Wuhan nach Deutschland geflogen.

15:28 Uhr

Corona lässt Italien schrumpfen - Weniger Babys und Ehe-Flaute

Rom (dpa) - Weniger Babys, weniger Hochzeiten und mehr Todesfälle: Die Corona-Pandemie hat in Italien 2020 bei der Bevölkerungszahl deutliche Spuren hinterlassen. Wie die nationale Statistikbehörde Istat am Freitag in Rom mitteilte, schrumpfte die Bevölkerung in dem Mittelmeerland bis zum Jahresende um etwa 384 000 Menschen im Vergleich zum Jahresbeginn. Das Minus entspricht etwa der Einwohnerzahl der Stadt Florenz in der Toskana.

Wie die Experten schrieben, habe die Corona-Welle einen seit 2015 registrierten demografischen Rückgang weiter verstärkt. Die Zahl der Einwohner in Italien sei unter die Marke von 60 Millionen gesunken - auf rund 59,3 Millionen Menschen. Bei den Geburten sprachen die Statistiker von einem neuen «Negativ-Rekord»: Es seien etwa 404.000 Babys geboren worden - ungefähr 16.000 weniger als im Jahr 2019.

Gleichzeitig seien fast 17 Prozent mehr Menschen gestorben als 2019, berichteten die Fachleute. In absoluten Zahlen sind das rund 112.000 mehr Tote in einem Jahr. Die Zahl der Hochzeiten im ersten Jahr der Corona-Pandemie brach demnach um fast 50 Prozent ein. Das dürfte auch ein Ergebnis der strikten Corona-Verbote sein. Denn größere Feste waren fast durchweg aus Gesundheitsgründen nicht möglich. Die Statistiker sprachen mit Blick auf die allgemeine Familienplanung aber auch von den Gefühlen der Unsicherheit über die Zukunft und über ökonomische Sorgen.

Italien war im Februar 2020 heftig von der Corona-Pandemie erfasst worden. Seither zählten die Behörden offiziell rund 3,5 Millionen Infizierte mit Sars-CoV-2. Große Teile des Landes sind aktuell als Rote Zonen mit strengen Bewegungsbeschränkungen eingestuft.

15:10 Uhr

Corona-Impfstoff: EU streitet auch nach Gipfel um Verteilung

Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten streiten auch nach ihrem Gipfel weiter über die Verteilung knapper Corona-Impfstoffe. Am Freitag pochte Tschechien abermals auf Korrekturen, und auch Österreich hofft nach wie vor auf zusätzliche Impfstoffmengen. Nun soll in Brüssel erneut verhandelt werden. Einig waren sich die Staats- und Regierungschefs aber, dass Impfstoff-Exporte in Drittstaaten überwacht werden sollen, damit die EU insgesamt von den Herstellern fair beliefert wird.

Möglich sind damit auch Exportverbote - die aber aus Furcht vor Gegenmaßnahmen nur im Notfall verhängt werden sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am späten Donnerstagabend: «Wir haben bezüglich der Exportkontrollverordnung geäußert, dass wir keinerlei Störung der internationalen globalen Lieferketten wollen, aber dass wir natürlich daran interessiert sind, dass die Firmen, die mit uns Verträge abgeschlossen haben, auch wirklich vertragstreu sind.» Die EU liefere Corona-Impfstoff in alle Welt, anders als die USA oder Großbritannien. Man wolle aber auch die eigene Bevölkerung versorgen.

Angesichts des Mangels hatten Österreich und fünf weitere Staaten Korrekturen an der internen Verteilung der Impfstoffe in der EU verlangt. Doch erreichten sie beim Gipfel wenig. In ihrer Abschlusserklärung bekräftigten die Staats- und Regierungschefs im Grundsatz den bisherigen Verteilschlüssel nach Bevölkerungsgröße. Nach stundenlangem Streit wurde nur vereinbart, über eine vorgezogene Teillieferung von zehn Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer «im Geiste der Solidarität» weiter zu verhandeln. Damit könnten kurzfristig einige Löcher gestopft werden.

Bisher lief die Verteilung so: Grundsätzlich haben die Staaten Zugriff auf einen Anteil gemäß ihrer Bevölkerungsstärke in der EU - für Deutschland sind das knapp 19 Prozent. Will ein Land seinen Anteil nicht oder nicht ganz, können andere EU-Staaten die Mengen aufkaufen. Einige Staaten waren zum Beispiel skeptisch beim teuren Impfstoff von Biontech/Pfizer und setzten stärker auf das preiswerte Mittel von AstraZeneca, bei dem es jetzt erhebliche Lieferprobleme gibt. So gerieten sie ins Hintertreffen.

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis sagte am Freitag, wenn das System so weitergeführt werde wie bisher, würden manche Staaten im Sommer genug Impfstoff für 90 Prozent ihrer Bevölkerung haben, andere aber nur für 40 Prozent. «Das ist inakzeptabel.» Tschechien ist mit mehr als 500 Ansteckungen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben derzeit besonders hart von Corona betroffen.

Babis begrüßte, dass zehn Millionen vorgezogene Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für einen Ausgleich genutzt werden könnten. Über die Aufteilung dieser Lieferung, die der Hersteller zusätzlich fürs zweite Quartal zugesagt hatte, wurde aber bereits vor dem Gipfel gestritten, und auch der brachte noch keine Lösung.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz räumte am Freitag ein, dass ein Kompromiss gefunden werden müsse. Er wollte nicht sagen, wie viele zusätzliche Impfdosen er sich erhofft, zeigte sich aber optimistisch, dass Österreich von einer Lösung profitieren werde.

Vor allem Kurz war bei den übrigen Staats- und Regierungschefs mit seinen Forderungen nicht gut angekommen. «Sebastian Kurz hat sich verzockt», sagte ein EU-Diplomat. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sagte, ein Blick auf die Zahlen zeige, dass vor allem Bulgarien, Lettland und Kroatien ein Problem hätten. Denen wolle man helfen. Bei Österreich könne er dies hingegen derzeit nicht erkennen.

Eine gemeinsame Linie fand der EU-Gipfel zur Türkei: Dem Land wird wegen der Entspannung im Erdgasstreit eine engere Partnerschaft in Aussicht gestellt. Unter anderem entschieden die 27 Staaten, mit den Vorbereitungen für eine Ausweitung der Zollunion zu beginnen. Auch eine Visa-Liberalisierung wurde Ankara indirekt in Aussicht gestellt. Darüber hinaus will die EU die Zusammenarbeit in der Migrationspolitik stärken und mögliche weitere Finanzhilfen für die Versorgung syrischer Flüchtlinge vorbereiten.

