GKV-Finanzergebnisse 1. bis 3. Quartal 2013

Krankenkassen verbuchen weiterhin Überschüsse

Berlin - 05.12.2013, 16:49 Uhr


Die gesetzlichen Krankenkassen erzielten in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 einen Überschuss in Höhe von fast 1,47 Milliarden Euro. Einnahmen von rund 146,5 Milliarden Euro standen Ausgaben von etwa 145 Milliarden Euro gegenüber. Der Gesundheitsfonds wies demgegenüber ein saisonbedingtes Defizit von 2,46 Milliarden Euro aus. Dies geht aus heute vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) veröffentlichten Zahlen hervor. Zum Jahresende wird die gesetzliche Krankenversicherung dennoch mit schwarzen Zahlen aufwarten können.

In der Gesamtbetrachtung der Finanzergebnisse von Krankenkassen und Gesundheitsfonds verzeichnete die GKV im 1. bis 3. Quartal zwar ein Defizit von rund 990 Millionen Euro. Doch die weiterhin positive Entwicklung bei den Beitragseinnahmen in Verbindung mit der Verbeitragung der Einmalzahlungen zum Jahresende werden im 4. Quartal das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben noch deutlich verbessern, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Das Defizit der ersten drei Quartale werde vollständig ausgeglichen. Es sei zwar auch zu berücksichtigen, dass im Unterschied zu 2012 eine Reihe von Krankenkassen erstmals erhebliche Ausgaben für Prämienzahlungen an ihre Mitglieder verbuchen. Zudem erzielten die Kassen keine Einnahmen mehr aus Zusatzbeiträgen. Doch zu roten Zahlen werde dies nicht führen. Und das, obwohl die Praxisgebühr zu Jahresbeginn abgeschafft und der Bundeszuschuss an den Gesundheitsfonds um 2,5 Milliarden Euro abgesenkt wurde und die Apotheken seit Mitte 2013 für ihre Notdienste eine Extra-Vergütung bekommen.

Zudem: Es gibt Finanzreserven. Gesundheitsfonds und Krankenkassen verfügten Ende September 2013 rechnerisch über rund 27,6 Milliarden Euro – davon 17,0 Milliarden Euro bei den Krankenkassen und 10,6 Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds.

Die Ausgaben der gesetzlichen Kassen wuchsen im 1. bis 3. Quartal 2013 um 4,8 Prozent je Versicherten. Moderat machten sich dabei die Arzneimittelausgaben aus (+1,2 Prozent). Sie waren mit einem Anteil von 16 Prozent an den Gesamtausgaben (23,9 Mrd. Euro) der drittgrößte Kostenblock für die GKV. Deutlicher fiel der Zuwachs bei den Ausgaben für die ambulante ärztliche Behandlung aus – er lag bei rund 10,7 Prozent je Versicherten (auf 26,96 Mrd. Euro). Laut BMG dürfte dieses Plus neben den jährlichen regionalen Honoraranpassungen etwa in gleichem Ausmaß die Abschaffung der Praxisgebühr abbilden. Letzteres führe allerdings nicht zu höheren Honoraren der Ärzte – es entlaste sie aber durch Wegfall bürokratischen Aufwands in den Praxen. Die Krankenhausbehandlung, in die ein Drittel aller GKV-Ausgaben flossen, verzeichnete einen Zuwachs von 3,5 Prozent. Er ist damit etwas geringer als bislang für das Gesamtjahr 2013 erwartet wurde.

Die Netto-Verwaltungskosten der Krankenkassen wuchsen in den ersten neun Monaten dieses Jahres ebenfalls um 3,5 Prozent je Versicherten – auf 6,94 Milliarden Euro. Nach der zweijährigen Budgetierungsphase sei dies ein moderater Anstieg, so das BMG. In den Jahren 2011 und 2012 waren die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, ihre Verwaltungsausgaben auf das Niveau des Jahres 2010 zu begrenzen.


Kirsten Sucker-Sket


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