Gerichtsprozess

Spanische Contergan-Opfer fordern Entschädigung

Madrid - 14.10.2013, 15:42 Uhr


Spanische Contergan-Opfer haben von Grünenthal vor Gericht Entschädigungen in Millionenhöhe verlangt. Bei einem am Montag eröffneten Prozess in der spanischen Hauptstadt Madrid forderten 180 Geschädigte insgesamt 204 Millionen Euro.

Die Betroffenen-Vereinigung Avite warf dem Unternehmen vor, den Contergan-Wirkstoff Thalidomid in Spanien mehrere Jahre weiter vertrieben zu haben, nachdem das Mittel in Deutschland 1961 vom Markt genommen worden sei.

Grünenthal wies die Forderungen zurück. Die spanische Niederlassung des Unternehmens verwies darauf, dass die spanischen Betroffenen Hilfen bei der Contergan-Stiftung und bei der Grünenthal-Stiftung in Deutschland beantragen könnten. Sie würden dort dieselbe Unterstützung erhalten wie deutsche Contergan-Opfer.

Contergan hatte Ende der 1950er Jahre einen der größten Arzneimittelskandale ausgelöst. Weltweit kamen 10.000 Kinder mit schweren körperlichen Missbildungen zur Welt, davon 5.000 in Deutschland.


dpa


Das könnte Sie auch interessieren

Entschädigungs-Urteil gegen Grünenthal aufgehoben

Spanien: Contergan verjährt

Contergan-Prozess in Spanien

Grünenthal zu Entschädigung verurteilt

Apotheker vermittelt spanische Apotheker(innen)

Mit einer spanischen Kraft ...

Bande von Arzneimittel-Schmugglern in Spanien zerschlagen

Alliance Healthcare weist Vorwürfe zurück

60 Jahre Contergan – wie es dazu kam und was man daraus gelernt hat

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Arzneimittelfälschungen in Spanien

Spanische Behörde: Noch keine Manipulationen bekannt