Die letzte Woche 

Mein liebes Tagebuch

16.06.2019, 08:00 Uhr

Kann die Aussicht auf ein paar pharmazeutische Dienstleistungen so blind machen? (Foto: Andi Dalferth)

Kann die Aussicht auf ein paar pharmazeutische Dienstleistungen so blind machen? (Foto: Andi Dalferth)


Mehr Kohle für Apotheken? Rx-Versandverbot? Streik, weil die Rx-Preisbindung aus dem AMG gestrichen wird? Mein liebes Tagebuch, vergiss das alles! Kapier doch: Pharmazeutische Dienstleistungen heißt das Zauberwort, das ist unsere Rettung! An den pharmazeutischen Dienstleistungen wird die deutsche Apotheke genesen, lautet das Credo des BAK-Präsidenten. Oh nein, ich fass es nicht. Im Perspektivpapier steht noch, dass eine dynamisierte und faire Honorierung unsere Grundlage ist. Sag mal, ist die ABDA noch geerdet?

11. Juni 2019 

Das dauert noch, die Anbindung der Apotheken an die Telematik-Infrastruktur. Auch wenn Jens Spahn nun Druck macht, alles, was mit IT und Digitalisierung zu tun hat, braucht seine Zeit. Das Bundesgesundheitsministerium will den Apothekern nun eine Frist bis zum 31. März 2020 setzen: Dann, bitteschön, sollen alle Apotheken vollständig an die Telematik-Infrastruktur, also an die sichere und schnelle Datenautobahn des Gesundheitswesens angebunden sein. Na ja, mein liebes Tagebuch, mittlerweile gibt es von Seiten der ABDA schon mehr als deutliche Hinweise, dass man das trotz Drucks von oben nicht hinbekommen wird: Am 31. März 2020 werde man lediglich einen „flächendeckenden Rollout“ starten können. Aber der Grund liege laut ABDA nicht an der hauseigenen IT-Abteilung, sondern bei den Herstellern der dafür notwendigen Soft- und Hardware. So fehlen beispielsweise noch die dafür zugelassenen E-Health-Konnektoren. „Realistisch und möglich“ sei laut ABDA-Stellungnahme daher der 31. Dezember 2020. Nun ja, mein liebes Tagebuch, vielleicht hätte man mit dem gesamten Digitalisierungs-Schnickschnack auch ein bisschen früher beginnen können. Andererseits, ganz so wild sind wir letztlich auch nicht darauf, denn sobald die Telematik-Infrastruktur steht, geht’s auch mit dem E-Rezept rund. Und darauf freut sich schon heute DocMorris, wie der Versender mit seinen Werbeplakaten wissen lässt. 


Und auch das dauert noch: das E-Rezept-Projekt GERDA in Baden-Württemberg. Eigentlich hätte es schon in diesem Sommer starten sollen, eigentlich. Aber wie sich vor Kurzem herausstellte: Der wirkliche Start in den beiden Testregionen Stuttgart und Tuttlingen war, zumindest auf Fachebene, schon immer für November 2019 vorgesehen. Derzeit bastelt die ABDA-Digital-Tocher NGDA noch am Aufbau des Servers und der Schnittstellen und hofft, das Projekt im November starten zu können. Im Februar soll es dann, so der IT-Gott will, im gesamten Baden-Württemberg losgehen: Die ersten E-Rezepte werden dann durch die Leitungen flitzen. Dann sollte auch die Ärzte-Seite soweit sein, E-Rezepte ausstellen zu können, obwohl die gar nicht so wild darauf sind, wie man hörte. Mein liebes Tagebuch, die Technik ist die eine Seite, die andere sind die passenden Verträge mit den Krankenkassen, die es erlauben, Rezepte während eines Modellprojekts digital zu handeln. Und die Apotheken-Softwarehäuser müssen mitziehen und entsprechende Software zur Verfügung zu stellen, ein E-Rezept zu empfangen und es nach der Belieferung an die Kassen zur Abrechnung weiterzuleiten. Also, alles nicht so trivial, mein liebes Tagebuch. Und letztlich: Welches IT-Projekt wurde schon jemals zum geplanten Zeitpunkt fertig? Na siehste.