Das türkische Außenministerium erklärte dazu, man freue sich zwar über die Ankündigung, die Beziehungen auf Basis einer «positiven Agenda» fortführen zu wollen. Ankara kritisierte aber, dass künftige Schritte an Bedingungen geknüpft, manche Themen ausgelassen und Entscheidungen auf Juni verschoben worden seien.

15:07 Uhr

EU-Behörde: Grünes Licht für Marburger Biontech-Impfstoffproduktion

Amsterdam/Brüssel (dpa) - Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat dem Marburger Werk von Biontech die offizielle Zulassung für die Produktion von Corona-Impfstoff erteilt. Das teilte die Behörde am Freitag mit. Die Produktion in Marburg war bereits im Februar angelaufen, ohne EMA-Zulassung durfte aber bisher kein Impfstoff ausgeliefert werden.

Nach früheren Angaben des Unternehmens sollen im ersten Halbjahr 2021 in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Sobald das Werk in Marburg voll betriebsbereit ist, will Biontech dort bis zu 750 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs jährlich herstellen.

14:59 Uhr

Brasilien: Unternehmer wollen zehn Millionen Corona-Impfdosen kaufen

Brasília (dpa) - Brasilianische Unternehmer haben angekündigt, zehn Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus zur Impfung ihrer Mitarbeiter zu kaufen. Man würde so das öffentliche Gesundheitssystem SUS entlasten, sagte Luciano Hang, Eigentümer einer der größten Kaufhausketten Brasiliens, in einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit Carlos Wizard, Gründer der größten Sprachlernkette Brasiliens, und Wirtschaftsminister Paulo Guedes am Donnerstagabend (Ortszeit). Hang und Wizard, beide Unterstützer des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, führen eine Gruppe von weiteren Firmen an, die sich am Impfstoff-Kauf beteiligen wollen.

14:51 Uhr

EMA erleichtert Transportbedingungen für Biontech-Impfstoff

Amsterdam (dpa-AFX) - Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Bedingungen für Transport und Lagerung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer und Biontecherheblich erleichtert. Das Präparat könne kurzfristig auch in Standardkühlungen für Arzneimittel aufbewahrt werden, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit.

Der Impfstoff musste bisher in speziellen Gefrierschränken bei Temperaturen bis minus 90 Grad aufbewahrt werden. Daher war die Impfung nur in großen Zentren möglich. Nun erlaubt die EMA auch den Transport und die Lagerung der Ampullen bei Temperaturen von minus 25 bis minus 15 Grad - für einen Zeitraum von bis zu zwei Wochen. Dafür reichen Standardkühlungen für Arzneimittel aus.

14:27 Uhr

Dänemark verlängert Reisebeschränkungen bis zum 20. April

Kopenhagen (dpa) – Die dänische Regierung rät ihrer Bevölkerung aufgrund der Pandemie weiter davon ab, ins Ausland zu reisen. Das Außenministerium teilte am Freitag mit, dass die Reisebeschränkungen bis zum 20. April verlängert würden. Das heißt, dass auch die Einreise aus Deutschland nur in bestimmten Fällen erlaubt ist. Einreisen darf nur, wer einen guten Grund hat - und einen negativen Corona-Test vorweisen kann. Von Geschäftsreisen wird abgeraten. Ausgenommen ist der Warentransport über die Grenze.  

Dänemark sei im Moment in einer besseren Situation als viele andere Länder in der EU, hieß es in der Mitteilung. «Die fortgesetzte Einschränkung der Reiseaktivität ist ein wesentliches Element der Bemühungen, die Ausbreitung der Infektion zu kontrollieren.» Die Regierung arbeite an einem digitalen Impfpass, der voraussichtlich im Mai fertig sei. Gleichzeitig laufen in der EU Verhandlungen über ein gemeinsames Zertifikat, das Reisen einfacher ermöglichen könnte.

14:04 Uhr

EU-Gipfel: „Die Impfungen kommen endlich voran"

Brüssel (dpa-AFX) - Die EU-Staaten wollen endlich mehr Tempo beim Impfen gegen das Coronavirus. Und in den nächsten drei Monaten soll nun tatsächlich viel mehr Impfstoff geliefert werden. "Endlich kommen die Impfungen stetig voran", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einem Videogipfel am Donnerstag. Doch stritten die Staats- und Regierungschefs auch stundenlang über die Verteilung des knappen Impfstoffs auf die Mitgliedsländer - noch ohne wirkliche Lösung.

Eine gemeinsame Linie fanden die 27 Staaten aber zur Türkei: Dem Land wird wegen der Entspannung im Erdgasstreit eine engere Partnerschaft in Aussicht gestellt. Mit einem digitalen Kurzbesuch von US-Präsident Joe Biden beim Gipfel wurde zudem der Neustart der transatlantischen Beziehungen gewürdigt - aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine "Geste, die sehr, sehr wichtig war". Die EU und die USA seien wieder enger im Gespräch, sagte die Kanzlerin nach dem Gipfel.

IMPFSTOFF - DIE LIEFERUNGEN SOLLEN ZULEGEN

Derzeit gibt es zu wenig Impfstoff in der EU. Kommissionschefin von der Leyen sagte aber: "Endlich kommen die Impfungen stetig voran." Die Pandemielage sei angesichts der Ausbreitung der Virusvarianten sehr schwierig. Aber dass die Sterblichkeit weniger stark ansteige, zeige erste Erfolge bei der Impfung der Menschen über 80 Jahre.

In den nächsten drei Monaten soll nach von der Leyens Angaben gut dreimal so viel Impfstoff kommen wie seit Jahresbeginn. Bislang wurden in der EU 62 Millionen Impfdosen verabreicht. 18,2 Millionen Menschen sind inzwischen zweimal geimpft. Die EU-Staaten sollen bis zum 31. März rund 100 Millionen Impf-Dosen erhalten. Für die Monate April bis Juni haben Pharmakonzerne 360 Millionen zugesagt. Rückendeckung gab es für die von der EU-Kommission eingeführten Kontrollen von Impfstoffexporten - allerdings sollen sie vorsichtig angewendet werden.

DENNOCH GAB ES STREIT

Der knappe Impfstoff sorgte jedoch stundenlang für Streit. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und andere beharren darauf, dass einige Länder zusätzliche Dosen bekommen sollen. Zusammen mit Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien beklagt Kurz eine ungleiche Verteilung. Kurz warnte vor dem Gipfel, wenn es keine Lösung gebe, könne das einen Schaden für die EU nach sich ziehen, "wie wir es schon lange nicht erlebt haben".

Das Ungleichgewicht bei der Impfstoffverteilung ergibt sich daraus, dass nicht alle EU-Staaten die ihnen nach Bevölkerungszahl zustehenden Mengen gekauft haben. Die Lieferschwierigkeiten von Astrazeneca werfen einige Staaten zurück.

