Weitere Impfstoffe weltweit in den Startlöchern

Arzneimittelbehörde EMA verschiebt Entscheidung zu Moderna-Impfstoff

Stuttgart - 05.01.2021, 14:15 Uhr

Der Impfstoff von Moderna ist bereits in den USA und Kanada zugelassen. Bei einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen. (c / Foto: imago images / ZUMA Wire)

Der Impfstoff von Moderna ist bereits in den USA und Kanada zugelassen. Bei einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen. (c / Foto: imago images / ZUMA Wire)


Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Entscheidung über die Empfehlung eines zweiten Corona-Impfstoffes für die EU auf Mittwoch verschoben. Der Expertenausschuss der EMA war bereits zwei Tage früher als geplant zusammengetroffen und hatte über die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Moderna beraten. Dabei seien einige Fragen offen geblieben.

Wie die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Montagabend in Amsterdam mitteilte, hat sie die Entscheidung über die Empfehlung eines zweiten Corona-Impfstoffes für die EU auf Mittwoch verschoben. Der Expertenausschuss der EMA war bereits am Montag und damit zwei Tage früher als geplant zusammengetroffen und hatte über die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Moderna beraten. Dabei seien einige Fragen offen geblieben, sagte der niederländische Vertreter in dem Ausschuss. Die EMA hatte bereits zuvor nicht ausgeschlossen, dass eine Entscheidung erst bei der planmäßigen Sitzung des Ausschusses am Mittwoch fallen könnte.

Der Impfstoff von Moderna ist bereits in den USA und Kanada zugelassen. Bei einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte in kürzester Zeit geschehen. Es wäre nach dem Präparat der Hersteller Pfizer und Biontech der zweite Impfstoff gegen COVID-19, der in den EU-Mitgliedstaaten zugelassen würde. Die EU hat bei Moderna bereits 160 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt.

Erster Brite mit heimischem AstraZeneca-Vakzin geimpft

In England ist am vergangenen Montag der erste Brite mit dem heimischen Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns AstraZeneca geimpft worden. Der 82 Jahre alte Dialyse-Patient Brian Pinker aus Oxford habe am Montagmorgen den schützenden ersten Piks in der dortigen Uniklinik erhalten, teilte der britische Gesundheitsdienst NHS mit. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete den Impfstart mit dem Mittel als „unverzichtbaren Schritt“ im Kampf gegen die Pandemie. Großbritannien hatte dem Präparat in der vergangenen Woche eine Notfallzulassung erteilt. Nach dem Biontech/Pfizer-Impfstoff ist es die zweite Corona-Vakzine, die in Großbritannien zum Einsatz kommt. 

Auch Mexiko hat den Coronavirus-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca und der Universität Oxford zugelassen. Die staatliche Kommission zum Schutz vor Gesundheitsrisiken (Cofepris) erteilte am Montag nach eigenen Angaben der Vakzine eine Notfallzulassung. In Lateinamerika hatten vor Mexiko bereits Argentinien und El Salvador das Präparat zugelassen. Mexiko hatte an Heiligabend als erstes Land Lateinamerikas begonnen, seine Bürger gegen das Coronavirus impfen zu lassen – mit dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer. Inzwischen wurden in dem nordamerikanischen Land nach Regierungsangaben knapp 44.000 Menschen damit geimpft.

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Wo wird schon geimpft?

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca und der Universität Oxford wies in Studien eine geringere Wirksamkeit auf als das Biontech-Präparat, kann aber mit weniger Aufwand gelagert werden und ist deutlich günstiger. Er wird derzeit auch von den europäischen Zulassungsbehörden geprüft. Im August hatten die Regierungen Argentiniens und Mexikos mit AstraZeneca vereinbart, dass der Impfstoff im Falle einer Zulassung in den zwei Ländern für ganz Lateinamerika außer Brasilien hergestellt werden solle.


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