DAZ.online-Umfrage-Ergebnis zum GKV-VSG

Wenig Verständnis für ABDA-Bescheidenheit

27.03.2015, 16:50 Uhr

Viele halten die Bescheidenheit der ABDA eher für eine schlechte Idee. (Foto: francescopaoli/Fotolia)

Viele halten die Bescheidenheit der ABDA eher für eine schlechte Idee. (Foto: francescopaoli/Fotolia)


Berlin – In ihrer Stellungnahme für die Anhörung zum GKV-Versorgungsstärkungsgesetz gab sich die ABDA bescheidener als in ihrem ersten Votum zum Gesetzentwurf. Einige Honorarforderungen sowie die Forderung nach der Streichung der Importquote ließ sie außen vor, um sich „bewusst auf einige wesentliche Punkte“ zu konzentrieren. Keine gute Idee, fand die Mehrheit der Teilnehmer unserer Umfrage.

Die ABDA pochte in ihrer zweiten Stellungnahme zwar weiterhin darauf, den Apotheken-Fixzuschlag jährlich auf Angemessenheit zu überprüfen und den Arbeitspreis für parenterale Lösungen anzuheben. Fallengelassen wurden dagegen die Forderungen nach Erhöhungen der Rezeptur-, BtM- und Dokumentationsgebühren sowie des Notdienstzuschlags, nach der Streichung der Importquote und nach der Bezahlung des Festzuschlags von 8,35 Euro auch bei Abgabe eines Rezeptur-Arzneimittels. Wir wollten wissen, wie Sie dieses Vorgehen der ABDA einschätzen.

Von den 229 Teilnehmern hielten die meisten (32,31 % bzw. 74 Stimmen) das Vorgehen für „falsch“. Schließlich habe es wiederholt Signale gegeben, dass die zuvor noch geforderte Erhöhung der Rezeptur- und BtM-Zuschläge auf offene Ohren stößt. Auf wenig Verständnis stieß das Vorgehen bei weiteren 15,28 Prozent (35 Stimmen): Nachdem man zunächst alles gefordert, sich dann auf die Erhöhung der Arbeitszuschläge konzentriert habe, nun der Schwenk auf den Fixzuschlag – wie sollen die Entscheidungsträger daraus schlau werden?

60 Teilnehmer konnten der Idee zwar etwas abgewinnen: „Sich auf die wichtigsten Vorhaben zu konzentrieren, ist richtig“, fanden 45 von ihnen (19,65 %) – allerdings dürfe man die anderen berechtigten Ansprüche deshalb nicht fallenlassen, warnen sie. Nur 14 Teilnehmer (6,11 %) fanden das Vorgehen der ABDA uneingeschränkt gut: Alle Kraft in die Umsetzung von ein oder zwei Kernforderungen zu stecken sei sinnvoller als einen großen Strauß von Wünschen zu präsentieren.

Dass es durchaus Frustration und Resignation in der Apothekerschaft gibt, zeigt sich unter anderem daran, dass sich 61 Teilnehmer (26,64 %) für folgende Antwort entschieden: „Ich fürchte, dass unsere Forderungen in der Politik schon lang kein Gehör mehr finden. Deswegen habe ich die Hoffnung auf substanzielle Erhöhungen in nächster Zeit aufgegeben.“ Nun bleibt abzuwarten, ob die ursprünglichen sowie die aufrechterhaltenen Forderungen der ABDA am Ende tatsächlich Eingang in das GKV-VSG finden werden.


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