12. Juni 2019

Was soll man dazu sagen? In den Haushaltsentwurf der ABDA für 2020 ist wie von Geisterhand eine Regelung zur Vergütung des ABDA-Vorstands eingeflossen. Einen warmen Regen von 108.000 Euro mehr soll’s für den ABDA-Vorstand geben, ein kleines Plus von 23 Prozent. Da kann man nicht meckern – wenn man zum Vorstand gehört. Wer genau was bekommt, ist unklar und natürlich intern, einen Kommentar der ABDA gibt’s dazu erwartungsgemäß nicht, soweit geht die Transparenz dann doch nicht, wo kämen wir da hin. In den Kammern und Verbänden ist von einer solchen Anpassung offenbar nichts bekannt. Und an einen Beschluss für diese Vergütungserhöhung, den die Mitgliederversammlung (MV) hätte fassen müssen, können sich  viele Teilnehmer der vergangenen MV nicht erinnern. Mein liebes Tagebuch, wer wird denn so kleinlich sein. Und bitte keine Neiddiskussion! Wer viel und gut schafft, muss auch ordentlich was kriegen. Na also. Und außerdem führen die Mehrausgaben für die kleine Erhöhung nicht zu einer Beitragssteigerung – sie werden aus der Vermögensverwaltung finanziert. Am 25. Juni darf die ABDA-Mitgliederversammlung den Haushaltsentwurf dann schon im neuen Apothekerhaus in Berlin abnicken. Ist das nicht toll? 


Mein liebes Tagebuch, das ist sie also, die Zukunfts-Apowelt des BAK-Präsidenten Kiefer! Was da gar nicht vorkommt, das ist ein Streik, z. B. wenn der Rx-Preisbindungssatz aus dem AMG gestrichen wird (was wahrscheinlich eintreten wird): „Vergessen Sie’s, da machen die Kollegen nicht mit. Wenn wir über Wochen nur über die Notdienstklappe versorgen, fehlt uns die Kohle.“ Aha. Das Rx-Versandverbot hat der BAK-Präsident sowieso schon aufgegeben, da es „einfach nicht mehr realistisch“ ist. Eine Anpassung des Apothekenhonorars, vielleicht von 8,35 Euro auf z. B. 10 Euro, wäre auch „nicht so gut“, meint Kiefer, denn davon profitierten ja auch „die Großen und ganz Großen“. Ja, was nun, mein liebes Tagebuch? Sollen wir uns mit Glanz und Gloria auf die Apo-kalypse vorbereiten? Aber nicht doch! Wir bekommen doch aus der liebevollen Hand des Gesundheitsministers die pharmazeutischen Dienstleistungen kredenzt! Das ist der Rettungsanker – meint Kiefer: „Die pharmazeutischen Dienstleistungen sind ein sehr gelungenes Konzept.“ Na also, mein liebes Tagebuch, es ist das Konzept schlechthin. Nur, wie es genau im Detail aussehen wird, was wir dafür abrechnen können, ob es in dem erforderlichen Umfang von allen Apotheken zu leisten ist oder nur von einigen wenigen, ob da überhaupt die Krankenkassen mitziehen und ob da überhaupt Nennenswertes für uns herausspringt: Das wissen nur die Dienstleistungsgötter und die hüllen sich in tiefes Schweigen. Also, ziehen wir wie die Lemminge mit wehenden Fahnen in Richtung pharmazeutische Dienstleistungen. Was gibt es Schöneres?


Während sich unser BAK-Präsident Kiefer noch an den schönen Seiten des „Apotheken-Versenkungsgesetzes“, die es durchaus gibt, berauscht, denkt der scheidende Kammerpräsident von Nordrhein, Lutz Engelen, lieber darüber nach, ob man nicht besser gänzlich auf das Apotheken-Stärkungsgesetz verzichten könne, weil es die Apotheken in den Ruin treiben könnte. Mit Blick auf die Kiefer-Position meinte Engelen: „Wenn es bei diesem Stand bleibt, würde ich sagen: Dann lieber kein Gesetz als ein falsches Gesetz. Denn am Ende werden wir einen Scherbenhaufen haben, und die Politik wird erklären, dass wir das auch so wollten. Diese Verantwortung will ich aber nicht mittragen.“ Engelens Kammer verabschiedete daher eine Resolution, mit der die Kammer die Bundesregierung auffordert, sich „unverzüglich“ für den Erhalt der Gleichpreisigkeit einzusetzen. Denn der derzeitige Entwurf der Apothekenreform führe zum Gegenteil. Mein liebes Tagebuch, so sieht’s aus. 