Schließlich wurde in der Schlusserklärung des Gipfels vermerkt, dass der Impfstoff weiter nach Bevölkerungszahl verteilt wird. Eine vorgezogene Lieferung von 10 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer soll aber helfen, Löcher zu stopfen. Mit der Aufteilung sollen sich jetzt die EU-Botschafter befassen "im Geiste der Solidarität", wie es hieß. Damit solle eine gerechtere Auslieferung erreicht werden, twitterte Kurz nach dem Gipfel.

ENTGEGENKOMMEN FÜR DIE TÜRKEI

Im Verhältnis zur Türkei setzt die EU auf eine Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche. In den vergangenen Monaten hatte es diverse schwierige Punkte gegeben: Erdgasstreit, Sorgen um Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Doch erkennt die EU Zeichen der Entspannung aus Ankara an. "Wir glauben angesichts der durchaus vorhandenen Meinungsverschiedenheiten, zum Teil auch tiefen Meinungsverschiedenheiten, dass trotzdem Sprachlosigkeit keine Antwort ist", sagte Merkel.

So entschieden die 27 Staaten, mit den Vorbereitungen für eine Ausweitung der Zollunion zu beginnen. Auch eine Visaliberalisierung wurde Ankara indirekt in Aussicht gestellt. Darüber hinaus will die EU die Zusammenarbeit in der Migrationspolitik stärken. Dabei geht es vor allem darum, dass die Türkei gegen unerwünschte Einwanderung in die EU-Staaten vorgeht. Als Anreiz soll die EU-Kommission weitere Finanzhilfen für die Versorgung syrischer Flüchtlinge vorbereiten.

DIGITALISIERUNG UND STÄRKUNG DES EURO

Sehr schnell handelten die Staats- und Regierungschefs die wirtschaftspolitischen Themen ab, die ursprünglich Schwerpunkt des Märzgipfels sein sollten: ehrgeizige Ziele für die Digitalisierung Europas und die Stärkung des Euro als Weltwährung. Beides soll auch einer stärkeren wirtschaftlichen Unabhängigkeit dienen. EU-Ratschef Charles Michel sagte, es müsse eine Balance gefunden werden zwischen digitaler Souveränität und offenen Märkten. Weil die Gipfelteilnehmer am Donnerstagabend bereits mit ihrem gesamten Programm durch waren, wurde der zweite Gipfeltag am Freitag abgesagt./

13:43 Uhr

Brandenburg reaktiviert Betten-Kapazitäten für Corona-Patienten

Potsdam (dpa) - Das Brandenburger Gesundheitsministerium hält angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in den Krankenhäusern des Landes wieder mehr Betten frei. Ab Montag müssen wieder mindestens 20 Prozent der tatsächlichen Betten auf Normalstationen und 30 Prozent der intensivmedizinischen Betten mit Beatmungsmöglichkeit vorgehalten werden, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Seit 12. Februar war die Regelung befristet ausgesetzt worden.

«Wir sind in der dritten Welle», sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Man müsse sich auch auf eine spürbare Zunahme von Patienten vorbereiten, die stationär versorgt werden müssen. Die kommenden Wochen werden für alle Beschäftigten in Krankenhäusern und im medizinischen Bereich erneut äußerst herausfordernd und belastend.

Alle Krankenhäuser im Land sind verpflichtet, Covid-19-Patienten aufzunehmen und zu behandeln. Dafür müssen Bettenkapazitäten bereitstehen. Planbare Aufnahmen, Operationen und Eingriffe dürfen dann vorgenommen werden, wenn die Kapazitäten eingehalten werden.

Derzeit werden im Land 412 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt - vor zwei Wochen waren es 312. Davon 110 werden derzeit intensivmedizinisch betreut, 86 müssen beatmet werden.

13:08 Uhr

Norwegen setzt Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin weiter aus

Oslo (dpa) – Norwegen will den Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca vorerst nicht wieder einsetzen. «Es besteht immer noch große Unsicherheit über mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen», hieß es am Freitag in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Folkehelseinstitutt FHI. «Nach Einschätzung des FHI ist es angebracht, mehr Zeit darauf zu verwenden, weitere Kenntnisse über diese schwerwiegenden Vorfälle zu erlangen.» Das FHI betonte, dass die Entscheidung auf den Vorfällen in Norwegen beruhe.

Norwegen hatte wie viele andere Länder die Vergabe des Mittels vor zwei Wochen gestoppt, weil bei einigen Geimpften Blutgerinnsel aufgetreten waren. In Norwegen starben inzwischen vier Menschen nach einer Impfung. Ein direkter Zusammenhang ist bislang nicht erwiesen. Eine nationale Expertengruppe untersuche nun die Fälle, hieß es weiter. Außerdem arbeite man eng mit den Nachbarländern zusammen.

Dänemark hatte den Stopp der Impfungen mit dem AstraZeneca-Präparat am Donnerstag um drei Wochen verlängert. In Island, Finnland und Schweden wird das Vakzin nur älteren Menschen verabreicht, weil in dieser Altersgruppe bislang keine ernsten Nebenwirkungen aufgetreten sind.

In Norwegen ist die Zahl der Infizierten in den vergangenen Wochen rasant gestiegen, die Inzidenzzahl ist höher als in Deutschland. Am stärksten betroffen ist die Hauptstadt Oslo mit fast 600 Infizierten auf 100.000 Einwohner in 14 Tagen. Das Außenministerium hat am Freitag deshalb seine Reiseempfehlungen bis zum 15. Mai verlängert. Von nicht notwendigen Auslandsreisen wird dringend abgeraten. Wer trotzdem reist, muss nach der Rückkehr für zehn Tage in ein Quarantänehotel.

12:45 Uhr

Spahn: Zu Ostern idealerweise nur draußen mit anderen treffen

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Bürger vor den Osterfeiertagen gebeten, sich idealerweise nur draußen mit anderen zu treffen. Das Eindämmen von Ansteckungen bleibe auch bei anziehenden Impfungen wichtig. Momentan stiegen die Zahlen zu schnell, und die ansteckenderen Virusvarianten machten die Lage besonders gefährlich, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. «Wenn das so ungebremst weitergeht, laufen wir Gefahr, dass unser Gesundheitssystem im Laufe des April an seine Belastungsgrenzen kommt.»

Dieses Osterfest sei noch nicht wieder so zu gestalten wie gewohnt, sagte Spahn. Dafür seien die Infektionszahlen zu hoch. Deutschland sei wahrscheinlich «im letzten Teil dieses Pandemie-Marathons» angekommen. Das Ziel sei in Sicht, aber eben noch ein ganzes Stück weg.

