Apothekenmarkt

September 2013: Überraschend starkes Umsatzplus

Berlin - 14.11.2013, 10:06 Uhr


Im September 2013 hat sich der Apothekenmarkt mit einem Umsatzplus von satten acht Prozent überraschend positiv entwickelt. Erstmals durchbricht die aktuelle Entwicklung das Muster der vorausgegangenen Monate, in denen der zweite und dritte Monat eines Quartals relativ schwächer ausfielen als der erste. Der Umsatz (ApU) betrug 2,2 Milliarden Euro. Die Menge erhöhte sich um fünf Prozent auf 119 Millionen Packungen. Dies geht aus aktuellen Marktdaten von IMS Health hervor.

Bei rezeptpflichtigen Präparaten ergibt sich ein ähnliches Bild: Der Umsatz erhöhte sich um neun Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, während die Menge um fünf Prozent auf 57 Millionen Packungen zulegte. Bei OTC-Arzneimitteln fielen die Zuwächse aktuell ähnlich aus. Es gingen fünf Prozent mehr Packungen (62 Mio. Stück) über die HV-Tische und der Umsatz stieg um vier Prozent auf 332 Millionen Euro Euro. Besonders nachgefragte Arzneimittel waren im September Erkältungspräparate, die zum Teil einen zweistelligen Mengenzuwachs aufweisen: Topisch anzuwendende Schnupfenmittel (+12%), Expektorantien ohne Antiinfektiva (+7%) und Erkältungspräparate ohne Antiinfektiva (+15%).

In den ersten neun Monaten 2013 entwickelte sich der Apothekenmarkt (rezeptpflichtige und rezeptfreie Präparate) im mittleren einstelligen Bereich mit einem Plus von je fünf Prozent nach Wert auf 19,8 Milliarden Euro und Menge auf 1,1 Milliarden Packungen.

Die umsatzstärksten Arzneimittelgruppen im kumulierten Zeitraum Januar bis September 2013 waren Immunmodulatoren (+19%) und Krebsmedikamente (+19%). Diese verbuchten als einige der wenigen Kategorien zweistellige Zuwächse.  Gerade im Bereich der Immunerkrankungen gibt es vor dem Hintergrund des demographischen Faktors immer mehr Betroffene, die an Arthritiden leiden. Darüber hinaus werden Autoimmunerkrankungen wie z.B. entzündliche Darmerkrankungen häufiger detektiert. Mehrere der führenden Produktkategorien verzeichnen aber auch Verluste, nämlich Diabetes-Tests (-3%) und, bedingt durch ein Patentende,  Angiotensin-II-Antagonisten als Kombinationen (-5%).

GKV-Markt 

Im September 2013 stiegen die GKV-Ausgaben für Arzneimittel um knapp zehn Prozent auf 2,5 Milliarden Euro (AVP, abzüglich der von Herstellern und Apotheken geleisteten Zwangsrabatte, ohne Berücksichtigung der Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen). Der Absatz legte um fünf Prozent auf 54 Millionen Packungen zu.

Über die ersten neun Monate kumuliert betrug der Zuwachs im GKV-Markt ebenfalls fünf Prozent. Das entspricht einem Umsatzvolumen von 22,9 Milliarden Euro (ohne Berücksichtigung von Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen). 

Die Herstellerzwangsrabatte beliefen sich im September 2013 auf 224 Millionen Euro. Bedingt durch die Ausgabensteigerung im GKV-Markt liegt dieser Wert elf Prozent über dem Vorjahr.

Bei den Apothekennachlässen ergibt sich wie bereits seit Jahresbeginn zu beobachten ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (-5%, 91 Millionen Euro). Der Grund liegt in einem reduzierten Packungsabschlag in diesem Jahr. Die GKV-Entlastung bei Arzneimitteln durch Hersteller und Apotheken betrug in den ersten neun Monaten des Jahres 2,8 Milliarden Euro (-0,4% gegenüber Vorjahr). Die Nachlässe der Hersteller gegenüber den privaten Krankenversicherern lagen im kumulierten Zeitraum Januar bis September 2013 rund zwei Prozent über dem Vorjahreswert (332 Mio. Euro).


Lothar Klein


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