Gut, dass wir den Bundesrat haben. Denn er sorgt beim GSAV, dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung, dafür, dass es nicht einfach vom Bundestag durchgewunken wird. Die Länder Thüringen und Brandenburg sind nämlich u. a. mit der vorgesehenen Kompromiss-Regelung zur Importförderklausel nicht einverstanden: Das Gesetzesvorhaben bedürfe einer „grundlegenden Überarbeitung“. Mein liebes Tagebuch, es gibt also noch Hoffnung, dass die unsägliche Verkomplizierung dieser Importförderung samt anachronistischer Verlängerung noch mal auf den Prüfstand kommt. Gibt der Bundesrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 28. Juni kein grünes Licht, kommt das Vorhaben also in den Vermittlungsausschuss und wird neu diskutiert. Und dann müssen Bundestag und Bundesrat diese Empfehlung beschließen. Vielleicht tut sich noch was. 

13. Juni 2019 

Keiner von unseren Standesvertretern kann später sagen, er hätte es nicht gewusst! Denn der Apothekenrechtsexperte Professor Hilko Meyer sagt es immer und immer wieder, auch auf der Delegiertenversammlung der Apothekerkammer Nordrhein: Er warnt eindringlich vor einer Streichung der Rx-Preisbindung für EU-Versender aus dem Arzneimittelgesetz. Denn zahlreiche Regelungen im SGB V sind mit dem einheitlichen Arzneimittelpreis verknüpft. Fällt er weg, wie mit dem Apotheken-Reformgesetz geplant, könnten diese Regelungen in unserem Arzneimittelpreissystem ins Wanken geraten. Mein liebes Tagebuch, das sollte man sich mal klar machen! Meyer nannte es sogar einen Skandal. Und da will uns der BAK-Präsident einreden, die pharmazeutischen Dienstleistungen seien unser Rettungsanker und machen alles wett. Ich glaub’s nicht. 


So langsam sickern noch ein paar Infos durch, was es mit der Vergütungsanpassung in der ABDA-Chefetage auf sich hat. Vereinfacht ausgedrückt soll es eine Vergütungserhöhung nur für die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands geben, für die es derzeit noch keinen pauschalen Verteilungsmechanismus gibt. Das heißt: Für die Spitze Friedemann, Arnold, Becker und Kiefer soll’s nicht mehr geben, aber für den Rest der Mannschaft, den übrigen Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands. Letztendlich soll mit dieser Vergütungsanpassung die berufspolitische Arbeit im geschäftsführenden Vorstand der ABDA für nachrückende Apotheker attraktiver gemacht werden, war zu vernehmen. Also, mein liebes Tagebuch, ein bisschen mehr Vergütungsgerechtigkeit. Na, mein liebes Tagebuch, wenn’s denn hilft…, wenn das den Nachwuchs motiviert…


Alarm! Störung im Securpharm-Datenbanksystem! Oh Gott, was nun? Bricht unsere bundesdeutsche Arzneimittelversorgung zusammen? Gemach, mein liebes Tagebuch, alles nur halb so wild. Erstens haben wir es mit Software zu tun, mit Internet, mit Digitalem, da kann das schon mal vorkommen, das wissen wir doch alle. Und zweitens gibt’s die FAQs: was ist wenn. Und da steht, dass man alles nachträglich ausbuchen kann… Macht nur ein bisschen Mehrarbeit… Vor Kurzem haben sich zwei Apothekers darüber unterhalten, wann die Datenbank wohl das erste Mal gehackt wird. Dann wird’s richtig lustig.

