Apothekenmarkt

Juli 2013: Quartalsstart mit starkem Zuwachs

Berlin - 11.09.2013, 09:28 Uhr


Im Juli 2013 verzeichnete der Apothekenmarkt ein kräftiges Umsatz- und Mengenplus. Damit schreibt sich ein seit längerem zu beobachtendes Muster fort: Der erste Monat eines Quartals weist die relativ stärkste Entwicklung auf, während die beiden Folgemonate entsprechend schwächer ausfallen.

Danach wuchs im Juli der Umsatz um satte neun Prozent auf 2,4 Milliarden Euro (ApU). Mit 126 Millionen Packungen stieg der Absatz um sechs Prozent. Der Juli beinhaltete in 2013 einen Arbeitstag mehr als im Vorjahr. Das erhöhte Wachstum im ersten Quartalsmonat hat laut IMS Health damit zu tun, dass gerade bei chronischen Erkrankungen dann wieder ein Bedarf entsteht, sich mit Medikamenten zu versorgen.

Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Präparaten erhöhte sich im Juli vergleichbar dem gesamten Apothekenmarkt ebenfalls um neun Prozent auf zwei Milliarden Euro. Der Absatz legte weniger stark, um rund fünf Prozent zu. OTC-Präparate verbuchen ein Umsatz- und Absatzplus im mittleren einstelligen Bereich (+6%/+7%). Die Mengensteigerung ergab sich im OTC-Markt saisonbedingt durch starken Zuwachs bei  Allergiearzneimitteln: Antihistamine legten um 32 Prozent und topische Antipruriginosa inklusive topisch anzuwendender Antihistamine sogar um 79 Prozent zu. Nennenswertes Wachstum zeigten innerhalb der nach Menge führenden 20 Arzneigruppen außerdem topische Kortisonpräparate (+52%).

Über den kumulierten Zeitraum Januar bis Juli 2013 stieg der Umsatz des gesamten Apothekenmarktes um vier Prozent auf rund 16 Milliarden Euro. Die Mengenentwicklung fiel mit plus sechs Prozent deutlich stärker aus, was im Wesentlichen auf die Erkältungswelle zu Jahresbeginn zurückzuführen ist.

Unter den umsatzstärksten Arzneimittelgruppen wuchsen Krebsmedikamente und Immunmodulatoren in den ersten sieben Monaten 2013 zweistellig. Das hat laut IMS Health mit mehr Behandlungen im ambulanten Bereich zu tun. Weitere Präparategruppen zur Behandlung von schweren chronischen Erkrankungen wie Insuline bei Diabetes (+3%), Interferone u.a. bei Multipler Sklerose (+3%) und Virustatika gegen HIV (Aids, +7%) legten im unteren bis mittleren einstelligen Bereich zu. Lediglich eine Kategorie unter den führenden zehn Klassen musste einen nennenswerten Umsatzrückgang hinnehmen: Kombinationspräparate von Angiotension-II-Antagonisten verloren um sieben Prozent, weil nach Patentauslauf zunehmend Generika verordnet werden.

Im Juli 2013 stiegen die GKV-Ausgaben (ohne Impfstoffe) um 9,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro (AVP abzüglich der von den Pharmaherstellern zu leistenden Zwangsrabatte sowie den Nachlässen der Apotheken gegenüber GKV). Die Menge der abgegebenen Packungen erhöhte sich um 4,8 Prozent auf 61 Millionen Stück. Über den gesamten Zeitraum Januar bis Juli 2013 betrug der Ausgabenanstieg für die Gesetzliche Krankenversicherung rund fünf Prozent.


Lothar Klein


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