AIDS-Forschung

Neuer Subtyp des gefährlichen Pandemie-Viruses entdeckt

Remagen - 15.11.2019, 16:30 Uhr

Das Humane Immundefizienz-Virus kann in zwei Typen unterteilt werden: HIV-1 und HIV-2. Von HIV-1 gibt es vier Untergruppen: M, N, O und P. (Foto: artegorov3@gmail / stock.adobe.com)

Das Humane Immundefizienz-Virus kann in zwei Typen unterteilt werden: HIV-1 und HIV-2. Von HIV-1 gibt es vier Untergruppen: M, N, O und P. (Foto: artegorov3@gmail / stock.adobe.com)


Wissenschaftler von Abbott haben einen neuen HIV-Stamm entdeckt. Zwei Proben dieses Subtyps waren schon in den 1980er und 1990er Jahren in der Demokratischen Republik Kongo aufgetaucht und eine weitere im Jahr 2001, die aber mit den damaligen Techniken nicht sequenziert werden konnte. Das ist nun mit Hilfe modernerer Methoden gelungen. Damit steht der Beweis für den neuen Subtyp fest.

Nach Global Health Observatory-Daten der Weltgesundheitsorganisation zu HIV und AIDS haben sich seit Beginn der globalen AIDS-Pandemie 75 Millionen Menschen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) infiziert. Knapp 38 Millionen leben damit. Das Virus ist zwar heute recht gut behandelbar, aber die Forschung bleibt wachsam und sucht weiterhin nach neuen Stämmen, um sicherzustellen, dass die verfügbaren Tests und Behandlungen auch in Zukunft gut funktionieren. Ein Team von Wissenschaftlern des Pharmakonzerns Abbott Laboratories und von der Universität von Missouri hat jetzt einen neuen HIV-Subtyp identifiziert. Er wird als HIV-1 Gruppe M, Subtyp L bezeichnet. Zum ersten Mal, seit im Jahr 2000 Richtlinien für die Klassifizierung neuer HIV-Stämme festgelegt wurden, ist es damit gelungen, einen neuen Subtyp der „Gruppe M“ zweifelsfrei zu beschreiben. 

Die Gruppe M des HIV-1

Das Humane Immundefizienz-Virus kann in zwei Typen unterteilt werden: HIV-1 und HIV-2. Von HIV-1 gibt es vier Untergruppen: M, N, O und P. Die Gruppe M wurde bis dato in neun Subtypen unterteilt: A, B, C, D, F, G, H, J und K. 90 Prozent aller HIV-Infektionen werden durch Viren der Gruppe M verursacht. Sie ist auch für die globale Pandemie verantwortlich, die auf die Demokratische Republik Kongo (DRK) in Subsahara-Afrika zurückzuführen ist. Dreißig Jahre nach der Entdeckung von HIV-1 bleibt die frühzeitige Übertragung, Verbreitung und Etablierung des Virus in menschlichen Populationen unklar. 

Anhand statistischer Ansätze, die auf HIV-1-Sequenzdaten aus Zentralafrika angewendet wurden, konnte gezeigt werden, dass Kinshasa, in der heutigen Demokratischen Republik Kongo gelegen, ab den 1920er Jahren im Mittelpunkt der frühen Übertragung und der Quelle von Pandemieviren aus der Zeit vor 1960 anderenorts war. Die Epidemie-Historie der HIV-1-Gruppe M und der nichtpandemischen Gruppe O sollen bis 1960 ähnlich gewesen sein, danach erfuhr die Gruppe M einen epidemiologischen Übergang und übertraf das regionale Bevölkerungswachstum.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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