14. Juni 2019 

Recht haben sie, unsere beiden Kollegen Christian Redmann und Uwe Hansmann. Sie haben ein „massives Unwohlsein und Unzufriedenheit in der Kollegenschaft“ registriert darüber, wie unsere Berufsvertretung mit den Spahnschen Reformvorschläge umgeht.  Ja, mein liebes Tagebuch, möglicherweise ist dieses Grummeln an der Basis, das ungute Gefühl, die „Gewitterluft“ in den Niederungen im ABDA-Olymp noch nicht angekommen. Konkret geht’s darum, dass man oben das Rx-Versandverbot aufgegeben und die Anpassung unseres Honorars nicht mehr im Focus hat. Und bei der Gleichpreisigkeit nicht auf die Warnungen der Rechtsexperten hört. Redmann und Hansmann haben ins Perspektivpapier geguckt (ja, mein liebes Tagebuch, das gibt’s noch und schlummert im ABDA-Tresor). Und siehe da: Da steht z. B., dass die Grundlage für unseren heilberuflichen Versorgungsauftrag eine leistungsgerechte, dynamisierte und faire Honorierung über eine einheitliche, staatliche Vergütungsordnung ist. Mein liebes Tagebuch, wie hat das dann der BAK-Präsident gemeint, wenn er sagt, dass eine Anpassung des Apothekenhonorars auch „nicht so gut“ wäre, weil dann auch die Großen und ganz Großen davon profitierten. 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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15 Kommentare

Dreiste Verarsche

von W. Müller am 16.06.2019 um 19:20 Uhr

Was für ein hervorragendes Tagebuch heute. Lieber Kollege Ditzel, nur zum Dr. Kiefer möchte ich da gerne noch etwas deftiger nachlegen, da reicht´s jetzt nämlich wirklich aus Frontschwein-Sicht.

Dr. Kiefer suggeriert grobschlächtig, dass er die "Neuen Dienstleistungen" für ein "sehr gelungenes Konzept" hält (welches KONKRETE Konzept eigentlich?), weil davon die großen Apotheken im Vergleich zu den Kleineren weniger profitieren würden, als es bei einer Fixhonorars-Erhöhung der Fall wäre. Weil von der Höhe des Fixhonorars - also auch von der Stabilität desselben wg. Gleichpreisigkeit? - die Großen "auch" profitieren.

Ein paar von uns scheinen tatsächlich davon auszugehen, dass er selber das glaubt, was er da sagt. Bzw. dass er seine vollkommen bizarre Argumentation selber für irgendwie schlüssig hält. Dem ist garantiert nicht so, denn doof ist er ja auf gar keinen Fall. Diese Annahme wäre für die politische und kollegiale Einschätzung des Herrn Dr. Kiefer m. E. vollkommen missweisend.

Allerdings hält er m. E. uns - sein Fussvolk - für so doof, dass wir ihm das als Begründung für seine bisherigen Ergebnisse in den Spitzengesprächen ABDA/Spahn abnehmen könnten. Um diese Ergebnisse dann viellecith sogar für weise zu halten …

Er selber weiß ganz genau, dass die "Neuen Dienstleistungen" gemäß aktueller Beschlusslage den Friedhofs-Effekt zugunsten deutlich über dem Durchschnitt liegender Apotheken massiv befeuern würden, wenn sie gerade mal kostendeckend oder - was wahrscheinlicher ist - sogar klar defizitär honoriert eingeführt werden sollten. Was für ein Unternehmen betreibt er außer AVOXA eigentlich selber, würde mich langsam mal dringend interessieren?

Er weiß ganz genau, dass diese Dienstleistungen so rustikal wie gerade von ihm durchgeprügelt nur zum zusätzlichen, sauteuren Werbekostenblock werden würden. Genau wie das von ihm vermeintlich „Berufsidentitäts-stiftend“ möglichst überkompliziert gestaltete Cannabis-Geschäft. Auf Dauer nur machbar für die wirklich Großen, die sich das zur Rezept-Umsteuerung unter Verdrängung der Schwächeren personell und finanziell leisten können.