Der Gesundheitsminister rief auch dazu auf, Testmöglichkeiten zu nutzen. Inzwischen sei ein nahezu flächendeckendes Angebot von mehr als 10 000 Teststellen in Ländern und Kommunen entstanden. Für alle Bürger ist mindestens ein kostenloser Schnelltest pro Woche durch geschultes Personal möglich. Ziel sei, in Schulen und Kitas sowie in Berufswelt und Betrieben Tests mindestens zweimal pro Woche zu ermöglichen.

Nordrhein-Westfalen wird trotz rasant steigender Corona-Zahlen ab Montag doch keine landesweite Corona-Notbremse ziehen. Nur in Kommunen mit einer Wocheninzidenz über 100 müssen unter anderem Läden, Sportstätten und Kultureinrichtungen schließen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Corona-Schutzverordnung des Landes hervor. Die betroffenen Kreise und kreisfreien Städte dürfen aber Ausnahmen für Menschen mit tagesaktuellem negativem Schnell- oder Selbsttest erlauben.

Bund und Länder hatten am Montag beschlossen, dass die vereinbarte «Notbremse» bei gestiegenen Corona-Zahlen konsequent umgesetzt werden müsse, um dem Infektionsgeschehen Einhalt zu gebieten. Das bedeutet, dass Öffnungen des Einzelhandels, von Museen, Zoos oder Sportanlagen wieder rückgängig gemacht werden müssen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Bundesland oder einer Region an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 steigt. Dann sollen auch wieder strengere Kontaktbeschränkungen in Kraft treten.

In NRW liegt die Wocheninzidenz schon seit mehreren Tagen über 100. Bis Freitag stieg sie nach Zahlen des Landeszentrums Gesundheit (LZG) auf 121,6. Die wichtige Kennziffer gibt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100 000 Einwohner an. Spahn hatte noch am Freitagvormittag an die Länder appelliert, die «Notbremse» bei hohem Infektionsgeschehen konsequent anzuwenden.

Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Spahn, dass es vorstellbar sei, dass es 100 000 Neuinfektionen pro Tag gebe, wenn die dritte Welle nicht eingedämmt werde. Derzeit sind es rund 21 500 tägliche Neuinfektionen. «Wir können die Welle nicht verhindern, aber abflachen.» Harte Maßnahmen der Kontaktreduktion seien die einzige Maßnahme, um die Welle zu brechen, sagte Wieler. «Apps verhindern keine Infektionen.» Bundesweit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz weiter auf 119,1, wie das RKI am Freitag bekannt gab.

Mittlerweile sind etwas mehr als 10 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einfach gegen Corona geimpft. Die zweite Dosis haben bereits 4,4 Prozent der Menschen bekommen, wie aus RKI-Zahlen von Freitagmorgen hervorgeht. Allerdings sagte Spahn: «Der Effekt des Impfens wird durch steigende Infektionszahlen gemindert.» Im April soll es dem Minister zufolge 15 Millionen Impfdosen für Deutschland geben, so viele wie im gesamten ersten Quartal.

Spahn forderte mit Blick auf die Impfzentren der Länder dazu auf, verfügbaren Impfstoff auch einzusetzen. Die derzeit für Impfungen anstehende Bevölkerungsgruppe sei sehr groß, darin seien ausreichend viele Impfbereite. «Impftermine sind zu wertvoll, um sie verfallen zu lassen. Dafür brauche es auch «kreative Lösungen», beispielsweise mit Stand-by-Listen. Damit könne man am Ende der Woche übrig gebliebenen Impfstoff an Wochenendterminen spritzen.

Die generelle Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug tritt erst von Montag auf Dienstag in Kraft - zwei Tage später als zunächst geplant. Der Starttermin werde noch einmal etwas verschoben, um mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben, sagte Spahn. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten zuvor beschlossen, dass der Bund eine generelle Testpflicht vor Abflug als Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland festschreiben soll.

Flugreisende sollen die Kosten der Tests grundsätzlich selbst tragen. Eine Beförderung durch die Fluggesellschaft ist nur mit negativem Testnachweis gestattet. Hintergrund der Regelung ist das Reizthema Mallorca. Tausende deutsche Urlauber waren auf die spanische Ferieninsel geflogen, für die Testpflichten wegen gesunkener Infektionszahlen weggefallen waren.

11:59 Uhr

Spahn rechtfertigt Masken-Geschäfte: „Wir waren in einer Notlage"

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in einem Interview mit dem «Spiegel» kontrovers-diskutierte Geschäfte mit Corona-Mund-Nase-Bedeckungen gerechtfertigt. Im «März letzten Jahres» habe er erkannt, dass man «mit unserer klassischen Beschaffung über die zuständigen Ämter nicht weiter» komme, sagte er in einem Gespräch mit dem Magazin (Freitag).

«Ich musste in dieser Zeit feststellen, dass es wesentlich besser funktioniert, wenn das Angebot von jemandem kommt, den man kennt und einschätzen kann», erklärte der CDU-Politiker und betonte zugleich, dass er nicht persönlich profitiert habe.

Die Beschaffung von Masken zu Beginn der Corona-Pandemie durch sein Ressort beschäftigt den Minister noch heute. Kritik gab es beispielsweise dafür, dass ein aus Spahns westfälischer Heimat stammender Logistikunternehmer damals einen großen Auftrag für den Transport aus China, Lagerung und Verteilung erhielt. «Wir waren in einer Notlage. Für mich zählte nur, dass wir gute Masken zu akzeptablen Konditionen bekommen haben, und zwar schnell», betonte Spahn.

Einige Lieferanten, die zum Teil günstigere Masken im Angebot hatten, sollen dem Spiegel-Bericht zufolge nicht zum Zug gekommen sein. «Meinen Leuten habe ich immer gesagt: Hier wird jeder gleich behandelt, auch wenn der Papst anruft», erklärte der Gesundheitsminister dazu.

11:53 Uhr

Nach EU-Gipfel: Österreich senkt Impfstoff-Erwartungen

Wien (dpa) - Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat nach dem EU-Gipfel die Notwendigkeit von Kompromissen bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen eingeräumt. Bei einer Pressekonferenz am Freitag vermied es Kurz, ein Ziel für zusätzliche Dosen für sein Land zu definieren und verwies auf bevorstehende Detailverhandlungen unter EU-Diplomaten. Am Vorabend hatten sich die Staats- und Regierungschefs grundsätzlich darauf geeinigt, Ungleichgewichte bei der Impfversorgung der EU-Staaten durch eine vorgezogene Teillieferung von zehn Millionen Impfdosen auszugleichen.

