Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

17.02.2019, 08:00 Uhr

Im Tagebuch dieser Woche: Die Gedanken von Monopolkommission-Chef Achim Wambach, Robert Habeck und NRW-Minister Laumann. ( r / Foto: DAZ)

Im Tagebuch dieser Woche: Die Gedanken von Monopolkommission-Chef Achim Wambach, Robert Habeck und NRW-Minister Laumann. ( r / Foto: DAZ)


14. Februar 2019 

Interessante Statements waren in einer Diskussionsrunde auf einer Tagung des Handelsblatts zu hören. Beispiele: Traugott Ullrich, Geschäftsführer beim Unternehmen Dr. Willmar Schwabe, setzte sich dafür ein, dass die Gesundheitskompetenz der Patienten verbessert werde. Und er machte deutlich: „Ich stehe zum Distributionskanal Apotheke“, die flächendeckende Versorgung benötige ein menschliches Antlitz. Wie wahr, mein liebes Tagebuch. Auch für Martina Stamm-Fibich (SPD-Bundestagsfraktion) spielt die Apothekenberatung eine große Rolle. Ihr interessanter Vorschlag: Schon im Vorschul- oder Schulalter sollten Schulungen zur Gesundheitskompetenz und zur Bedeutung der Apotheken stattfinden: „So eine Schulung soll zum Beispiel vermitteln, dass der hinter dem Tresen mir nichts Böses will.“ Mein liebes Tagebuch, wäre schön, wenn das endlich in der Politik ankäme. Und dann gab’s auch kritische Stimmen auf der Handelsblatt-Tagung, ausgerechnet von einem Pharmazeuten, der bei der TK angestellt ist. Es sei aus seiner Sicht nicht richtig, wenn die Apotheker alleine darüber entscheiden wollten, welche pharmazeutischen Dienstleistungen honoriert werden sollen. Mein liebes Tagebuch, keine Sorge, das werden sie auch nicht können. Die Krönung war allerdings sein Literaturvorschlag für Apotheker: „Medikamente im Test“ von Stiftung Warentest. Hach, da hätten wir auch einen Literaturvorschlag für TK-Mitarbeiter: „Simplify your life“. 


Wie ist der Securpharm-Start in den Apotheken verlaufen? Na ja, glimpflich – im Großen und Ganzen scheint es gut gegangen zu sein, nur vereinzelt zeigten sich Probleme und nur für wenige war es eine einzige Katastrophe, so ein Stimmungsbild auf DAZ.online. Mein liebes Tagebuch, geholfen hat vermutlich auch, dass noch relativ wenige Packungen mit dem 2D-Code im Handel sind. Man wird sehen, wie sich Securpharm weiterentwickelt, wenn’s dann richtig ernst wird. Mein liebes Tagebuch, die Technik ist das eine, Zeit, Aufwand und Kosten der Apotheke für Securpharm das andere. Im Vorfeld war’s da erstaunlich ruhig zu dieser Frage. Jetzt, kurz nach dem Start, rumort’s bei diesem Thema. Jetzt, wo Software-Anbieter mit Extra-Gebühren überkommen, zum Teil neue Scanner gekauft werden müssen, wo die Kosten für das Sicherheitssystem-Zertifikat anfallen und die monatliche Nutzungsgebühr der ABDA-Tochter NGDA abgebucht wird. Jetzt, wo man merkt, dass die Umsetzung von Securpharm Zeit und Personaleinsatz kostet und Schulungen bezahlt werden müssen. Es rumort: Warum gibt’s für die Apotheken keine Aufwandsentschädigung vom Staat oder den Kassen, fragt z. B. der Verein Freie Apothekerschaft. Gute Frage, kommt aber ein bisschen spät, oder? Andererseits: War’s bei solchen Neuerungen nicht immer schon so? Was mussten wir in den vergangenen Jahre an Kosten tragen, die uns von Gesetzes wegen übergestülpt wurden, wie z. B. die Rabattverträge. Die Programmierung unserer Software ging zu unseren Lasten. In früheren Zeiten hatte unsere Berufsvertretung noch durchgesetzt, dass wir für Mehraufwand entschädigt werden, z. B. die Dokumentationsgebühr für BtM. Und heute?



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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1 Kommentar

Wieder einmal ...

von Gunnar Müller, Detmold am 17.02.2019 um 9:37 Uhr

Eine typische Apothekerwoche!
Mit Hoffnung-heischenden Höhen (Harbeck, Laumann…) und abgründigen Tiefen (Monopolkommission…), jeder Menge Ungereimtheiten (Importklausel, GKV – Liefervertrag …) – und immer, immer mehr Arbeit (...sekurPharm!):
Die Apothekenteams drehen weiter am Rad, sind am Anschlag – und versuchen trotzdem, den Kunden ein Lächeln abzugewinnen (Chapeau an beide! An das Team UND die Kunden).
Und während andere Berufsverbände in anderen Ländern sich richtigerweise Gedanken gemacht haben (Österreich!) oder machen (...konkret fürchten die französischen Apotheker, „dass sich das viele Scannen negativ auf die Apotheker-Patienten-Beziehung auswirken könnte, indem Patienten verunsichert werden könnten. Medienberichten zufolge fordern die Apotheker, dass Arbeitsabläufe verringert werden“), ignoriert die ABDA mit ihrer NGDA den (gesetzlich aufgezwungenen) Investitionsaufwand in den Apotheken von gut 40 Mio € und den laufenden Mehraufwand beim Mehrfach-Handling. Und meldet in bester ‚Wir-können-das‘-Manier aus politischen Gründen: „Klar!“…
Wie gut, dass es da die Freie Apothekerschaft gibt…!

Aufgrund unserer engen Kunden-Kontakte, ist für die Apotheker das lebenslange Lernen schon seit langem eine tagtäglich gelebte Praxis.
Wie?Was? lernt die ABDA? Und vor allem: Wann ?!

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