Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

17.02.2019, 08:00 Uhr

Im Tagebuch dieser Woche: Die Gedanken von Monopolkommission-Chef Achim Wambach, Robert Habeck und NRW-Minister Laumann. ( r / Foto: DAZ)

Im Tagebuch dieser Woche: Die Gedanken von Monopolkommission-Chef Achim Wambach, Robert Habeck und NRW-Minister Laumann. ( r / Foto: DAZ)


13. Februar 2019

Arrogant und abgehoben, vollkommen ohne Bodenhaftung – mein liebes Tagebuch, so erscheint mir Achim Wambach, studierter Physiker, Mathematiker, Ökonom und Volkswirtschaftler und seit 2016 Chef der Monopolkommission. Zweifellos ein gescheiter Mann, aber wenn’s ums Gesundheitswesen und die Bedürfnisse der Menschen geht, dann fehlt die Erdung. Er sieht die Zukunft der Arzneimittelversorgung in einem deregulierten Apothekenmarkt. Es gebe keinen Grund für eine Rx-Preisbindung, sie schade nur, die Arzneimittelpreisverordnung gehöre abgeschafft. Da der gescheite Wambach wohl ahnt, dass sich mit seinem Modell möglicherweise Versorgungslücken durch wegfallende Apotheken ergeben könnten, schiebt er fröhlich nach: Ja, dann müsste man eben den Versandhandel mehr aktivieren, Pick-up-Stellen und Abgabeautomaten zulassen. Oder dispensierende Ärzte. Und wenn Patienten aufgrund seines  Preiswettbewerbs auf dem Land dann mehr zahlen sollen, meint Wambach zynisch: „Bevor gar keine Apotheke mehr da ist, nehme ich als Patient lieber den höheren Preis.“ Mein liebes Tagebuch, was sollte durch ein solches Wambach-System besser werden? 


Das Gezeter um die Preisbildung für Impfstoffe geht weiter. Die Große Koalition möchte z. B. bei Grippeimpfstoffen die Vergütung in Form von Festpreisen in die Arzneimittelpreisverordnung einführen. Der Entwurf: Ein Apotheker soll bei der Abgabe von saisonalen Grippeimpfstoffen an Ärzte höchstens einen Zuschlag von 1 Euro je Einzeldosis berechnen dürfen, höchstens allerdings 20 Euro pro Verordnungszeile. Also wenn der Arzt 200 Impfdosen auf dem Rezept verordnet, gibt’s nur 20 Euro. Begründung: Die Abgabe erfolgt nicht an Versicherte, sondern an Ärzte und somit entfällt die Beratungsleistung. Mein liebes Tagebuch, der Aufwand für Beschaffung, Lagerung, Kühlung, Kapitaleinsatz und allem, was damit zusammenhängt, soll nur noch ein Euro wert sein? Wenn es nicht ums Prinzip ginge, würde man am Liebsten sagen: Dann macht euren … doch alleine. Da kündigt uns Spahn mehr Geld für den Nachtdienst und die BtM-Doku an, außerdem will er unsere Dienstleistungen honorierungsfähig machen – und auf der anderen Seite werden uns mit solchen Impfstoff-Regelungen die kleinen Mehreinnahmen wieder genommen. Wir sind und bleiben die Gekniffenen. 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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1 Kommentar

Wieder einmal ...

von Gunnar Müller, Detmold am 17.02.2019 um 9:37 Uhr

Eine typische Apothekerwoche!
Mit Hoffnung-heischenden Höhen (Harbeck, Laumann…) und abgründigen Tiefen (Monopolkommission…), jeder Menge Ungereimtheiten (Importklausel, GKV – Liefervertrag …) – und immer, immer mehr Arbeit (...sekurPharm!):
Die Apothekenteams drehen weiter am Rad, sind am Anschlag – und versuchen trotzdem, den Kunden ein Lächeln abzugewinnen (Chapeau an beide! An das Team UND die Kunden).
Und während andere Berufsverbände in anderen Ländern sich richtigerweise Gedanken gemacht haben (Österreich!) oder machen (...konkret fürchten die französischen Apotheker, „dass sich das viele Scannen negativ auf die Apotheker-Patienten-Beziehung auswirken könnte, indem Patienten verunsichert werden könnten. Medienberichten zufolge fordern die Apotheker, dass Arbeitsabläufe verringert werden“), ignoriert die ABDA mit ihrer NGDA den (gesetzlich aufgezwungenen) Investitionsaufwand in den Apotheken von gut 40 Mio € und den laufenden Mehraufwand beim Mehrfach-Handling. Und meldet in bester ‚Wir-können-das‘-Manier aus politischen Gründen: „Klar!“…
Wie gut, dass es da die Freie Apothekerschaft gibt…!

Aufgrund unserer engen Kunden-Kontakte, ist für die Apotheker das lebenslange Lernen schon seit langem eine tagtäglich gelebte Praxis.
Wie?Was? lernt die ABDA? Und vor allem: Wann ?!

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