Die Regierung in Wien hatte vor dem Online-Gipfel die Hoffnung auf bis zu 400 000 zusätzliche Dosen für Österreich geäußert - doppelt so viel wie dem Land gemäß seines Bevölkerungsanteils in der EU zustehen würde. «Was Österreich betrifft bin ich sehr optimistisch, dass wir hier von dieser Lösung auch profitieren» sagte Kurz vor Journalisten. «Am Ende des Tages braucht es einen guten Kompromiss», fügte der Kanzler hinzu.

Österreich und fünf östliche EU-Staaten hatten eine ungleiche Verteilung der Impfstoffe in der EU beklagt. Das liegt daran, dass nicht alle EU-Staaten die ihnen nach Bevölkerungszahl zustehenden Mengen gekauft haben. Während beim Gipfel östliche Impf-Nachzügler auf Verständnis stießen, gab es wenig Sympathie für das relativ gut versorgte Österreich.

11:30 Uhr

In Frankreich könnten bald Tier- und Zahnärzte gegen Corona impfen

Paris (dpa) - In Frankreich könnten bald auch Tierärzte und Zahnärzte Impfungen gegen das Coronavirus verabreichen. Die oberste Gesundheitsbehörde des Landes empfahl in einer Stellungnahme vom Freitag, diese und weitere Berufsgruppen in die Liste der zum Impfen Berechtigten aufzunehmen. Demnach könnten durch die Ausweitung weitere 252.000 zusätzliche Fachkräfte die Impfkampagne vorantreiben. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, muss die Empfehlung allerdings noch formell von der Regierung gebilligt werden.

Präsident Emmanuel Macron hatte vor wenigen Tagen angekündigt, auch Medizinstudierende und Medizinpersonal im Ruhestand für Impfungen mobilisieren zu wollen. Auch für diese Gruppen gab die Behörde unter bestimmten Voraussetzungen eine Empfehlung. Mit Stand Donnerstagabend hatten mehr als 7,1 Millionen Menschen in Frankreich eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das Land mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist von der Pandemie schwer getroffen. Etwa 4,4 Millionen Menschen infizierten sich nachweislich mit dem Coronavirus. Mehr als 93.000 von ihnen starben.

11:12 Uhr

Hausärzte in Thüringen können ab Dienstag Corona-Impfstoff ordern

Berichtigung 16:53 Uhr

Klargestellt wurde, dass der Impfstoff für die ersten Impfungen in der Woche nach Ostern bis 30. März bestellt werden muss und ab 30. März für die danach folgenden Wochen. Die KV Thüringen hat ihre ursprünglichen Angaben präzisiert.

Erfurt (dpa) - Hausärzte in Thüringen können nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vom kommenden Dienstag (30. März) an Impfstoff für die Corona-Schutzimpfung in ihren Praxen bestellen. Die Praxen seien darüber in einem Schreiben informiert worden, teilte eine Sprecherin der KV am Freitag mit. Aus dem Schreiben geht hervor, dass die Ärzte pro Woche maximal 30 Impfdosen in einer Apotheke ihrer Wahl ordern können.

Eingesetzt wird das Mittel von Biontech/Pfizer. Die erste Lieferung mit Impfstoff solle voraussichtlich in der Woche nach Ostern - am 6. oder 7. April - in den Praxen eintreffen. Steht nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, soll der vorhandene so verteilt werden, dass alle Praxen die gleiche Menge erhalten.

Zunächst sollen Menschen im höheren Lebensalter geimpft werden - auch im Hausbesuch. Die KV verwies die Praxen darauf, dass die Impfrangfolge (Priorisierung) einzuhalten sei. Nach der Belieferung haben die Praxen fünf Tage Zeit, das Vakzin zu verbrauchen. Impftermine vergeben die Praxen selbst, eine zentrale Einladung gibt es nicht. Die Impfwilligen müssen sich auch nicht an die oft überlastete Vergabehotline oder das Thüringer Online-Terminportal wenden. Dort gibt es nur Termine für die Impfstellen und -zentren.

Laut KV haben zunächst rund 800 der rund 1500 Hausärzte in Thüringen Interesse an der Corona-Impfung in ihren Praxen bekundet. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete dies als einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität. Sie sei sich sicher, «dass die Hausärzte den begonnenen Weg, die Risikogruppen zuerst zu impfen, sehr verantwortungsbewusst fortsetzen werden», erklärte sie am Freitag.

Anders als Pflegeheimbewohner waren etwa zu Hause lebende Pflegebedürftige bislang auf die Impfstellen angewiesen, was vor allem für körperlich beeinträchtigte Menschen oft problematisch oder unmöglich war. In Thüringen hatten bis Freitag 11,3 Prozent der Menschen zumindest die Erstimpfung erhalten, den kompletten Schutz aus Erst- und Zweitimpfung hatten 5,2 Prozent der Menschen.

10:48 Uhr

Mehr als 10 Prozent der Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft

Berlin (dpa) - Etwas mehr als 10 Prozent der Menschen in Deutschland haben mindestens die erste Dosis der Corona-Impfung erhalten. Insgesamt seien mehr als 12 Millionen Dosen verabreicht worden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin. Die zweite Dosis haben bereits 4,4 Prozent der Menschen bekommen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von Freitagmorgen hervorgeht.

Im April werden 15 Millionen Impfdosen erwartet, sagte Spahn. Das seien mehr, als im ganzen ersten Quartal verimpft worden seien. Das mache deutlich, «wie die Impfkampagne an Dynamik gewinnen kann und gewinnen wird». Alle aus der 2. Prioritätsgruppe - unter anderem Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen und bestimmte Berufsgruppen - sollten nun in die Impfkampagne einbezogen werden.

Spahn wies darauf hin, dass die Impfungen bei älteren Menschen schon deutlich Wirkung zeigen. So sei die 7-Tage-Inzidenz bei Menschen über 80 Jahren von über 290 Anfang Januar auf jetzt 55 gefallen. Am aktuellen Infektionsgeschehen seien sie «unterdurchschnittlich» beteiligt. Auch die Corona-Ausbrüche in den Pflegeheimen seien deutlich zurückgegangen, von über 370 pro Woche Ende des vergangenen Jahres auf aktuell weniger als 20 pro Woche.

10:32 Uhr

Testpflicht bei Flug-Einreisen erst ab Dienstagfrüh

Berlin (dpa) - Die generelle Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug nach Deutschland soll erst in der Nacht von Montag zu Dienstag in Kraft treten. Der Starttermin werde noch einmal etwas verschoben, um mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin. Die entsprechende Verordnung habe er unterschrieben. Zunächst war geplant, dass die neuen strengeren Vorgaben in der Nacht zu Sonntag in Kraft treten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten beschlossen, dass der Bund angesichts der weltweiten Pandemie eine generelle Testpflicht vor Abflug als Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland festschreiben soll. Schon jetzt müssen Einreisende einen negativen Test vor dem Abflug vorweisen, die aus «Hochinzidenzgebieten» mit besonders vielen Infektionen sowie Gebieten mit neuen Virusvarianten kommen.

