Pharma-Gesetz

Apotheker bekommen mehr Geld für Rezepturen und BtM-Abgaben

Berlin - 07.07.2016, 16:20 Uhr

Mehr Geld für Rezepturen? (Foto: Sherry Young / Fotolia)

Mehr Geld für Rezepturen? (Foto: Sherry Young / Fotolia)


Für Rezepturen und die Abgabe von Betäubungsmitteln könnten die Apotheker schon bald mehr Geld bekommen. Nach Informationen von DAZ.online sollen die Arbeitspreise bei Rezepturen steigen und ein neues, zusätzliches Fixhonorar eingeführt werden. Der Zusatzbetrag für die BtM-Abgabe könnte sich verzehnfachen.

Jahrelang haben die Apotheker eine bessere Vergütung in den Bereichen Arzneimittelherstellung und BtM-Abgabe gefordert. Nun scheinen sie einen Erfolg verbuchen zu können: Nach Informationen von DAZ.online will das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in beiden Bereichen ordentliche Aufschläge an die Apotheker in die Arzneimittelpreisverordnung (AmPreisV) schreiben. Darauf haben sich Vertreter der Regierungsfraktionen mit dem BMG geeinigt.

Geplant ist, dass die Apotheker für jede Rezeptur ein zusätzliches Fixhonorar von 8,35 Euro abrechnen können. Derzeit erhalten die Pharmazeuten einen prozentualen Zuschlag: Er beträgt 90 Prozent vom Einkaufspreis. Doch damit nicht genug: Auch die Arbeitspreise sollen um jeweils einen Euro steigen. Derzeit liegen diese Arbeitspreise bei 2,50 Euro, 5,00 Euro oder 7,00 Euro – je nach Darreichungsform und Menge. In Zukunft erhalten die Apotheker also 3,50 Euro, 6 Euro oder 8 Euro.

BMG kommt Forderungen der Apotheker nach

Insbesondere nach der Novellierung der Apothekenbetriebsordnung im Jahr 2012 hatten die Apotheker vehement eine Erhöhung der Rezepturzuschläge gefordert. Denn seitdem ist unter anderem vorgeschrieben, dass sie bei jeder Rezeptur die Plausibilität der Verordnung überprüfen und dokumentieren.

Auch im Bereich der BtM-Abgabe soll die Vergütung der Apotheker ansteigen. Derzeit können die Pharmazeuten pro Rezept einen zusätzlichen Betrag in Höhe von 0,26 Euro inklusive Mehrwertsteuer abrechnen. Dieser Betrag soll auf 2,91 Euro steigen. Auch für T-Rezepte soll das zutreffen. Hier hatte sich die ABDA in den vergangenen Monaten darüber beschwert, dass die derzeitige Bezahlung nicht zum bürokratischen Aufwand passe. Die Apotheker haben einen hohen Dokumentations- und Logistikaufwand.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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11 Kommentare

Verbesserung der Apo-Finanzen?

von Heiko Barz am 08.07.2016 um 12:51 Uhr

Für Rezepturen und BTM- Abgabe - KÖNNTEN - die Apotheker in Zukunft mehr Geld bekommen, so ähnlich läuft der erste Satz in diesem Bericht.
Damit ist eigentlich Alles gesagt.
Der Konjunktiv bedeutet immer Realitätsferne und ist eigentlich nur einen Beruhigungsformel für das verängstigte Apothekerlein(in)

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Ball flach halten, alles wird gut .....

von Wolfgang Müller am 08.07.2016 um 11:36 Uhr

Macht euch man wirklich locker. Der Artikel ist von hinten bis vorne eine ENTE (böse, böse DAZ; deshalb auch keine entspr. Meldung in Apotheke adhoc). Wie ich gerade im Berliner Regierungsviertel höre, kämpft das Bundesgesundheitsministerium in Wirklichkeit gerade nur noch gegen einzelne hochrangige ABDA-Gemeinwohl-Standespolitiker für eine voll auskömmliche Honorierung der Rezeptur. Also für die eher mindestens 20- bis 30-fachen Zuschläge!

Aus marktwirtschaftlich-ordnungspolitischen und vor Allem: GERECHTIGKEITS-Gründen für z. B. zu entlastende kleinere Landapotheken mit viel Rezeptur, wie beim Notdienst. Unterstützt und motiviert vor Allem von den zahlreichen Gesundheitspolitikern aller Fraktionen, die sich in letzter Zeit z. B. in Berlin mit Kollegen Bienfait oder in Westfalen-Lippe bei Kollegin Overwiening den Aufwand von Rezepturen glücklicherweise rechtzeitig angesehen haben. Um nun keinesfalls mehr nur "Einen Euro mehr + Beratungsgebühr" für die neuen Rezeptur-Arbeitspreise ansetzen zu wollen!