Auch wenn viele meinen, mitten in dieser aktuellen Gesetzgebung darf man einfach die berufspolitische Spitze nicht wechseln: Das dreiste, mies niedrige Niveau, auf dem – wie hier - mit uns umgegangen wird, und die Tatsache, dass diese Spitze unsere mehrheitlichen Inhaber-Interessen in ihren "Geheimgesprächen" mit Jens Spahn genauso dreist hintan gestellt hat, macht es zur Abwendung weiteren Schadens unumgänglich.

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Apothekenstärkungsgesetz

von Roland Mückschel am 16.06.2019 um 18:25 Uhr

Es gibt doch erstaunlich viel
Alternativen zu diesem Machwerk!
1. RxVV wieder einführen
2. Plan C der Basisapotheker. Leider von vielen
nicht begriffen.
3. Streik zur Durchsetzung unserer Interessen.
Nr 1. bis 3. kostet die KK nichts.
4. Berechtigte Forderung nach einer Erhöhung unseres
Fixums. Verbunden mit Plan C würde das die KK auch
nichts kosten.
Jetzt sollte wirklich mal aus allen Rohren geschossen
werden wie die ABDA versprochen hat.
Aber nein, Schwanzeinziehen ist angesagt.
Warum ist es so schwer den Politikvertretern und
der Bevölkerung unsere Leistungen aufzuzeigen
und die Konsequenz aus dem Apothekensterben zu
vermitteln?
Verdammt ABDA, Dann kauft Euch doch die Leute
die die Meinung machen. Das ist doch keine Propaganda
sondern die Realität.

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Schmidt und Kiefer

von Conny am 16.06.2019 um 15:10 Uhr

Wir sind selber schuld (na ja, ich nicht).Wenn ich an den letzten Apothekertag denke wie die Deppen geklascht haben und jegliche kritische Frage abgebügelt wurde.

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F. Schmidt und Dr. Kiefer, was geht in Euren Köpfen vor?

von Heiko Barz am 16.06.2019 um 14:03 Uhr

Wir an der Basis möchten - in klaren Sätzen von F. Schmidt wissen, was er mit Spahn ( man muß jetzt schon sagen: hinter unserem Rücken und wie man jetzt behaupten kann: gegen die eigenen Beitragszahler ) in hinterlistigster Form beschlossen hat.
Die MV Ende Juni könnte das wohl verlangen, um zu erfahren, was dieser Mann wirklich vorhat. Ich erlaube mir zu behaupten, dass er höchst eigenen Nutzen in seinen „grünstarigen“ Augen hat.
Gerade stelle ich mir vor, der scheidende Montgommery wäre so mit seinen Kollegen verfahren.
Es gibt tatsächlich noch Führungsriegen, deren ganze Kraft gilt, für ihre von ihnen Abhängigen.
Zu Kiefer: hat dieser Mann irgend einen konkreten Vorschlag für seine euphorischen Dienstleistungsparameter genannt?Wenn mal ganz platt gefragt wird; welche finanziellen Aussichten, die sich parallelisieren lassen bezüglich unserer seit 15 Jahren stagnierenden Honnrarverbesseung, könnte er gedankenspielerisch einfordern, wenn nicht gleich mit der unsäglichen H2m Keule gedroht wird.
Ich möchte hier noch kein neues Fass aufmachen, aber die allergrößte Schande für unsere Führung ist, die mit Absicht unkommentierte Ablage dieses „Gutachachtens“.
Kommentar: das Bild der „drei weisen Affen“ !
Und dabei gab es doch wirklich sehr gute Ansätze für ein Gegengutachten.
Und da schließt sich auch der Kreis wieder beim geheimen, unwürdigen Hinterzimmer Konkludat unserer beliebten Protagonisten. Für diese berufsvernichtende Arroganz schäme ich mich immer mehr fremd.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kammerversammlung Nordrhein

von Veit Eck am 16.06.2019 um 11:16 Uhr

Hier nochmals die entscheidende Aussage von Prof. Meyer-
Zitat Anfang:
----------------
§ 78 Arzneimittelgesetz

Gestrichen wird Absatz 1 Satz 4:

„Die Arzneimittelpreisverordnung, die auf Grund von Satz 1 erlassen worden ist, gilt auch für Arzneimittel, die gemäß § 73 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1a in den Geltungsbereich dieses Gesetzes verbracht werden.“

Juristisch wird durch die Streichung aus „auch“ ein „nicht“!
Zitat Ende
-------------
Im Klartext bedeutet das, außerhalb der Grenzen der BRD wird die Arzneimittelpreisverordnung nicht mehr gelten. Die Konsequenzen möge jeder selbst überlegen. Meiner Meinung nach würde ein großer teil der Apotheken in Deutschland das nicht überleben. Hier steht also das gesamte System auf der Kippe!