Flugreisende sollen die Kosten der Tests grundsätzlich selbst tragen. Eine Beförderung durch die Fluggesellschaft ist nur mit negativem Testnachweis gestattet. Andernfalls soll man sich nach den örtlichen Vorschriften auf eigene Verantwortung in Isolierung begeben müssen.

Zum Reizthema geworden war zuletzt, dass Tausende deutsche Urlauber auf die spanische Insel Mallorca flogen, für die Testpflichten wegen gesunkener Infektionszahlen weggefallen waren. Die neue Regelung gilt nun aber nicht nur für Mallorca, sondern generell. Und nur für Flüge, nicht für Reisen mit anderen Verkehrsmitteln.

9:58 / aktualisiert 12:34 Uhr

Biontech/Pfizer prüfen Corona-Impfstoff an Kindern

MAINZ (dpa-AFX) - Biontech und Pfizer haben mit Studien zu Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern bis einschließlich elf Jahren begonnen. Bisher ist das Vakzin, das das Mainzer Unternehmen zusammen mit dem US-Hersteller entwickelt hat, für Jugendliche ab 16 Jahren bedingt zugelassen. Studien für die Altersgruppe 12 bis 16 laufen bereits. Nun werden auch Kinder ab sechs Monaten in die Studien einbezogen, wie eine Biontech-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur berichtete.

"Jüngere Kinder, die einen großen Teil der Weltbevölkerung stellen, spielen eine entscheidende Rolle in unserem Kampf gegen Covid-19", teilten die Unternehmen mit. Wenn die Studien erfolgreich sind und die Zulassungsbehörden das Produkt genehmigen, könne der Impfstoff nach Einschätzung der Unternehmen Anfang 2022 für jüngere Kinder verfügbar sein.

Auch andere Impfstoffhersteller haben bereits mit Studien an Kindern begonnen. Das gehört nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) zu den Auflagen der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), die an die bedingten Zulassungen für Erwachsene geknüpft sind. Üblicherweise arbeiten sich die Hersteller altersgruppenweise zu immer jüngeren Kindern vor.

Die ersten Probanden bis einschließlich elf Jahren seien am Donnerstag geimpft worden, berichteten Pfizer und Biontech am Freitag. Das sei Teil der fortgeführten Studien der Phasen 1, 2 und 3, mit denen Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität des Pfizer-Biontech-Impfstoffs BNT162b2 überprüft werden.

Einbezogen würden gesunde Kinder zwischen sechs Monaten und elf Jahren. Zwei Drittel der Probanden bekommen den Angaben zufolge den tatsächlichen Impfstoff, ein Drittel ein Placebo. Teilnehmen sollen rund 4500 Kinder in den Vereinigten Staaten und Europa.

In Phase 1 geht es um die richtige Dosis. Dafür werden die Kinder in drei Altersgruppen unterteilt: fünf bis elf Jahre, zwei bis fünf Jahre und unter zwei Jahre. Die älteste Gruppe beginnt, zunächst mit 144 Teilnehmern, danach sollen schrittweise die jüngeren Gruppen folgen. In Phase 2 und 3 werden dann Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität der für die einzelnen Altersgruppen ermittelten Dosierung des Vakzins geprüft.

An Kindern zwischen 12 und 15 Jahren wird der Impfstoff als Teil der Phase 3 bereits seit Herbst 2020 getestet. 2259 Kinder in dieser Altersgruppe nehmen den Angaben zufolge daran teil. Die Daten seien vielversprechend und sollen bald veröffentlicht werden.

Laut Paul-Ehrlich-Institut können Impfstoffe nur für die Altersgruppen zugelassen werden, für die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit aus klinischen Prüfungen vorliegen. In diesem Fall würde die bestehende Zulassung durch eine sogenannte Änderungsanzeige auf Jüngere ausgedehnt.

Bei Kinderärzten wird das Impfen von Kindern unterschiedlich beurteilt: Sie erkranken selbst so gut wie nie schwer, können aber das Virus unbemerkt weitertragen. Ob die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Impfung für Kinder in Deutschland empfehlen würde, ist offen. Auf die Frage "Wird es eine Impfempfehlung für Kinder gegen Covid-19 geben?", schreibt das Robert Koch-Institut auf seiner Webseite: "Das ist bisher noch nicht absehbar."

Der Erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Johannes Hübner, sagte dem SWR, er hoffe auf die Zulassung eines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche noch in diesem Jahr. "Das werden wir sicher empfehlen." Hübner verwehrte sich allerdings gegen die Darstellung, Kinder und Jugendliche seien Pandemie-Treiber: Die gestiegene Zahl an erkannten Infektionen in diesen Gruppen sei vor allem auf mehr Schnelltests an Schulen und in Kitas zurückzuführen.

Impfstoff-Studien an Kindern seien nicht unproblematisch, sagte der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz und Stiko-Mitglied, Fred Zepp, im Februar der dpa: "Je jünger der Mensch ist, desto ausgeprägter kann er reagieren und desto stärker sind eventuell auch Nebenwirkungen.

9:17

Testen in Unternehmen: Heil setzt weiter auf Selbstverpflichtung

Berlin (dpa) - Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) setzt weiterhin darauf, dass Unternehmen ihrer Selbstverpflichtung zu den Corona-Testangeboten für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachkommen. «Aber wenn das nicht passiert, muss auch klar sein, werden wir ein verpflichtendes Testangebot machen», sagte der Politiker im ZDF-«Morgenmagazin» am Freitag.

Das gelte nicht nur für den privaten Sektor, sondern auch für die öffentlichen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. «Es muss jetzt so sein, dass alle ran müssen und Verantwortung übernehmen, damit wir durch die dritte Welle kommen.» Das ginge nur durch testen in allen Bereichen. Zudem sei die Verfügbarkeit der Tests «massiv gestiegen». Heil gehe davon aus, dass der «Markt es hergibt», regelmäßige Testungen bei den rund 45 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland durchzuführen.

9:15

Corona in den USA: Mehr als 67.000 Corona-Neuinfektionen

Baltimore (dpa) - In den USA sind am Donnerstag 67 443 neue Corona-Fälle und 1558 Tote nach einer Infektion gemeldet worden. Dies geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Freitagmorgen (MEZ) hervor. Am selben Tag der Vorwoche waren es 60 501 Neuinfektionen und 1616 Tote. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300 416 neuen Fällen sowie am 12. Januar mit 4477 Toten registriert. Die Geschwindigkeit beim Rückgang der landesweiten Neuinfektionen hatte sich zuletzt verlangsamt.