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Leute..

von Christiane Patzelt am 08.07.2016 um 0:59 Uhr

..macht euch locker, es hätte schlimmer kommen können :-D

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Nörgel-Nörgel...

von Konrad Mörser am 07.07.2016 um 23:19 Uhr

Ich kann an diesen neuen Regelungen keinerlei Verschlechterungen für den Berufsstand der Apotheker erkennen. Was sollen also diese Beschwerden? Soll man die Erhöhung vielleicht doch lieber lassen...?

Erstmal getroffene positive Maßnahmen wirken lassen, dann weitersehen. Ich finde, das ist ein riesiger Schritt in die richtige Richtung.

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AW: Der kühne Ratgeber

von Bernd Jas am 08.07.2016 um 9:54 Uhr

Je länger ich solche "positiven" Maßnahmen wirken lasse, desto schlechter wird mir und desto wütender werde ich.
Unsere liebe Ann-Kathrin Kossendey hat sicherlich schon das passende "Hasse ma´n´Euro"-Video im Kasten.
Die Verschlechterung für unseren Berufsstandes besteht in gut gepflegter Kontinuität der Missachtung unserer Arbeit und des sich immer wiederholenden Abwatschen von berechtigten Forderungen mit Almosen.
Ein riesiger Schritt für den Politiker, heist für die Apotheker wieder mal ein kleiner Tritt in den... ähh, Schritt nach vorn.

Das ist mehr als lächerlich

von Michael Wiench am 07.07.2016 um 22:29 Uhr

Vor einigen Jahren wurden in der DAZ die durchschnittlichen Arbeitskosten einer Salbenherstellung bei ca. 25 Minuten Dauer auf knapp 10 EUR berechnet. Dies ist schon einige Jahre her, die Lohnkosten sind seitdem ebenso wie die Anforderung an Plausi-Prüfung und Dokumentation deutlich gestiegen.

Wir sollen mit also mit 6 EUR noch nicht einmal die Personalkosten geschweige denn den Geräte-Aufwand erstattet bekommen ? Das ist schlichtweg unverschämt !

Vor allem da das Bfarm in diversen Kostenberechnungen, die auch die Apotheke betreffen, einen handwerkerlichen Stundensatz von 45 EUR zugrunde legen (oder war es sogar noch etwas mehr ?). Unser Stundensatz läge dann etwa bei 12 EUR. Die Wertschätzung unserer Arbeit mag sich jeder selber ausrechnen.

Ich vergaß natürlich, dass wir ja nun ein zusätzliches Fixhonorar von EUR 8,35 erhalten sollen. Sicher wird auch da ein Skonto von 25 % für unsere Großkunden fällig ? Wer sagt, dass die 90 % Aufschlag auf die Substanzen erhalten bleiben, jetzt wo wir so viel mehr Geld erhalten ? Und wie sicher ist es eigentlich, dass wir überhaupt eine Erhöhung bekommen und nicht wie immer auf die Wahlkampfschönreden der Politik hereinfallen ?





Aber sicher

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Warum wurden hier Kommentare gelöscht?

von Nicola Kuhrt am 07.07.2016 um 20:44 Uhr

Hallo,
nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Auf DAZ.online darf gern, lang und breit oder oft und kurz kommentiert werden - und natürlich auch kritisch. Wir zensieren keine Kommentare.

Aber wir haben ein paar Regeln für dieses Forum, die ja einfach einzusehen sind (s. (Netiquette). Dazu gehört, dass sich unsere Leser mit Klarnamen an den Debatten beteiligen.

Herzlicher Gruß, Nicola Kuhrt


Nicola Kuhrt, Medizinjournalistin | Chefredakteurin DAZ.online / Deutscher Apotheker Verlag

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Dieser Kommentar wurde von der Redaktion aufgrund eines Verstoßes gegen die allgemeinen Verhaltensregeln gelöscht.
Dieser Kommentar wurde von der Redaktion aufgrund eines Verstoßes gegen die allgemeinen Verhaltensregeln gelöscht.

Mehr Geld??

von Peter Brunsmann am 07.07.2016 um 17:28 Uhr

Es tut mir leid, aber dies ist schlicht weg beleidigend.
War es schon immer.

Dann verzichten wir lieber darauf, denn dann heißt es, wir haben Euch ja erst das Honorar erhöht.

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Das ist ja schön!

von Wolfgang Müller am 07.07.2016 um 17:18 Uhr

Wir sind gerettet. Welch ein Land, was für Männer (und Frauen natürlich). Damit können wir die nächsten 10 - 20 Jahre wunderbar leben. Es wird nun selbstverständlich keine Rezepturverweigerer mehr geben, und Skonto- sowie Rx-Boni-Gerichtsverfahren/Rx-Preisfreigabe können uns auch nicht mehr ängstigen. Danke, Danke, Danke und einmal mehr den Verhandlungsführern: Chapeau!

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