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AW: Kammerversammlung Nordrhein

von Heiko Barz am 16.06.2019 um 13:20 Uhr

Das sind auch die probaten Winkelzüge der Politiker, die uns den Garaus machen.
Wir wissen, dass unser feudalen Standesfürsten alle diese Fakten genauer kennen als wir und dennoch werden wir konziliant mit feinen Klingen „geschlachtet“. Ich frage mich immer, welche ABDA-Posten schließlich übrig bleiben, wenn die Apothekerei in dieser Form verschwindet? Oder hat Friedemann mit Jens schon einen Plan B, welche Arbeitsposten zu belegen sind für eine Art staatliche Pharmazie, die dann Ministeriale Funktionen im neuen Apothekerhaus ausübt - natürlich mit den dann folgenden amtlichen finanziellen Aufwertungen -!
Nur, wem gehört dieses Apothekerhaus? Hat der Jens dort auch schob seine Finger drin? Vielleicht aber hat der Spahn dem Schmidt berufspolitische Zukunftsmusik eingespielt. Nur so könnte man diesen unterirdischen Blindflug erklären.

AW: Kammerversammlung Nordrhein

von Anita Peter am 16.06.2019 um 14:59 Uhr

@ Herr Eck

Wie bereits an anderer Stelle geschrieben: Genau das ist der Plan. Einfach die ABDA zum endgültigen Untergang des bewährten Systems miteinbinden. Das bewährte System ist von der Politik nicht mehr gewollt, der Lobbyismus des Großkapitals hat hier die letzten Jahr(zehnte) ganze Arbeit geleistet. Ich denke das wurde der ABDA in den geheimen Gesprächen auch so vermittelt.

AW: Kammerversammlung Nordrhein

von Veit Eck am 16.06.2019 um 20:44 Uhr

Nochmals : wer etwas ändern will muss selbst für eine andere Standesführung sorgen. In Berlin ist mit K. Kemritz ein erster Schritt gemacht worden. In Nordrhein und in Westfalen sind aktuell Kammerwahlen. Ich selbst bewerbe mich bei der schweigenden M(ehrheit) um ein Mandat in Nordrhein und in Westfalen sind es die Basisapotheker um G. Müller.

Also Kolleginnen und Kollegen, es wird Zeit die Wahlbriefe, bzw. online in Westfalen, zur Post zu bringen.

Von nix kütt nix ...

von Christian Timme am 16.06.2019 um 10:35 Uhr

Eine bedenkliche Entwicklung verändert unsere Zukunft und damit all das was vielen von uns immer noch als gut, wichtig und richtig gilt. Vielfalt, Individualität, Eigenmotivation, Streithaftigkeit und die Freude am Gestalten bleiben zunehmend bis ganz auf der Strecke und werden durch Digitalismus, Zentralismus, Gigantomie und „es hätte ja noch schlimmer kommen können“ ersetzt ... Punkt und aus. Willfährig, ohne Reflexion und Logik folgt die ABDA einschließlich Entourage den „Wunschvorgaben“ einer einseitig denkenden und handelnden Politik, unfähig die eigene Identität für diese verantwortungsvolle und einfühlsame Tätigkeit für Patienten und hilfsbedürftige Kranke zu erhalten und vorausschauend und kontinuierlich weiter zu entwickeln, für eine sichere Gesundheitsvorsorge und auch in Zukunft persönlichen Begleitung und Hilfe. Denn nach wie vor gilt das von Prof. Dr. Braun auf dem DAT 2003 in Köln gesagte: „Von nix kütt nix“ und „Watt nix kost is och nix“.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Von nix kütt nix

