GKV-Spitzenverband zur Ärztestatistik

Immer mehr niedergelassene Ärzte

Berlin - 14.04.2014, 15:54 Uhr


Trotz steigender Zahl an Ärzten in 2013 spricht die Bundesärztekammer von einem Ärztemangel. Damit stößt sie beim GKV-Spitzenverband auf Unverständnis. „Die routinierte Klage der Ärztevertreter darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir immer mehr niedergelassene Ärzte haben“, betont ein Sprecher.

Anlässlich der Veröffentlichung der Ärztestatistik 2013 verwies die BÄK auf den - in vielen Regionen bereits bestehenden – Ärztemangel. Unterstützung erhält sie von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die Zahlen belegten eindrücklich, dass die Niederlassung für den Medizinernachwuchs interessant gemacht werden müsse. Derzeit führen KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen eine Kampagne durch, die den jungen Medizinstudenten die positiven Seiten des Berufs aufzeigen soll. Der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen, fordert die Politik auf, „verlässliche Rahmenbedingungen für Ärzte und Psychotherapeuten zu schaffen“. Auch die Kassen müssten Gassen zufolge ihr Verhalten ändern: „Die Flatrate-Mentalität seitens der Kassen hat ausgedient: Immer mehr Leistungen für das gleiche Geld – das geht nicht.“

Der GKV-Spitzenverband hingegen hat eine andere Auffassung und verweist darauf, dass es nur in wenigen Ausnahmefällen eine Unterversorgung gebe – am ehesten seien ländliche Regionen betroffen. Bundesweit gebe es sogar ein Überangebot. Bei den Hausärzten beispielsweise seien lediglich weniger als zwei Prozent der 886 Planungsbereiche unterversorgt. Damit jungen Ärzten der Weg in die Praxis und aufs Land erleichtert werde, müssten mehr Kooperationen und mehr Anstellungsmöglichkeiten angeboten werden, so der Sprecher des GKV-Spitzenverbands. Zudem erfordere die Zunahme an multimorbiden Patienten und einer steigenden Komplexität der medizinischen Versorgung „auch im vertragsärztlichen Bereich multidisziplinäre Teamstrukturen“. Hier müssten die Ärzteorganisationen aktiv werden, erklärt der GKV-Spitzenverband weiter.

Die Forderung nach einer besseren Vergütung kann der GKV-Spitzenverband ebenfalls nicht nachvollziehen und verweist darauf, dass niedergelassene Ärzte „so viel verdienen wie noch nie“. Das durchschnittliche Brutto-Honorar der niedergelassenen Ärzte sei nach Abzug der Praxiskosten auf 166.000 Euro gestiegen, erklärte der Sprecher. Grund hierfür sei, dass die gesetzlichen Krankenkassen „Jahr für Jahr mehr bezahlen“. Im Jahr 2007 lag das Honorar dem Verband zufolge bei 142.000 Euro.


Annette Lüdecke


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