Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

15.04.2018, 08:00 Uhr

Sollten da etwa so manche eine Erkenntnis gehabt haben? (Andi Dalferth)

Sollten da etwa so manche eine Erkenntnis gehabt haben? (Andi Dalferth)


Eine Woche der Erkenntnis? Der AOK-Bundesverband räumt ein, dass Rx-Versand nicht unbedingt ein Beispiel für Digitalisierung ist. Holla! Landesgesundheitsbehörden wollen, dass Krankenkassen Rabattverträge nur mit mehreren Herstellern abschließen wg. Lieferengpässen. Holla hoch 2! Und die ABDA ist bald reif für Diskussionen übers Honorar und spricht sogar übers Honorargutachten. Holla hoch 3! 

9. April 2018

Das Bundesversicherungsamt (BVA), die Aufsichtsbehörde der bundesweit agierenden gesetzlichen Krankenkassen, schaut den Kassen auf die Finger. Die Kassen sollen, so mahnt das BVA, mehr Körperschaft des öffentlichen Rechts und weniger profitgesteuertes Unternehmen sein. Mein liebes Tagebuch, das ist überfällig. Die Kassen haben sich in den letzten Monaten und Jahren so geriert, als seien sie nur dafür da, die Kostenersparnis auf die Spitze zu treiben. Sie hätten sich mehr um Marketingmethoden gekümmert als um eine Versorgungsverbesserung. Im Focus der Aufsichtsbehörde stehen u. a. die Satzungsleistungen der Kassen, die sie ihren Versicherten seit einigen Jahren anbieten dürfen. Darunter fallen beispielsweise bestimmte OTC-Arzneimittel, osteopathische Behandlungen oder auch Homöopathie. Im Jahr 2016 gaben die Kassen insgesamt mehr als 340 Millionen Euro dafür aus – also etwa 4,76 Euro pro Versicherten. Damit haben die Satzungsleistungen zwar nur einen Anteil von rund 0,16 Prozent an den Gesamtausgaben, aber immerhin. Die Aufsichtsbehörde bezweifelt, dass es außer  wettbewerblichen Gründen noch andere Gründe für die Erstattung solcher Satzungsleistungen gebe. Mein liebes Tagebuch, so wird es wohl sein. In der Tat stehen manche Kassen selbst solchen Leistungen zum Teil kritisch gegenüber. Das BVA schlägt daher vor, dass Kassen nur noch Leistungen erstatten dürfen, für die es eine wissenschaftliche Evidenz gebe. Da machen wir ein Häkchen dran. Und, mein liebes Tagebuch, vielleicht kommt ja auch mal ein Vorstoß des neuen Bundesgesundheitsministers, der es den Krankenkassen erlaubt, mit Apothekern Verträge über Dienstleistungen abzuschließen. Das ist überfällig. 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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6 Kommentare

Liebes Tagebuch......

von Heiko Barz am 16.04.2018 um 11:39 Uhr

Das E-Rezept ist faktisch ein folgenschweres Produkt der Digitalisierungswollust. Dass die KKassen dieses Produkt mit Freuden erwarten und immer wieder dessen Wichtigkeit betonen, sollte für uns entscheidend sein und nachdenklich stimmen.
Die direkte Einflußnahme der KKassen auf die Bestimmung, wer diese E-Rezepte aus der Arztpraxis zu erhalten habe, wird ja dadurch immer deutlicher, dass auf die zu kommenden und nach Meinung der KKassen unausweichlichen Selektivverträge mit parasitären Auslands- AM- Versendern immer hingewiesen wird. Diesem ständigen und unsinnigen "Bretterbohren" müßten sich doch unsere teuer und hochbezahlten Führungsriegen endlich mal mit kraftvollen Argumenten entgegenstellen.
Aber still ruht der apothekenpolitisch unsortierte Pharma-See!
Die langfristig apothekenvernichtenden Versäumnisse dieser "Führungsriege" müssen hier zum Beweis nicht detailliert aufgeführt werden.