Mit mehr als 546 000 Toten und 30 Millionen Infektionen sind die Vereinigten Staaten in absoluten Zahlen das weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Inzwischen sind aber auch schon mehr als 87,3 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft. Insgesamt zählen die USA knapp 330 Millionen Einwohner.

Die Webseite der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.

8:44

Nida-Rümelin: Datenschutz in Corona-Krise hat Leben gekostet

München (dpa) - Deutschland hat scharfen Datenschutz in der Corona-Krise aus Sicht des Philosophen Julian Nida-Rümelin (66) mit vielen Menschenleben bezahlt. Die Entscheidung, die Corona-App freiwillig zu machen und nicht verpflichtend, sei falsch gewesen. «Manche Verteidiger des Datenschutzes sind zufrieden. Daneben steht aber die Bilanz der Krise: Über 70 000 Todesfälle, 500 000 zusätzliche Arbeitslose, vernichtete Existenzen, ein deutlicher Anstieg psychischer Erkrankungen in Deutschland», sagte der Münchner Philosophieprofessor dem «Münchner Merkur» (Freitag). «Dagegen weniger als 1000 Todesfälle in Südkorea, das nach China das zunächst am stärksten betroffene Land war». In Südkorea sei die App Pflicht gewesen.

Für Nida-Rümelin, der Kulturstaatsminister im Kabinett von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) war und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates ist, stimmt die Prioritätensetzung in der Krise nicht: «Wir schränken so gut wie alle unsere Grundrechte massiv ein – die Freiheit der Berufsausübung, das Eigentumsrecht, die Versammlungsfreiheit, die Mobilitätsfreiheit. Wir nehmen das in Kauf. Nur in einem Bereich darf es keine Einschränkung geben: beim Datenschutz.»

Die Datenschutzpraxis in Deutschland sei «nicht überzeugend ausbalanciert». «Es gibt eine Asymmetrie zwischen dem laxen Datenschutz privater Anbieter und der hohen Zurückhaltung gegenüber Einrichtungen wie Gesundheitsämtern», sagte er der Zeitung. «Sogar der Versand von Einladungen für Impftermine wurde dadurch behindert. Das Alter der Empfänger musste anhand ihrer Vornamen geschätzt werden, weil die in den Behörden verfügbaren Daten für den Versand nicht genutzt werden durften. Mit Facebook gehen wir aber groteske Verträge ein, ohne sie auch nur zu lesen.»

8:22

Berliner Arztpraxen haben 34.000 Impfdosen bekommen

Berlin (dpa/bb) - Im Rahmen des Berliner Modellprojektes zu Corona-Impfungen durch niedergelassene Ärzte haben die beteiligten Arztpraxen bisher rund 34 000 Astrazeneca-Impfdosen bekommen. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage mit. Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers soll verstärkt in Arztpraxen zum Einsatz kommen. Im Impfzentrum im Tegel wird er ab dem 7. April nicht mehr verwendet. «Impfstoffe, die in den Impfzentren nicht gebucht werden, werden kurzfristig an Arztpraxen umgesteuert», teilte die Gesundheitsverwaltung mit. Dafür seien weitere 80 Praxen ausgesucht worden, die zu den bisher beteiligten 134 hinzukommen.

Bisher hat Berlin nach Angaben der Gesundheitsverwaltung 163 000 Astrazeneca-Impfdosen erhalten. Davon seien 75 000 für Impfzentren und Mobile Impfteams verplant, von denen 47 600 schon für Impfungen genutzt wurden. 54 000 Impfdosen wurden den Krankenhäusern geliefert, von denen über 32 000 für die Impfung der Beschäftigten verwendet wurden. Die Krankenhäuser sind aufgefordert, Mitarbeitende und chronisch kranke Patienten zu impfen.

Die Impfungen mit Astrazeneca waren in Deutschland und mehreren anderen Staaten Mitte März kurz ausgesetzt worden, weil mehrere Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden. Mittlerweile wird Astrazeneca wieder gespritzt. Der Impfstoff ist aus Sicht der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) sicher.

8:09 

Der 'Oxford-Impfstoff': AstraZeneca-Mittel als nationale Wunderwaffe

Seit Beginn der Pandemie verkauft Johnsons Regierung die Eindämmung des Coronavirus als nationale Anstrengung, die der des Zweiten Weltkriegs gleicht. Täglich ist von „Kampf" und „Gefecht" die Rede und immer wieder wird der Geist der Weltkriegsgeneration beschworen. Dazu gehört, den - wie die Regierung nicht müde wird zu betonen – maßgeblich in Großbritannien vorangetriebenen und finanzierten Impfstoff zu preisen.

Demonstrativ ließ sich Johnson das Präparat spritzen, das der Pharmakonzern Astrazeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat. Es gilt als Wunderwaffe im Kampf gegen den „unsichtbaren und kaltblütigen Feind", wie Churchill-Bewunderer Johnson es formuliert – und hat inzwischen einen Status ähnlich dem der Spitfire-Flugzeuge oder des Radars, die dabei halfen, den Krieg zu gewinnen. Kritik am „Oxford-Impfstoff", wie Regierungsmitglieder das Vakzin gerne nennen, wird als Kritik am eigenen Land verstanden.

An diesem Samstag (27. März) ist es ein Jahr her, dass der Premier seine Corona-Infektion öffentlich machte. Sie hätte ihn beinahe das Leben gekostet, wie er später bekannte. Tagelang musste er auf der Intensivstation behandelt werden. Überhaupt war 2020 kein gutes Jahr für Johnson. Es fehlte an Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten, mehrmals zögerte der Premier lange, bevor er einen Lockdown verhängte. Das Test- und Kontaktverfolgungsprogramm kam nicht in Gang. Großbritannien wurde zum Land mit einer der höchsten Todesraten in der Pandemie weltweit.

Doch das Blatt hat sich gewendet. Mittlerweile hat der 56 Jahre alte konservative Politiker vor allem dank des erfolgreichen Impfprogramms einen Lauf - mehr als die Hälfte der Erwachsenen hat bereits eine erste Dosis erhalten. Die zuerst in England entdeckte Virusvariante B.1.1.7 hatte um den Jahreswechsel einen Anstieg der Infektionen verursacht, doch das ist inzwischen überstanden. Die strengen Lockdown-Maßnahmen tragen Früchte. Die Zahlen gehen weiterhin zurück. Ein Ende der Einschränkungen scheint bereits in Sicht.

