Botendienste, Vergütung, Abgaberegeln, Notdienstklappe

Das sind die Forderungen der ABDA für die Coronakrise

Berlin - 23.03.2020, 10:20 Uhr

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt stellt zahlreiche Forderungen auf, mit denen Patienten geschützt und den Apothekern in der Krise geholfen werden soll. (m / Foto: imago images / HAIST)

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt stellt zahlreiche Forderungen auf, mit denen Patienten geschützt und den Apothekern in der Krise geholfen werden soll. (m / Foto: imago images / HAIST)


Schmidt: Zuweisungsverbot lockern

  • Der ABDA-Präsident fordert auch bei anderen Abgaberegeln mehr „Beinfreiheit“. Schmidt wörtlich: „Wir müssen von Vorschriften für Packungsgrößen und Wirkstoffdosierung abweichen können. Zur Not bekommt der Patient eine kleinere oder größere Packung als die vorgesehene, ausgeeinzelte Tabletten oder eine andere Wirkstoffdosierung.“
  • Für das Leben nach dem Lockdown fordert Schmidt, dass ältere Menschen und Risikogruppen weiter geschützt werden. Die Apotheker müssten dann „massenhaft“ Botendienste ausführen. Die Kassen sollten die Kosten dafür übernehmen.
  • Ebenso fordert der ABDA-Präsident, dass eine für die Apotheker wichtige Regelung gelockert wird: das Zuweisungsverbot. Wörtlich sagt Schmidt in dem Interview: „Gesundheitsminister Jens Spahn muss für die Zeit der Krise eine direktere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apotheken erlauben. Derzeit ist es Ärzten verboten, die Rezepte direkt an Apotheker weiterzugeben.“
  • Auf die Frage, ob die Apotheker noch ihren Betrieb aufrechterhalten könnten, bringt der ABDA-Präsident ebenfalls einen Wunsch ins Spiel. Denn er rechnet damit, dass sich auch immer mehr Apotheker und ihre Mitarbeiter infizieren werden. Daher die Forderung: „Derzeit gelten aber strenge rechtliche Auflagen, was die Personalstärke in einer Apotheke angeht. Die kann keiner mehr aufrechterhalten. Da muss eine Übergangsregelung für die Krise her.“
  • Und schließlich will Schmidt auch die Versorgung über die Notdienstklappe ermöglichen. Dazu sagt er, dass man eine Notverordnung brauche, in der die Pflicht des offenen Verkaufsraums aufgehoben wird.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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3 Kommentare

Schutzkleidung für Apothekenmitarbeiter

von Müller am 24.03.2020 um 14:04 Uhr

Hallo, ist ja schön, wenn Herr Schmidt mehr Geld fordert, braucht man dann sicher auch. Das Wichtigste ist doch, zentral Schutzmasken und Schutzbrillen zu besorgen, damit die Mitarbeiter gesund bleiben, sonst können sie die Apotheken zu machen. Die Ärzte schaffen das mal wieder über die KV zu organisieren.

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Forderungen der ABDA in der Krise

von Roland Mückschel am 23.03.2020 um 11:55 Uhr

Haltet mal die Füsse still.
Meiner Meinung nach gibt es derzeit für Apotheken
nur eine Forderung:
JEDE APOTHEKE MACHT DAS WAS SIE FÜR
RICHTIG UND ANGEBRACHT HÄLT:

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Notdienstklappe

von Conny am 23.03.2020 um 10:39 Uhr

Dichter geht es nicht meht !

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