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Spahn

von Karl Friedrich Müller am 15.04.2018 um 19:29 Uhr

Fordert Beitragssenkungen von den KK. Sie würden auf dem Geld sitzen.
Wie wäre es, mal unser Honorar zu erhöhen?
Pflege? Das ewige Thema?
Spahn ist ein Blender, leider, auf Effekthascherei aus.
Schade

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... und der Rest (jetzt ohne emojies)

von Gunnar Müller, Detmold am 15.04.2018 um 14:11 Uhr

@der Senf vom AOK-Politikchef
Und was ist eigentlich „digital“ am allzu analogen Päckchenpacken, analogen Versenden, analogen Ausliefern und analogen Zustellen von immer noch analogen Medikamenten?
Zudem noch mit einer zweidimensionalen, vorsintflutlichen „Beratung“ in Form gedruckter Infohinweise?
Ich empfehle: einfach mal nachdenken…
Oder anders ausgedrückt: Herr, lass‘ Hirn regnen…
@TeleSchwester Agnes
Vielleicht sollte auch die Ärzteschaft erst mal über die inhaltliche Ausrichtung dieses Dienstes nachdenken statt dem Aktionismus zu huldigen:
Welche Anfragen (akut/chronisch/Azerbation/neuer Befund/Rezept /Krankschreibung/Überweisung...) sollen bearbeitet werden, von welchen Patienten (z. B. Erstkontakt oder bekannter Chroniker), von wem (Agnes oder Arzt) und wie (sofort Arzt oder erst „nach Prüfung“? Prüfung wovon?) ?
@ABDA:
Ist doch alles demokratisch…
Oder doch nur ein Verein nach Gutsherren– und -damen Art? Und nicht zu vergessen: mit Maulkorbzwang…

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Alles ausser ABDA ...

von Gunnar Müller, Detmold am 15.04.2018 um 13:56 Uhr

@Dienstleistungen
Ich hätte da ja welche:
Außerordentliche Dienstleistungen im Rahmen der Versorgung der Patienten Z. B.
Nachfragen bei Ärzten, 2 Euro je 5 Minuten
Einholung von Genehmigungen bei Krankenkassen, 10 Euro je Antrag
Aber verschone mich die ABDA mit ihren Impfungen! Wozu bin ich eigentlich Apotheker geworden - und nicht Arzt…
@Schmitz/Bellartz
Schon erstaunlich, dass der HGF seinem ehemaligen Kommunikationschef bescheinigt, keine Kontakte zum BMG gehabt zu haben ...

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"Zuständigkeiten"

von Dr.Diefenbach am 15.04.2018 um 13:06 Uhr

Ach so,das zur Qualität mancher Satzungen:Es war zu hören,dass ein NICHT mehr im Amt agierender ehemaliger(!!!'j Vorsitzender eines Landesverbandes wesentlich mit einer aktuellen(!!!)Sitzungsführung des Haushaltsausschusses beauftragt war.Und eine weitere ehemalige Vorsitzende da auch noch mitmischte.Jetzt hat "man"schnell die Satzung geändert.Was sind denn das für Sachen??

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El Pato

von Dr.Diefenbach am 15.04.2018 um 12:45 Uhr

Ich stelle hier mal offen die Frage ob diese salopp ausgegebenen Beträge,finanziert aus unseren Beiträgen,noch etwas mit treuhänderischem Umgang zu tun haben.Allmählich reicht diese elende closed Shop Aktivität.in unserem Stand wird offenbar alles entschuldigt,wenn irgendeiner in irgendeiner Funktion irgendwas macht.Und sei es noch so kritisch zu hinterfragen Mein Eindruck ist mehr denn je,dass die Hauptamtlichkeit in Berlin sehr"souverän"vor sich hin agiert,man ist ja vertraglich abgesichert. Und wenn ich vorab zur Kenntnis nehme,dass auch der nächste ABDA Haushalt wieder steigt,dann bin ich wütend dass wir ,ich schließe mich da nicht aus,uns jedes Jahr aufs Neue mit wolkenartigen Vorstellungen einseifen lassen.Wann wird unser Konstrukt einer Grunderneuerung unterzogen ?Die 34 er Sachlage mit den Hauptamtlichen "davor" ist nicht mehr den Anforderungen gerecht.Wir machen doch eh alles neu.2030.Wieso bleibt die Satzung eigentlich unangetastet?

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