Zu Johnsons politischem Erfolg trägt aber auch bei, dass es in der EU alles andere als rund läuft. Die Infektionszahlen steigen und die Impfkampagne geht nur schleppend voran. Der Mann, der seine Karriere vor allem dem Brexit verdankt, versteht es, daraus Kapital zu schlagen. Zwar hält er sich verbal inzwischen sehr mit Provokationen zurück - stets ist von „Freunden und Nachbarn" die Rede -, doch für den britischen Premier scheint der innenpolitische Nutzen einer Konfrontation mit Brüssel größer zu sein als die Vorzüge einer Kooperation. So wurde der Impferfolg unter anderem mit einer wenig partnerschaftlichen Strategie erreicht.

London hat einen exklusiven Vertrag mit AstraZeneca geschlossen, der dem Land eine bevorzugte Behandlung einräumt. „Unser Vertrag übertrumpft deren", bekannte Gesundheitsminister Matt Hancock freimütig im Hinblick auf die EU, die massive Kürzungen der versprochenen Liefermenge des britisch-schwedischen Herstellers hinnehmen musste. Die EU klagt zudem darüber, dass Großbritannien bereits Millionen Impfstoffdosen vom Kontinent erhalten hat, aber bisher nichts zurückkam.

In Großbritannien aber ficht das die wenigsten an. Zumal der Impfstoff in Europa ohnehin nicht geschätzt werde, wie häufig angeführt wird. Tatsächlich hat AstraZeneca in Europa ein Image-Problem. Zuerst hieß es, das Vakzin biete deutlich weniger Schutz als andere Mittel. Das ist mittlerweile von mehreren Studien widerlegt. Zuletzt setzten mehrere europäische Länder, auch Deutschland, die Impfungen mit dem Präparat vorübergehend aus, um einen möglichen Zusammenhang mit der Bildung von Blutgerinnseln im Gehirn zu erforschen.

„Die Europäische Union würde eher ihre Einwohner sterben lassen, als dass das Vereinigte Königreich Erfolg hat", twitterte der Kolumnist Tony Parsons. „Sie haben den brillanten, billigen und effizienten Impfstoff von AstraZeneca in den Dreck gezogen – ein Akt medizinischer Dummheit und politischen Wahnsinns." Dass es auch in den USA Vorbehalte gegen den Impfstoff gibt, spielt in der britischen Debatte kaum eine Rolle.

„In England wird der „Oxford-Impfstoff" als nationaler Erfolgsgarant behandelt, als Symbol für britischen Mut und Einfallsreichtum", kommentierte die „Irish Times". Wie der Sender Sky News kurz nach Beginn der Impfkampagne berichtete, hätten manche Kabinettsmitglieder auf die Fläschchen am liebsten die britische Nationalflagge gedruckt.

Ob Johnson von der Euphorie um den Impf-Erfolg dauerhaft profitieren kann, wird davon abhängen, ob sie so gut weitergeht wie bisher. Eine verspätete Lieferung aus Indien sorgt im April voraussichtlich für verlangsamtes Tempo beim Impfen. Zudem haben bisher nur wenige Menschen beide Impfdosen erhalten. (dpa-AFX)

6:00

Corona-Spätfolgen: Zunahme der Fallzahlen bei Jugendlichen erwartet

Berlin/Freiburg (dpa) - Mit der Zunahme der Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen sind nach Einschätzung eines pädiatrischen Infektiologen auch mehr Spätfolgen in diesen Gruppen zu erwarten. «Wir rechnen durch die Lockerungen der Maßnahmen mit mehr Betroffenen mit meist diffusen, länger anhaltenden gesundheitlichen Problemen», sagte Markus Hufnagel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. «Darauf ist die Pädiatrie im Vergleich zur Versorgungssituation bei Erwachsenen nach überstandener Infektion noch nicht vorbereitet.»

In der Fachsprache ist bei dem Phänomen von Long Covid (Langes Covid-19) oder Post Covid (Nach Covid-19) die Rede. Da für Kinder und Jugendliche noch keine Covid-19-Impfstoffe zugelassen sind, zählen sie zu den Gruppen, die noch einige Monate empfänglich für das Virus sein werden. Seit Wochen steigt die Zahl der erfassten Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) an.

«Das Krankheitsbild ist sehr variabel», erläutert Hufnagel. Darunter seien chronische Erschöpfung, generelle Leistungsminderung und Gelenk- und Muskelschmerzen, aber auch Hautveränderungen. Solche anhaltenden gesundheitlichen Einschränkungen seien auch von anderen Virusinfektionen wie dem Pfeifferschem Drüsenfieber bekannt.

4:10

Nato beginnt mit vorzeitigen Corona-Impfungen

Brüssel (dpa) - Um eine reibungslose Organisation des ersten Nato-Gipfels mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden zu ermöglichen, werden derzeit rund 3500 Beschäftigte in der Brüsseler Bündniszentrale vorzeitig gegen Corona geimpft. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat medizinisches Personal am Donnerstag mit dem Spritzen der Vakzine begonnen. Bereits an diesem Samstagabend soll die erste Impfrunde abgeschlossen sein. Als Termin für den ersten Nato-Gipfel mit Biden wird derzeit der 14. Juni in Erwägung gezogen.

Die Immunisierung des Nato-Personals kann erfolgen, weil sich Polen trotz Impfstoffknappheit im eigenen Land dazu bereit erklärt, die insgesamt rund 7000 notwendigen Dosen zur Verfügung zu stellen. Das Nato-Gastland Belgien wollte nicht von der normalen Impfreihenfolge abweichen. Nach ihr wäre in der Nato-Zentrale frühestens im kommenden Monat geimpft worden. In Belgien werden derzeit nur Menschen geimpft, die älter als 65 Jahre sind, in der medizinischen Versorgung arbeiten oder zum Beispiel bestimmte Gesundheitsprobleme haben.

Die Regierung in Warschau begründete die Impfstofflieferung mit der Bedeutung der Nato für das Land und mit der vergleichsweise geringen Anzahl an Dosen, die für die Bündniszentrale benötigt werden. So sollen die ersten 3500 Vakzine des Herstellers Astrazeneca weniger als einem Prozent der Impfstoffmenge entsprechen, die das Land in dieser Woche geliefert bekommen hat.

Zugleich zeigen allerdings von der EU veröffentlichte Zahlen, dass in Polen zuletzt vergleichsweise viele Menschen an oder mit Covid-19 starben. Pro eine Million Einwohner wurden innerhalb von 14 Tagen mehr als 100 Corona-Tote gezählt. In Belgien oder Deutschland waren es beispielsweise nur je rund 30.


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