von Dr.Diefenbach am 16.06.2019 um 11:31 Uhr

Ich gehe noch weiter ,lieber Herr Ströh:Zumindest Herr Kiefer ist,wie leider aber auch einige andere aus der "Führungsriege",ablösungsorientiert zu sehen,WENN er seine Sozialisierungsthesen nicht einstampft.Wie definiert man denn die "Großen"?Wie geht man damit um,dass diese KollegInnen wohl auch viel mehr MitarbeiterInnen haben?Nähert man sich den Schizovorstellungen der Grünen mit der Umverteilungsperspektive an?Solange-wiederum gesagt-der BAK-Präsident nicht willens ist,seine Vorstellungen über honorierbare Dienstleistungen einmal konkret(!) mit Zahlen vorzustellen,ist auch dies einer der frommen Wünsche,um bloss mit niemand politisch überkreuz zu liegen.Herr Kiefer:GELD UND LEISTUNG sind halt nicht trennbar!!Und wenn "Größe" zum Kritikpunkt werden sollte,zu einer angreifbaren Position,dann wird nicht nur Politik auf den Kopf gestellt,sondern auch das Beitragsvolumen leiden,welches sich die ABDA einverleibt.Ich wiederhole gebetsmühlenartig:KEIN Unternehmen mit einer derart erfolglosen Bilanz wie die von "uns" im letzten Jahr belässt alle Personen da wo sie jetzt sind!!Dann noch mehr Geld zu verlangen-einfach schamlos.

Können wir -so- gewinnen?

von Ulrich Ströh am 16.06.2019 um 9:33 Uhr

-Eine Anpassung des Apothekenhonorars von 8,35 auf 10 € wäre auch nicht so gut!

-Die pharmazeutischen Dienstleistungen sind ein sehr gelungenes Konzept ! (150 Millionen € bei 80 Millionen Einwohnern und 19500 Apotheken...)

-Das Thema Gleichpreisigkeit hat keinen Nachrichtenwert in der Medienlandschaft !

Diese verifizierten Kommentare der Kollegen Kiefer und Arnold lasse ich unkommentiert hier im Raume wirken.
Jeder Apotheker *In kann sich ein eigenes Urteil bilden.

Im Sport nennt sich so etwas Demotivation.
So verliert man.

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Da hilft nur: Plan C ....

von Gunnar Müller, Detmold am 16.06.2019 um 8:51 Uhr

Die längst überfällige Vergütungsreform via Kassenabschlag: Nehmt den Versendern endlich das Geld, was die in Boni und Werbung stecken, und gebt es denen, die die Leistung bringen !
Die BasisApotheker in Westfalen-Lippe.
P. S. Kann man jetzt auch wieder wählen. Bei den Kammerwahlen....
Ansonsten sind wir der Meinung, dass die Mitglieder der ABDA-Gremien endlich damit Anfang sollten, ihre langjährig eingenommenen Plätze frei zu machen. Der 25. Juni wäre doch ein guter Tag dafür ....

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AW: Da hilft nur: Plan C

von Anita Peter am 16.06.2019 um 9:27 Uhr

Die abgehobene ABDA wird sich damit nicht beschäftigen und Spahn wird nichts umsetzen, was die Versender gefährdet.
Sehen wir den Tatsachen ganz nüchtern ins Auge, erst wird die PB fallen und dann das FBV. Die Politik kann sich dann ganz gemütlich zurücklehnen und auf die geheimen Verhandlungen mit der ABDA verweisen.
Das ist der Polit & ABDA Plan und so wird es kommen.

AW: Und genau deshalb...

von Gunnar Müller, Detmold am 16.06.2019 um 10:05 Uhr

... müssen WIR als Apothekerschaft diese strukturelle Reform endlich von der Politik einfordern: Vom BMG (wie auch immer der heißen und mit einem Versender verbandelt sein mag), jedem MdB und jeder/m bei der ABDA seit Jahren thronendem StandesvertreterIn !

Abda

von Conny am 16.06.2019 um 8:14 Uhr

Die Abda ist zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen !

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